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Review: PRAGMATA [PlayStation 5]

27. Mai 2026,   
Autor: Bastian Budde

Die erste Ankündigung von Pragmata liegt bereits sechs Jahre zurück. Nach mehreren Verschiebungen zeigte sich Capcom nun endlich zufrieden mit dem Ergebnis und legte direkt einen erfolgreichen Release hin – und das, ohne auf einer etablierten IP aufzubauen. Ich war natürlich neugierig und kann euch jetzt meine Meinung zum Spiel geben. Bastian Budde

pragmata screenshot

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Vertraute Geschichte

Das Spiel beginnt mit einer Crew, die auf eine Mondbasis entsendet wird, zu der seltsamerweise kein Funkkontakt mehr hergestellt werden kann. Vor Ort herrscht totale Stille, und die Crew fragt sich, was hier geschehen ist. Die Stimmung ist bedrückend. Plötzlich passiert etwas, wodurch die gesamte Besatzung stirbt – mit Ausnahme unseres Protagonisten Isaac.

Ach ne, das war Dead Space. In Pragmata erleben wir die Geschichte aus Hughs Sicht. Obwohl Pragmata längst nicht so düster ist wie EAs Horror-Reihe, sind einige Parallelen nicht von der Hand zu weisen. Schließlich bietet auch der Kampf hier eine besondere Mechanik. Während in Dead Space noch Lasercutter zum präzisen Abtrennen von Körperteilen zum Einsatz kamen, steht in Pragmata das Hacking im Mittelpunkt. Doch auf diese Mechanik gehe ich später noch genauer ein.

Das Hacking ermöglicht uns Diana, ein Roboter-Mädchen der Pragmata-Produktreihe, das nach Hughs Verlust seiner Crew auf ihn stößt und sich ihm anschließt. Huckepack auf Hughs Rücken versuchen die beiden nun herauszufinden, was auf der Mondbasis geschehen ist. Auch wenn der The Last of Us-Vergleich naheliegt (ich sage nur: Giraffen), erinnert die Dynamik zwischen den beiden eher an das jüngst veröffentlichte Donkey Kong Bananza. Diana, das kleine Mädchen, das einen Freund fürs Leben gefunden hat, steht Hugh mit ihren Kräften zur Seite und wächst ihm schnell ans Herz.

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Hacking als Universalschlüssel

Auf dem Weg durch die verlassene Basis stoßen Hugh und Diana auf erheblichen Widerstand. Die Bord-KI hetzt nämlich allerlei Sicherheitsroboter auf die beiden vermeintlichen Eindringlinge. Praktisch also, dass wir jemanden dabeihaben, der hacken kann. Beim Anvisieren eines Gegners startet stets ein kleines Hacking-Minispiel, das unser Multitasking ordentlich auf die Probe stellt.

Während wir mit einem Auge den Feind im Blick behalten müssen, um seinen Angriffen auszuweichen oder selbst zu schießen, öffnet sich gleichzeitig ein Terminal auf dem Bildschirm, das wir parallel bedienen müssen. Das Terminal besteht aus viereckigen Feldern. Ein Cursor zeigt unsere aktuelle Position an, ein Zielfeld markiert das Feld, das wir erreichen müssen. Dazwischen liegen leere Felder sowie Felder mit bestimmten Modifikationen.

Theoretisch gelingt der Hack, sobald wir das Zielfeld erreichen. Sinnvoll ist es jedoch, auf dem Weg dorthin auch Mods mitzunehmen, um den Gegner zusätzlich zu schwächen, Hugh zu stärken oder den Hack sogar auf umliegende Feinde auszuweiten. Im Verlauf des Spiels schalten wir immer mehr Modifikationen frei, die wir zunächst ausrüsten müssen, bevor wir sie verwenden können.

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Über Munition müsst ihr euch keine großen Sorgen machen. Hughs Standardwaffe lädt sich mit der Zeit automatisch wieder auf. Alle anderen Waffen verfügen zwar über begrenzte Munition, aber Nachschub liegt eigentlich immer in eurer Nähe bereit. Das Einzige, was mir hier Schwierigkeiten bereitet hat, war das Auseinanderhalten der einzelnen Waffentypen. Rot markierte Waffen sind beispielsweise nur für den linken Waffenslot nutzbar. Wenn ich eine bestimmte Waffe gesucht habe, musste ich daher erst zu einer roten Waffe hinlaufen, um zu sehen, welche dort genau liegt. Die Waffen sind zwar sichtbar, aber mein Kopf nahm dabei stets nur die Farbe wahr.

Natürlich kommen Dianas Hacking-Skills auch bei Umgebungsrätseln zum Einsatz. So müssen wir etwa zunächst mit Diana einen Laser deaktivieren, bevor Hugh über einen Abgrund springen kann. Pragmata bietet damit nicht nur ein komplexes und unterhaltsames Kampfsystem, sondern auch einen gelungenen Mix aus Kampf, Rätseln und Platforming – sowohl mitten im Gefecht als auch beim Erkunden der Mondoberfläche.

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Vater-Tochter-Dynamik

Wenn ihr nach einem intensiven Kampf eine Pause braucht, könnt ihr einfach eine Leiter aufsuchen und in den Saferoom zurückkehren. Bedenkt jedoch, dass besiegte Gegner bei eurer Rückkehr wieder auftauchen. Im Saferoom dürft ihr euch entspannt zurücklehnen, eure Ausrüstung upgraden, euer Loadout für die nächste Erkundungstour planen oder Dokumente lesen. Später könnt ihr von hier aus auch neue Anzüge freischalten und Herausforderungen starten.

Oder ihr lasst euch von Diana das Ohr abkauen. Hugh und das kleine Roboter-Mädchen lernen sich in Dutzenden optionalen Dialogen besser kennen und verstehen. Die kleinen Charaktermomente reichen von Trauerverarbeitung bis hin zu neckischen Sprüchen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Vater-Tochter-Beziehung, die so charmant geschrieben und inszeniert ist, dass einem als Spieler das Herz aufgeht.

Allzu viel Logik solltet ihr dabei allerdings nicht erwarten. Dianas Charme entsteht gerade dadurch, dass sie so unwissend wirkt wie ein Menschenkind. Momente, in denen sie genau weiß, welche Auswirkungen Sonnenstrahlung auf die Erde hat und dies wissenschaftlich begründen kann, dann aber nicht versteht, dass Landesgrenzen nicht physikalisch in der Natur existieren – das muss man als Spieler einfach hinnehmen.

Ihr könnt Diana zudem „Read Earth Memories“ schenken. Dabei handelt es sich um gefundene 3D-Druckvorlagen von irdischen Objekten wie zum Beispiel einem Globus. Sie dekoriert damit euren Saferoom und entdeckt die Gegenstände mit kindlicher Neugierde. Ihr dabei zuzuschauen, weckt fast automatisch elterliche Gefühle.

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Mond geht auch interessant

Bei einer Mondbasis würde ich im ersten Moment von einem optisch eher anspruchslosen Spiel ausgehen: eine riesige Forschungsstation, verbunden mit einem Schienennetz, jeder Sektor mit der immer gleichen Architektur aus sterilen Laboren und weißen Fluren. Doch weit gefehlt. Nicht nur das Gameplay, sondern auch das Leveldesign kann in Pragmata mit seiner Abwechslung glänzen.

Jeder Abschnitt des Spiels wartet mit einem kreativen Setting darauf, von euch entdeckt zu werden. Von Wäldern bis hin zu ganzen Großstädten wirft Pragmata den Spieler immer wieder in neue Szenarien, die sich frisch anfühlen. Neue Mechaniken sorgen ebenfalls dafür, dass sich neue Gebiete spielerisch klar von vorherigen unterscheiden.

Einzig das letzte Gebiet zieht sich leider etwas in die Länge. Hier wären ein paar kleinere Levels zwischen den großen Bereichen des Spiels schön gewesen, während sich der finale Sektor stärker auf den eigentlichen Bosskampf hätte konzentrieren können.

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Schwierigkeitsgrad und Postgame

Ihr könnt jederzeit in bereits besuchte Gebiete zurückkehren, um liegengebliebene Sammelgegenstände einzusammeln. Notwendig ist das für den Abschluss der Story aber nie. Trotzdem kann Pragmata euch bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad einiges abverlangen. Auch wenn das Spiel nicht an den Anspruch eines Soulslikes heranreicht, fühlte ich mich selbst mit bestmöglicher Ausrüstung noch gefordert. Das Sammeln von Materialien kann euch daher helfen, besser auf Bosskämpfe vorbereitet zu sein.

Spätestens nach dem Abschluss der Hauptgeschichte verlangt das Spiel allerdings zu 100 % abgeschlossene Gebiete von euch. Wenn ihr euch also in ein paar Stunden in Bonusherausforderungen stürzen wollt, lohnt es sich, unterwegs alles einzusammeln, was euch in die Finger kommt.

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Synchro und Sounddesign

Die Musik und Geräuschkulisse in Pragmata gehören zu den großen Stärken des Spiels. Der Soundtrack bleibt zwar nicht unbedingt im Ohr, trifft aber jederzeit genau die Stimmung der jeweiligen Szene. Im Saferoom könnt ihr den Hintergrundtrack sogar selbst aus einer Reihe von Kompositionen auswählen, damit sich wirklich jede Art von Spieler wohlfühlt.

Darüber hinaus ist das Spiel komplett auf Deutsch vertont, unter anderem mit der herausragenden Arbeit von Vincent Fallow (Hugh) und Jana Dunja Gries (Diana). Die gelungene Synchronisation wirkt sich sogar direkt auf das Gameplay aus. Diana warnt Hugh nämlich zuverlässig vor Angriffen aus dem toten Winkel, sodass sie fast wie ein zweites Paar Augen fungiert. So behaltet ihr stets den gesamten Raum im Blick – selbst dann, wenn die Kamera gerade auf andere Gegner gerichtet ist.

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Fazit

Pragmata ist ein kurzweiliges Meisterwerk, das sein Versprechen eines einzigartigen Kampfsystems und einer liebevoll erzählten Geschichte zwischen einem Mann und einem Roboter-Mädchen voll und ganz einhält. Das Spiel versprüht das typische Capcom-Feeling, wie man es aus Resident Evil kennt, kommt dabei aber ohne übermäßige Düsterkeit und Brutalität aus. Pragmata eignet sich dadurch auch hervorragend als Einstieg für jüngere Spieler, die erstmals in ein größeres Sci-Fi-Actionspiel von Capcom reinschnuppern möchten.

Gebiete und Gameplay bleiben bis zum Abspann abwechslungsreich und unterhaltsam. Alle sammelbaren Inhalte sind optional, bieten aber nötige Unterstützung bei der Vorbereitung auf Bosskämpfe. Unterm Strich liefert Pragmata eine rundum gelungene Spielerfahrung, die das Fundament für den Start einer neuen Reihe ebnet.

Kurzfazit

Capcom liefert mit Pragmata einen echten Überraschungshit auf einem Qualitätsniveau, das sich absolut sehen lassen kann. Die emotionale Charaktergeschichte, das frische Kampfsystem und die kreativen Level sorgen zusammen für ein kurzes, aber intensives Erlebnis, das sich deutlich von vielen anderen AAA-Titeln im Sci-Fi-Genre abhebt.

Bilder: ©CAPCOM

Pro

  • Charmante Vater-Tochter-Dynamik
  • Innovatives Kampfsystem
  • Abwechslungsreiche Level
  • Fairer Schwierigkeitsgrad

Contra

  • Aufhebbare Waffen leicht verwechselbar
  • Schwaches letztes Gebiet
9.0
10
Story/Umfang:
Gameplay:
Grafik:
Soundtrack:
Themen:
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