Guns of Eschaton

»Guns of Eschaton« Gamescom Demo – Soulslike im Wilden Westen

27. August 2026,   
Autor: Stefan Ibels

Was passiert, wenn man die düstere Atmosphäre eines Soulslikes mit einem apokalyptischen Western und der Ego-Perspektive eines Shooters kombiniert? Guns of Eschaton liefert darauf eine ziemlich ungewöhnliche Antwort. Nachdem ich es auf dem Gamescom ausprobieren durfte, bleibt vor allem der Eindruck hängen, dass das Spiel definitiv anders ist. Gerade das macht es jedoch interessant.

Erst beobachten, dann schießen

Die Welt von Guns of Eschaton befindet sich nach einem übernatürlichen Ereignis namens The Burning im völligen Chaos. Der amerikanische Süden ist von Monstern, okkulten Mächten und mysteriösen Ereignissen gezeichnet, während wir als Gunslinger durch die Ruinen dieser untergegangenen Welt ziehen. Dabei verbindet das Spiel klassische Western-Elemente mit Horror und übernatürlicher Mythologie. Hinter dem Projekt steht unter anderem das kreative Vermächtnis des verstorbenen Viktor Antonov, der als Art Director unter anderem an Half-Life 2 und Dishonored beteiligt war.

Bereits das kurze Tutorial zeigt, dass Guns of Eschaton kein gewöhnlicher Ego-Shooter sein möchte. Ein zentrales Element ist ein Buch, das Informationen über die verschiedenen Gegner liefert. Dort erfahren wir nicht nur, wo ein Feind besonders verwundbar ist, sondern teilweise auch, in welcher Reihenfolge wir seine Schwachstellen treffen sollten. Natürlich kann man auch einfach auf den Gegner draufhalten, allerdings verursacht man dadurch deutlich weniger Schaden. Wer also möglichst effizient kämpfen möchte, sollte sich die Informationen aus dem Buch zu Herzen nehmen. Das sorgt für einen interessanten taktischen Ansatz. Anstatt einfach nur möglichst schnell zu schießen, muss man die Gegner zunächst analysieren und überlegen, wie man ihn am effektivsten ausschaltet.

Guns of Eschaton

Realistisches Gunplay

Auch das eigentliche Gunplay hebt sich von gewöhnlichen Shootern ab. Nach dem Nachladen ist ein Revolver zwar grundsätzlich bereit, allerdings muss man nach dem ersten Schuss zunächst nochmal der Hahn spannen, wie es bei einem echten Revolver ebenfalls der Fall ist. Erst ein weiterer Mausklick feuert die Waffe dann tatsächlich ab. Zusätzlich muss sich die Kugel auch in der richtigen Position der Revolvertrommel befinden. Mittels des Mausrad lässt sie sich verschieben, damit man sie abfeuern kann. Das wirkt zunächst ungewohnt und erhöht gerade zu Beginn den Schwierigkeitsgrad, doch nach kurzer Eingewöhnung wirkt die Mechanik durchaus passend zum Spiel.

Zusätzlich ist Munition nicht unbegrenzt vorhanden. Man steht zwar nicht nach wenigen Schüssen komplett ohne Kugeln da, sollte seine Munition aber trotzdem nicht verschwenden. Das Zusammenspiel aus knappen Ressourcen, Gegner-Schwachstellen und dem besonderen Waffenhandling sorgt damit für ein deutlich taktischeres Gunplay, als man es bei einem Western-Shooter vielleicht erwartet.

Guns of Eschaton

Soulslike-Strukturen mit Western-Flair

Auch beim Leveldesign orientiert sich Guns of Eschaton deutlich an bekannten Soulslikes. Die bisher angespielten Bereiche waren zwar nicht komplett linear, gleichzeitig aber relativ klein, verwinkelt und voller Abzweigungen. Man kann beispielsweise Häuser betreten und die Umgebung nach Items und weiteren Geheimnissen durchsuchen. Für Orientierung sorgen dabei unterschiedliche Flammen. Gelbe Flammen weisen auf einsammelbare Gegenstände hin, während hellblaue Flammen auf Story-Inhalte aufmerksam machen. Gerade die hellblauen Flammen passen hervorragend zum Soulslike-Konzept. Die Geschichte wirkt bereits in der kurzen Demo eher mysteriös und verschachtelt. Wer wirklich verstehen möchte, was in dieser Welt passiert, muss also genauer hinschauen und die Umgebung erkunden.

Sheriff, Jäger oder Scharfschütze

Bei der Charakterauswahl bietet Guns of Eschaton ebenfalls verschiedene Möglichkeiten. In der Demo habe ich den Sheriff gespielt, der mit einem Revolver als Hauptwaffe unterwegs ist. Alternativ stehen unter anderem ein Jäger mit Schrotflinte und ein Adlerauge mit Scharfschützengewehr zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es zwei Charaktere, die sich mehr mit Magie auskennen.

Wie flexibel sich diese Klassen später wechseln lassen und ob man seinen Charakter während des Spiels problemlos an den eigenen Spielstil anpassen kann, konnte ich in der kurzen Anspielzeit allerdings noch nicht beurteilen. Zusätzlich verfügen die Charaktere über Spezialfähigkeiten. Auch davon konnte ich noch nicht genug sehen, um eine abschließende Einschätzung abzugeben. Die Entwickler versprechen aber verschiedene Waffen, Spezialmunition, Talismane und okkulte Fähigkeiten, mit denen sich unterschiedliche Builds erstellen lassen sollen.

Abgedrehte Gegner

Optisch konnte Guns of Eschaton bei mir ebenfalls punkten. Die Grafik gefällt mir bereits in der Demo ausgesprochen gut und unterstützt die ungewöhnliche Mischung aus Western, Horror und Okkultismus. Vor allem das Gegnerdesign dürfte Fans von Soulslikes gefallen. Die Kreaturen sind teilweise ziemlich abgedreht und weit davon entfernt, einfach nur gewöhnliche Western-Gegner zu sein. Das machte der Bosskampf am Ende der Demo deutlich. Dort bekam ich es mit einer ziemlich bizarren Kreatur zu tun.

Ein riesiges Auge, welches aus einem wurmartigen Körper hervortrat, wollte es mit meinem Revolver aufnehmen. Dazu flogen planetenähnliche Objekte und andere Augen um das Große herum. Abgefahren trifft es hier wohl ziemlich gut. Gleichzeitig passte der Kampf hervorragend zum ungewöhnlichen Stil des Spiels. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich momentan allerdings die Perspektive. Die Kamera war zumindest bei meiner Anspielstation für meinen Geschmack etwas zu nah am Charakter. Teilweise hatte ich fast das Gefühl, direkt auf die eigene Hand zu schauen. Ob das an den Einstellungen der Demo lag, lässt sich natürlich noch nicht beurteilen.

Guns of Eschaton

Ersteindruck

Nach meiner kurzen Anspielzeit hinterlässt Guns of Eschaton einen überraschend positiven Eindruck. Das Spiel nimmt bekannte Soulslike-Mechaniken und kombiniert sie mit einem Setting, das man in dieser Form eher selten sieht. Statt Schwertern und Schilden gibt es Revolver, Schrotflinten und Scharfschützengewehre. Gegner lassen sich nicht einfach nur mit möglichst vielen Kugeln bekämpfen, sondern erfordern ein wenig Analyse. Gleichzeitig sorgen begrenzte Munition und das ungewöhnliche Waffenhandling dafür, dass selbst ein simpler Schuss etwas mehr Überlegung erfordert. Gerade diese Mischung macht dieses Spiel interessant. Vor allem die Frage, wie abwechslungsreich die Gegner, Level und Charakter-Builds über die komplette Spielzeit bleiben, muss das fertige Spiel noch beantworten.

Mein erster Eindruck fällt dennoch klar positiv aus. Das Gunplay ist ungewöhnlich, das Gegnerdesign macht neugierig und die Mischung aus Western, Horror und Soulslike funktioniert zumindest in der angespielten Demo erstaunlich gut. Ich bin deshalb definitiv gespannt, was Guns of Eschaton im weiteren Spielverlauf noch aus seinem ungewöhnlichen Konzept herausholt.

Guns of Eschaton erscheint noch dieses Jahr für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC.

Trailer zu »Guns of Eschaton«:


Quelle: Gamescom, PlayStation via YouTube Bilder: © 4Divinity Pte. Ltd., 2026

Themen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Share via
Copy link