Review: PSYCHO-PASS: Mandatory Happiness [PC]

1. Juli 2017,   
Autor: Patrick Snir

Bereits 2015 erschien das Visual Novel zum Anime Psycho Pass für die XBox One. Endlich zieht nun NIS America nach und bringt neben einer Playstation-4- und VITA Version auch eine PC Version auf den Markt. Kann der moderne Psycho-Krimi auch als Spiel überzeugen? Mario Nguyen

Das zukünftige Japan besitzt eine einzigartige Art, Verbrechen zu bestrafen und sie sogar oftmals zu vermeiden. Dank des Sibyl-Systems, dass die psychische Verfassung eines Menschen lesen kann, können potenzielle Verbrecher schon vor ihren Taten festgenommen und wahlweise in Therapie gestellt werden oder sogar direkt eliminiert werden. Dies wird durch zahlreiche Straßenscanner sowie spezielle, präventive Polizeieinheiten ausgeführt, die den sogenannten Dominator, eine Schusswaffe mit eingebautem Psycho-Pass Scanner mit sich führen. Außerdem erhalten die Inspektoren Hilfe von Vollstreckern. Vollstrecker sind latente Verbrecher, deren Psycho-Pass so hoch ist, dass sie eigentlich in Therapie müssten, allerdings aufgrund ihrer Menschenkenntnis dazu genutzt werden, Verbrecher zu jagen und deren Denkmuster zu erkennen. Wir übernehmen in Psycho-Pass: Mandatory Happiness wahlweise den jungen Vollstrecker Takuma Tsurugi, der nebenbei noch auf der Suche nach seiner Kindheitsfreundin ist, oder die an Amnesie leidende Inspektorin Nadeshiko.

Eine künstliche Intelligenz in einem Roboter?

Wir möchten natürlich nicht allzu viel von der Story verraten, da ein Visual Novel beinahe einzig und allein durch seine spannende Geschichte punktet. Der Kernpunkt von Psycho-Pass: Mandatory Happiness ist allerdings das Auftauchen einer künstlichen Intelligenz, die es Menschen erlaubt, ihre innersten Wünsche auszuleben. Dabei hat diese Intelligenz Zugriff zu vielen internen Sicherheitssystemen und behindert dabei uns Inspektoren bei der Arbeit. Im Spiel werden wir verschiedenen Fällen zugeordnet , wobei wir durch kleine Entscheidungen, den Spielverlauf beeinflussen können. An der Hauptstory ändert sich dabei nichts. Allerdings haben unsere Entscheidungen Einfluss darauf, ob wir bei einem Fall eine Person retten oder ein weiteres Todesopfer auf unserer Liste eintragen müssen. Außerdem beeinflussen wir auch noch das Ende des Visual Novel, da es mehrere mögliche Enden gibt. Dank Überspringen-Funktion wird mehreres Durchspielen, um alle Ausgänge zu sehen, erleichtert.

Eliminieren oder Rehabilitieren?

Psycho-Pass: Mandatory Happiness macht als Visual Novel einen soliden Eindruck, leider aber auch nicht mehr. Die Geschichte ist gut erzählt und bleibt durchwegs spannend, zum Glück wurden auch die originale Musik des Animes verwendet. Leider ist das Gameplay kaum erwähnenswert und hält sich strikt an den 08/15 Visual Novel. Da hilft es auch nicht, dass der Spieler einen eigenen Psycho-Pass besitzt. Grafisch bleibt es dem Anime treu und bedient sich sehr schönen gezeichneten Umgebungen. Der Visual Novel ist in Japanisch synchronisiert und enthält leider nur englische Untertitel, deutsche Fans werden deswegen mit einigen fremden Begriffen konfrontiert. Eine Galerie mit Artworks und Bildern können wir übrigens auch freischalten. Dabei müssen wir ähnlich wie in dem Spieleklassiker Bejeweled Klötzchen aneinander reihen um diese verschwinden zu lassen, was eine nette Dreingabe ist. Solche Minispiele hätten im Hauptspiel vielleicht für etwas mehr Abwechslung gesorgt.

FAZIT

Als Fan von Visual Novels und dem Anime habe ich mich sehr über Release von Psycho-Pass: Mandatory Happiness gefreut und wurde insgesamt auch nicht enttäuscht. Die Geschichte ist typisch Psycho-Pass und jeder Charakter hat auch seine übliche Persönlichkeit und eben seine Ticks. Leider vermasselten die Entwickler allerdings, das Spiel herrausragend zu gestalten. Eine zu kurze Spielzeit mit zu wenig Eingriff in die Story führen zu Langeweile bei mehrmaligem Durchspielen. Dabei sind Visual Novels gerade dafür bekannt, dass man sie mehrmals durchspielen will, um auch alles freizuschalten. Gerade neue Fans von Visual Novels werden höchstwahrscheinlich enttäuscht, da Psycho-Pass: Mandatory Happiness – zumindest im Vergleich zu neueren Genrekonkurrenten wie Steins;Gate, Danganronpa oder der Ace Attorney Reihe keinerlei Interaktivität bietet.

Des Weiteren bedanken wir uns bei NIS America für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

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Bilder und Trailer:
© PSYCHO-PASS Committee
© MAGES./5pb. © Fuji Television Network, Inc. Licensed to and published by NIS America, Inc.
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