Vom 1. bis 3. August 2025 fand auch in diesem Jahr erneut die AnimagiC im Rosengarten Mannheim statt. Ich war an allen Tagen vor Ort und habe mich ins Getümmel von Deutschlands größter Anime-Convention gestürzt. Dabei hatte ich auch die Gelegenheit, Interviews mit einigen der hochkarätigen japanischen Gäste zu führen. Im Folgenden möchte ich meine persönlichen Eindrücke von der Messe und meine Erlebnisse teilen. Pascal Walther
Bekannte Menschenmassen, neue Dimensionen, alte Probleme
Auch in diesem Jahr zog die AnimagiC unzählige Besucher an. Wie üblich war das schon sehr früh am Morgen zu merken, als sich die ersten eifrigen Besucher bereits gegen sieben Uhr morgens vor dem Rosengarten einfanden. Im Vergleich zum Vorjahr erschien mir die Besucherzahl sogar noch größer – und das aus gutem Grund: Die AnimagiC feierte in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum und zog laut Veranstalter rund 35.000 Besucher an. In Sachen Ordnung wurden die Besucher draußen durch Schilder angeleitet, die zeigten, wo sich welche Schlange befindet. Wie aber schon in vergangenen Jahren der Fall, halfen die Schilder allein nicht genug, da den freiwilligen Helfern vor Ort der energische Wille fehlte, die Massen strikt zu ordnen.
Der bereits im Vorjahr eingeführte „Express-Einlass“ blieb auch 2025 Bestandteil des Angebots und ermöglichte es Inhabern eines entsprechenden Tickets, noch vor Besuchern mit regulärem Ticket über den zentralen Eingang eingelassen zu werden. Wie in den vergangenen Jahren gilt jedoch auch weiterhin: Auch Express-Einlass-Inhaber dürfen die Halle nicht vor der regulären Türöffnung betreten. Ob das Konzept reibungslos funktionierte in diesem Jahr, kann ich nicht beurteilen. Nachfragen meinerseits bei Besuchern vielen durchmixt aus.
Was sich allerdings leider immer noch nicht geändert hat, sind die schier endlosen Schlangen vor den Eingängen zum Mozartsaal. Besonders bei den beliebten Musikacts hatte man fast keine Chance, in den Saal zu kommen, wenn man sich nicht wesentlich früher angestellt oder früher in den Saal gegangen ist und sitzen geblieben ist. Dieses Problem besteht seit Langem und scheint auch beim Jubiläum keine Lösung gefunden zu haben, da schlicht der Platz fehlt.
Auch aus der Sicht von mir als Pressevertreter muss ich sagen, ich würde mir wünschen, dass für die Presse, zumindest für eine gewisse Zeit, Plätze freigehalten werden. Denn je nach Terminplan kann man es sich nicht leisten, sich Stunden zuvor in eine Schlange zu stellen, um garantiert in den Mozartsaal zu gelangen. Was die kleineren Säle betrifft, kam es dort ebenfalls zur Bildung langer Schlangen. Im Vergleich zum Mozartsaal lösten sich diese Schlangen beim Einlass jedoch schnell auf und auch Nachzügler konnten noch einen Platz finden.
Ein Jubiläum mit Signalwirkung
Neben den bekannten Problemen gab es in diesem Jahr Anlass zum Feiern: 25 Jahre AnimagiC – und die Veranstalter haben diesen Meilenstein mit dem Motto „You are the MagiC“ entsprechend gewürdigt. Die bereits seit 2024 bestehende Partnerschaft mit Crunchyroll wurde weiter ausgebaut und erneut unter Beweis gestellt, dass diese Zusammenarbeit der Messe einen echten Mehrwert liefert. Durch das breite Netzwerk des Streaming-Giganten war es einmal mehr möglich, eine beeindruckende Riege japanischer Gäste nach Mannheim zu holen.
Crunchyroll präsentierte dabei nicht nur interaktive Aktionen und exklusive Premieren, sondern auch Panels zu Serien wie The Rising of the Shield Hero, Miss Kobayashi’s Dragon Maid, Gachiakuta, Kaiju No. 8 und One-Punch Man. Ein besonderes Highlight war das Crunchyroll Industry Panel am Samstag, bei dem die ersten 13 Minuten von Detektiv Conan Film 28: Der Flashback des Einäugigen als Weltpremiere gezeigt wurden.
Gäste aus Japan: Ein bunter Genremix
In Sachen Gäste aus der japanischen Animationsbranche bot die AnimagiC erneut einen bunten Mix. Fans von The Rising of the Shield Hero durften Original-Illustratorin Seira Minami, Regisseur Hitoshi Haga sowie Charakterdesignerin Franziska van Wulfen treffen. Mit diesen Gästen durfte ich ein Interview führen, bei dem ich einige spannende Einblicke in die Arbeit des Teams erhielt.
Für Miss Kobayashi’s Dragon Maid waren Regisseur Tatsuya Ishihara und Produzent Masashi Nishikawa angereist. Von der Serie Gachiakuta waren Synchronsprecher Aoi Ichikawa sowie die Produzenten Naoki Amano und Isao Tagai anwesend. Auch Fans von Kaiju No. 8 kamen auf ihre Kosten: Die Synchronsprecher Masaya Fukunishi und Asami Seto standen für Panels und Signierstunden zur Verfügung. Für One-Punch Man waren Synchronsprecher Makoto Furukawa und Produzentin Chinatsu Matsui vor Ort, während für Haikyu!! der Regisseur Susumu Mitsunaka gemeinsam mit den Produzenten Saiya Julian Ikeda und Hibiki Saito anreiste.
SACRA MUSIC FES. × AnimagiC zum Vierten
Der wohl emotionalste Höhepunkt des Jubiläumswochenendes war das SACRA MUSIC FES. × AnimagiC 2025 – bereits zum vierten Mal in Folge fand dieses Mega-Konzert auf der AnimagiC statt. Zum 25. Geburtstag der Messe präsentierte SACRA MUSIC gleich fünf ihrer bekanntesten Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne.
Unter anderem ASCA, die bereits zum vierten Mal auf der AnimagiC zu Gast war und die Menge mit ihrer unverkennbaren Power-Stimme erneut in ihren Bann zog. Auch ClariS begeisterten das Publikum – diesmal in einer völlig neuen Formation: Clara, Elly und Anna feierten als Trio ihre Deutschlandpremiere auf der AnimagiC und brachten damit eine ganz neue Energie auf die Bühne. Who-ya Extended, bekannt aus dem Umfeld von Jujutsu Kaisen, rundete das Trio der SACRA-Stammgäste ab. Hinzu kamen mit Yasuda Rei und Sangatsu no Phantasia gleich zwei Europapremieren.
Doch auch abseits von SACRA MUSIC warteten musikalische Höhepunkte auf die Besucher. So feierte die Legende Yoko Takahashi – bekannt als Stimme des Neon Genesis Evangelion-Openings A Cruel Angel’s Thesis – ihre Deutschlandpremiere auf der AnimagiC, passend zum 30-jährigen Serienjubiläum. Ebenso trat Hiroshi Kitadani – der Interpret der One Piece-Hymne We Are! – erstmals als Soloartist in Deutschland auf und sorgte damit für einen weiteren historischen Moment. Außerdem mit dabei waren die Metal-Band ASTERISM sowie Chiai Fujikawa, die mit ihren Ending-Songs zu The Rising of the Shield Hero bestens bekannt ist und ebenfalls ihre Deutschlandpremiere feierte.
Im Nachhinein betrachtet hat die Partnerschaft der AnimagiC mit Crunchyroll und SACRA MUSIC der Messe auch 2025 wieder viele neue Möglichkeiten eröffnet. Ob diese Zusammenarbeit auch in den kommenden Jahren weitergeführt und weiterhin Früchte tragen wird, muss sich in den kommenden Jahren zeigen. Das allgemeine Potenzial für weiteres Wachstum und Verbesserungen ist da, wie und ob es genutzt wird, bleibt offen.
Fazit
Insgesamt war die diesjährige AnimagiC in Mannheim mehr als nur eine Convention. Sie war eine Jubiläumsfeier, die sich kein Anime- und Japan-Fan entgehen lassen wollte. Ein weiteres Mal gelang es den Veranstaltern, ihrem Titel als größte Anime-Convention Deutschlands gerecht zu werden, und das 25-jährige Bestehen der Messe wurde mit einem würdigen Programm gefeiert. Die anhaltende Zusammenarbeit mit Crunchyroll und SACRA MUSIC bescherte den Besuchern 2025 eine Gästedichte, die ihresgleichen sucht. In puncto Gäste aus Japan waren dieses Jahr so viele hochkarätige Ehrengäste anwesend wie selten zuvor. Einige davon könnte man mittlerweile fast zum „Inventar“ der Messe zählen, da sie immer wiederkommen. Dazu gehört beispielsweise ASCA, die den Mozartsaal mit ihrer Power-Stimme erneut zum Beben brachte.
Bei allem Positiven muss jedoch auch erwähnt werden, dass sich alte Probleme hartnäckig halten. Der Einlass in den Mozartsaal ist nach wie vor eine Angelegenheit, die viel Geduld und Nerven verlangt. Wer sich unbedingt etwas im Saal ansehen will, muss entweder lange warten oder viel früher in den Saal gehen. Doch trotz dieser altbekannten Probleme bleibt mein Urteil dasselbe wie in den vergangenen Jahren. Als Fan der japanischen Popkultur kommt man nach wie vor nicht an der AnimagiC vorbei. Die größte Messe ihrer Art in Deutschland vermag es trotz einiger kleiner Mängel jedes Jahr aufs Neue zu begeistern.


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