Was wäre, wenn Japan in den 1960er-Jahren zur dominierenden Wirtschaftsmacht geworden wäre und große Teile der USA aufgekauft hätte? Genau diese ungewöhnliche Ausgangslage nutzt Showa American Story für sein postapokalyptisches Action-RPG. Ich durfte auf der Gamescom bereits einen kurzen Blick in das Spiel werfen – und eines wird dabei schnell klar: Langweilig wird es zumindest im Kampf nicht.
Im Mittelpunkt steht Choko, eine junge Frau, die nach ihrem eigenen Tod auf mysteriöse Weise wieder zum Leben erwacht. In einer von Zombies und anderen Gefahren heimgesuchten Welt macht sie sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Schwester und versucht gleichzeitig, die Geheimnisse ihrer eigenen Wiederauferstehung zu lüften. Ihre Reise führt sie quer durch ein völlig verdrehtes Amerika, in dem japanische und amerikanische Popkultur aufeinanderprallen.
Wuchtige Kämpfe mit ordentlich Blut
Mein persönliches Highlight der Anspielsession war eindeutig das Kampfsystem. Die Kämpfe sind schnell, wuchtig und ausgesprochen blutig. Verschiedene Kombos sorgen dafür, dass selbst kleinere Gegnergruppen ordentlich eins auf die Mütze bekommen. Für zusätzliche Abwechslung sorgt das umfangreiche Waffenarsenal. Neben den klassischen Waffen tauchen immer wieder ziemlich verrückte Exemplare auf.
So lässt sich beispielsweise eine große Flagge als Prügelwerkzeug verwenden. Noch kurioser wird es mit einem riesigen Bohrschrauber, den Choko kurzerhand aufsetzt und damit ihre Gegner bearbeitet. Gerade diese ungewöhnlichen Waffen passen hervorragend zum eigenwilligen Stil des Spiels und wecken die Neugier, welche weiteren absurden Werkzeuge im späteren Spielverlauf auf uns warten.
Weniger spektakuläre Wellt
Die Präsentation von Showa American Story konnte mich dagegen weniger überzeugen. In der angespielten Sequenz ging es einen Berg hinauf in Richtung eines Dorfes. Choko wurde dabei von zwei Verbündeten begleitet, von denen einer im Rollstuhl saß. Auf dem Weg tauchten regelmäßig kleinere Gegnergruppen auf, die sich zwar unterhaltsam bekämpfen ließen, die Reise selbst aber eher unspektakulär wirken ließen. Ich lief ein paar Meter, bekämpfte eine Gruppe, die einen Mann ausraubte, und lief dann weiter. Nach ein paar Metern bekämpfte ich eine Gruppe, die genauso aussah wie die vorherige. Auch diese Gruppe bedrohte gerade jemanden.
Und auch die Umgebung bot bislang wenig Überraschungen. Neben einigen generischen Zeltlagern fand ich vor allem kleinere Sammelgegenstände wie signierte Baseballs, Feuerzeuge und Heilgegenstände. Die Optik selbst hinterlässt dabei einen ordentlichen Eindruck, wirkte in der Demo allerdings stellenweise noch etwas schwammig. Dafür wird bei den Kämpfen nicht mit Blut gegeizt. Kurios ist allerdings, dass Choko nach einem Kampf plötzlich wieder klinisch sauber dasteht, obwohl noch vor wenigen Sekunden ordentlich Blut durch die Gegend geflogen ist.
Schwächen im Gameplay
Auch beim Levelsystem sehe ich noch Verbesserungsbedarf. Während eines laufenden Kampfes stieg Choko eine Stufe auf, woraufhin das Spiel die Action unterbrach, um den Levelaufstieg und die verbesserten Werte einzublenden. Gerade in einem schnellen Kampfsystem wirkt eine solche Unterbrechung störend. Eleganter wäre es meiner Meinung nach, wenn solche Informationen in ruhigeren Momenten, zum Beispiel nach einem Kampf, eingeblendet würden.
Die Dialogauswahl war in den ersten Minuten ebenfalls noch recht überschaubar. Ob sich daraus tatsächlich interessante Entscheidungen entwickeln oder die Gespräche eher Mittel zum Zweck bleiben, lässt sich nach dieser kurzen Spielzeit allerdings noch nicht beurteilen.
Ersteindruck
Nach der kurzen Gamescom-Demo lässt sich natürlich noch kein endgültiges Urteil fällen. Mein erster Eindruck ist, auch wenn es vielleicht nicht so klingt, durchaus positiv. Vor allem die abwechslungsreichen und wuchtigen Kämpfe haben mir Spaß gemacht und könnten eine große Stärke von Showa American Story sein. Beim Anspielen musste ich häufig an die Yakuza-Reihe denken. Diese ist inzwischen ja auch sehr beliebt und dient in diesem Fall sicherlich als Inspirationsquelle.
Gleichzeitig muss das Spiel bei der Inszenierung und der Gestaltung seiner Welt noch zeigen, was wirklich in ihm steckt. Die ungewöhnliche Ausgangslage, der schräge Mix aus japanischer und amerikanischer Kultur sowie die vielen kuriosen Waffen bieten jedenfalls genügend Potenzial. Nach diesem ersten Einblick bleibt deshalb vor allem eines: Ich will wissen, was noch kommt.
Showa American Story ist bislang nur für Playstation 5 und PC angekündigt. Weitere Plattformen stehen noch aus. Ein Release-Datum steht ebenfalls nicht fest.

FOLGE PATTOTV AUF