Review: Serial Experiments Lain – Gesamtausgabe [Blu-ray]

28. November 2017,   
Autor: Patrick Snir

Am 25. August erschien bei nipponart die Gesamtausgabe der Drama-Anime-Serie Serial Experiments Lain, die in Japan von Juli bis September 1998 ausgestrahlt wurde. Hierzulande erschien der Anime erstmals 2004 auf vier Volumes beim ehemaligen Anime-Publisher SPVision. Als das in Hannover ansässige Unternehmen 2010 Insolvenz meldete, übernahm nipponart die meisten Titel des SPV-Katalogs – so auch Serial Experiments Lain. Wie mir der Drama-Klassiker gefiel, verrate ich euch in diesem Review. Patrick Snir

Das neue Leben im “Wired”

Die 13-jährige Lain Iwakura hatte noch nie etwas mit Computern und der virtuellen Welt am Hut. Ganz anders ist aber ihr Vater: Er ist ein sehr technik- und computeraffiner Mensch. Sein Arbeitszimmer sieht aus wie ein Serverraum und außerhalbs seinens Zimmer sieht man ihn nur selten. Lain lebt zusammen mit ihrem Vater Yasuo Iwakura, ihrer kühlen Mutter Miho Iwakura und ihrer ausdruckslosen, älteren Schwester Mika in einem Vorort der japanischen Hauptstadt Tokio.

Eines Abends springt die Achtklässlerin Chisa Yomoda, die in die gleiche Klasse wie Lain ging, von einem Hochhaus in der Großstadt Tokio und begeht somit Selbstmord. Doch als sei das nicht schon genug, erhalten mehrere Mitschüler aus ihrer Klasse am Folgetag eine kryptische E-Mail von ihr. Einige Mitschüler erhalten eine E-Mail für einen sogenannten Hoax, einen Scherz übers Internet. Auch Lain erhält so eine E-Mail von Chisa, gleichzeitig offenbart sie aber noch in Echtzeit über Wired, ein Computer-Netzwerk, wie bei uns das Internet, dass sie nicht gestorben ist, sondern nur ihren Körper hat liegen lassen und ihren Gott in der Wired gefunden hat. Lain wurde immer neugieriger, sodass sie selber nachforschen und den Ereignissen auf den Grund gehen möchte. In der Zwischenzeit wird Lain aber von ihrer Klasse verdächtigt und beschuldigt, die kuriose E-Mail selbst verschickt zu haben. Die einzige Person, die zu ihr hält, ist ihre Freundin und Klassenkameradin Mizuki.

Während dieser Zeit geht Lain mit Alice und weiteren Freunden ihrer Klasse in den Cyberia-Club in Shibuya. Als es plötzlich zu einem seltsamen Ereignis kommt stellt Lain fest, dass in der “Wired” eine sehr bekannte Lain existiert. Auch andere in ihrem Alter besuchen diesen Club: Taro, ein Computer-Genie, hilft ihr und beantwortet ihre Fragen, da sie sich mit Computer und Technik noch nie auseinandergesetzt hat und demnach nicht viel versteht. Taro hält sie für die bekannte Lain in der Wired, weiß aber nicht, dass sie es nicht ist.

Bild und Animation

Die 13-teilige Anime-Serie wurde von Animationsstudio Triangle Staff Corp. unter der Leitung von Yasuyuki Ueda und Shōjirō Abe adaptiert. Erstmals wurde die Serie von Juli bis September 1998 auf dem Fernsehsender TV Tokyo ausgestrahlt. Hierzulande erschien die Drama-Serie 2004 auf insgesamt vier Volumes beim ehemaligen Anime-Publisher SPVision.

Ehrlich gesagt war ich mit dem Bild nicht sehr zufrieden, auch wenn ich mir im Klaren darüber bin, dass es sich hier um eine Serie handelt, die schon knapp 20 Jahre auf dem Buckel hat. Der Kontrast passte zwar hervorragend zur Stimmung und zum Genre des Animes, traf aber nicht meinen persönlichen Geschmack. Ganz anders sieht es aber bei den Animationen aus: Super Animationen konnten man im Verlauf der 13-teiligen Serien erkennen, die für das Produktionsjahr etwas Besonderes waren. Das Animationsstudio Triangle Staff Corp., das sehr für seine Drama-Animes bekannt ist, hat gute Arbeit geleistet, die sich auch gut 20 Jahre später noch sehen lässt.

Deutsche Umsetzung und Musik

Die Synchronisationsarbeiten fanden im Berliner Brandtfilm-Studio statt.

Generell habe ich Stimmen vernommen, die ich durchaus passend fand. So auch unsere Protagonistin. Sie wurde von der deutschen Synchronschauspielerin Manja Doering vertont. Auch Jochen Schröder, der unserem Professor Hodgeson seine Stimme geliehen hat, hat eine super Arbeit geleistet. Die schöne tiefe und raue Stimme passt hervorragend zum Professor. Allerdings muss ich die Asynchronität, die das Schauen an manchen Stellen sehr schwierig gestaltet hat, deutlich bemängeln. Auch wenn es nicht durchgehend asynchron war, fand ich es sehr schade, dass man damals nicht auf diese kleinen Details geachtet hat.

Nichtsdestoweniger war die Musik stets mystisch, was zum Genre an sich passte und die Atmosphäre gut vermittelte. An sich muss ich sagen, dass man die Serie sich lieber ruhig am Abend ansehen soll. Denn da wirken alle Ereignisse besser.

Fazit

Eine sehr schöne, spannende und fesselnde Drama-Anime-Serie hat sich nipponart sichern können, um somit nochmal den Anime als Gesamtausgabe und erstmals auch auf Blu-ray zu veröffentlich. Ich bin immer wieder an alte „Klassiker“ interessiert, die ich noch nicht gesehen habe und mich vom Titel oder der ein oder anderen Beschreibung anspricht. So kannte ich die Serie schon, da ich sie mir schon vor knapp 5 Jahren auf DVD gekauft habe.

Neben der fesselnden Story gab es etwas schwächere Bilder. Auch wenn der Kontrast der Bilder zum Genre und der Stimmung im Anime hervorragend passte, hat es mir nicht wirklich gefallen. Dennoch waren die Animationen genial und lassen vielleicht den ein oder anderen stauen, dass schon vor fast 20 Jahren Anime-Serien existierten, deren Animationen ein Augenschmaus waren. Die Musik war einer der Pluspunkte im Anime, da sie zur Stimmung passte und durch die durchgehend starke Story den Zuschauer begleitet hat. Während die meisten Synchronstimmen ausgezeichnet ihre Stimme vertont haben, gab es einige Szenen im Anime, die asynchron waren. Auch wenn es mich ein wenig enttäuscht und gestört hat, muss man von Glück sprechen, dass nicht der ganze Anime asynchron war.

All in one kann ich sagen, dass ich mit der Gesamtausgabe (auf Blu-ray) mehr als zufrieden war und jedem den Anime weiterempfehlen würde, der sich gerne mit dem Drama-Genre auseinandersetzt und alte Klassiker mag.

Des Weiteren bedanken wir uns bei nipponart Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Bilder und Trailer:
© 1998 Triangle Staff/Pioneer LDC
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