Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück Review

Review: Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück [Nintendo Switch]

12. November 2023,   
Autor: Bastian Budde

Mehr als fünf Jahre sind seit dem Erscheinen des Nintendo-3DS-Spiels Meisterdetektiv Pikachu vergangen. Damals traf der junge Tim Goodman auf das Pokémon Pikachu, das Partner-Pokémon seines verschwundenen Vaters, der ebenfalls Detektiv war. Pikachu hatte durch Amnesie seine Elektro-Fähigkeiten verloren, konnte aber mit Tim kommunizieren, der als Einziger in der Lage war, Pikachu zu verstehen. Gemeinsam machten sie sich auf die (erfolglose) Suche nach Tims Vater und lösten zusammen einige Fälle. Seit dem 6. Oktober 2023 ist der Nachfolger Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück für die Nintendo Switch erhältlich. Ob es sich lohnt, den Notizblock zu zücken oder ihr eure Zeit lieber in Pokémon Karmesin und Purpur investieren solltet, erfahrt ihr in unserem Review. Stefan Ibels

Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


 Die Abenteuer des Sherlock … äh … Pikachus

Ich mag gute Detektivgeschichten. Es gibt viele, die wirklich gute Geschichten erzählen und bei denen man lange miträtselt, wer nun der Täter ist. Das funktioniert auch sehr gut in Videospielen. L.A. Noir von Rockstar Games ist ein gutes Beispiel, aber auch die Ace Attorney-Reihe ist klasse. Meisterdetektiv Pikachu auf dem Nintendo 3DS war es leider nicht und auch Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück auf der Nintendo Switch knüpft leider daran an.

Natürlich wusste ich von Anfang an, dass Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück vermutlich kein Meilenstein der Videospielgeschichte wird und sich an ein jüngeres Publikum richtet. Aber warum Nintendo? In Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück wird es schlicht und einfach nie spannend. Die Rätsel sind so simpel, dass es eigentlich unmöglich ist, sie nicht zu lösen. Die Prämisse, gemeinsam mit einem sprechenden Pokémon Fälle zu lösen, ist interessant, aber das Spiel schöpft das vorhandene Potenzial nie aus.

Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück

Den Großteil der Ermittlungen befragt man Menschen und dank Pikachu eben auch Pokémon. Zwar gibt es im Vergleich zum Vorgänger einige spielerische Erweiterungen, diese sind jedoch eher belanglos. So kann man nun mit einem Fukano dem Geruch einer Person folgen, allerdings drückt man dazu nur einen Knopf und läuft dann der bunten Spur hinterher. Ähnlich sinnlos sind die neuen Quick-Time-Events, die man eigentlich gar nicht verlieren kann. Im richtigen Moment genügt es, den A-Knopf zu drücken, und das war’s.

Um euch einen kleinen Eindruck davon zu geben, was euch an Geschichten hier erwartet, möchte ich euch kurz den Einstieg in die Story beschreiben. Die Geschichte spielt zwei Jahre nach dem ersten Teil. Tim Goodman und sein Partner Pikachu sind nach den Ereignissen in Teil 1 berühmt geworden und zu ihren Ehren wird eine Feier veranstaltet. Dabei soll ihnen ein Orden verliehen werden. Doch ein plötzlich auftauchendes Pokémon stört die Feier und sorgt für einigen Aufruhr. Anstatt eine spannende Verfolgungsjagd zu starten, machen wir uns lieber auf die Suche nach Pikachus verlorener Mütze. Diese zu finden, erweist sich aber als ebenso einfallslos. Schon im nächsten Abschnitt finden wir sie in einem umgestürzten Apfelstand.

Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück

Gameplay ohne Geistesblitz

Wie bereits im vorherigen Abschnitt angedeutet, ist weder die Story noch das Gameplay besonders fesselnd. Die Fälle werden gelöst, indem Hinweise gesammelt, Menschen und Pokémon befragt und Tatorte genau unter die Lupe genommen werden. Wenn man genügend Hinweise gesammelt hat, lassen sich verschiedene Schlüsse ziehen, um die Rätsel zu lösen. Doch was passiert, wenn man zu einem falschen Schluss kommt? Pikachu weist euch darauf hin und verhindert damit jegliches Scheitern.

Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück

Falls ihr also aus irgendeinem Grund nicht sofort auf die richtige Lösung kommt, probiert ihr einfach alle möglichen Antworten aus, bis ihr die richtige habt. Übrigens wird es euch vermutlich öfter passieren, dass ihr schon vor Tim und Pikachu die richtige Schlussfolgerung gezogen habt. Das macht aber auch nichts, denn ihr müsst erst alle Hinweise sammeln, die das Spiel von euch verlangt, bevor ihr im Spiel die richtigen Schlüsse ziehen könnt. Das ist auch bei dem Mädchen mühsam, das einem ständig Quiz-Fragen stellt. Selbst wenn einem bereits bewusst ist, welches Pokémon die richtige Antwort ist, müsst ihr erst zu dem besagten Pokémon laufen, um ihr die richtige Antwort geben zu können. Spannendes Quest-Design sieht anders aus.

Für Abwechslung sollen die erwähnten Quick-Time-Events sorgen sowie andere Pokémon, die euch kurzfristig helfen. So könnt ihr mit Fukano Spuren erschnüffeln oder mit einem Flampivian Hindernisse zerstören. Das Ganze ist leider nicht viel mehr als schmückendes Beiwerk.

Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück

Nintendo und Technik

Nun, was soll ich sagen? Wer den letzten Teil der Hauptreihe Pokémon Karmesin und Purpur gespielt hat, weiß, wie schwach ein Pokémon-Spiel im Jahr 2023 aussehen kann. Zwar sehen wir neben Rime City auch alte Ruinen, schön ist davon allerdings herzlich wenig. Schwache, teils matschige Texturen und ein allgemein altbackener Look trüben neben dem schwachen Gameplay und der Story leider auch die technische Seite. Zudem stören ständige Ladezeiten, sobald man einen der vielen kleinen Bereiche verlässt.

Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück

Eine Sprachausgabe ist zwar vorhanden, aber leider zum Leidwesen der jüngeren Spieler nur in Englisch oder Japanisch wählbar. Die immer wieder auftauchenden kurzen Zwischensequenzen mit Ton sind charmant und lockern das Spiel etwas auf. Zudem gibt es sehr viel Text, was vor allem die jüngere Zielgruppe ebenfalls abschrecken könnte.

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Fazit

Sorry Nintendo, aber das war leider nichts. Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück hat mich auf ganzer Linie enttäuscht. Die Story hat charmante Punkte, bleibt aber blass und austauschbar. Das Gameplay ist langweilig, bietet kaum nennenswerte Abwechslung und die Fälle sind bis auf ein, zwei Ausnahmen alle viel zu einfach. Die Technik ist gewohnt veraltet und das junge Publikum, das man wohl am ehesten ansprechen wollte, wird durch die fehlende Sprachausgabe und den vielen Text eher abgeschreckt.

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Das ungleiche Duo Tim und Pikachu hatte schon im Vorgänger so viel Potential, doch Nintendo verpasst es wieder einmal, eine gute und vor allem spannende Geschichte zu erzählen. Immerhin bekommen Fans des Vorgängers nach fünf Jahren einen Abschluss der Geschichte. Immerhin brauche ich keinen dritten Teil mehr.

Kurzfazit

Wer den Vorgänger mochte, wird mit Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück wahrscheinlich nicht viel falsch machen. Wer aber ein anspruchsvolles Detektivspiel mit knackigen Rätseln und einer abwechslungsreichen Geschichte sucht, dem rate ich, sich den Kauf gut zu überlegen.

Bilder: ©2023 Pokémon. ©1995–2023 Nintendo / Creatures Inc. / GAME FREAK inc. Developed by Creatures Inc. Pokémon and Nintendo Switch are trademarks of Nintendo.

Pro

  • Knuffige Pokémon
  • Charmantes Detektiv-Duo

Contra

  • Schwache Geschichte
  • Viel zu leichte Rätsel
  • Veraltete Technik
  • Kaum Abwechslung im Gameplay
3.0
10
Story/Umfang:
Gameplay:
Grafik:
Soundtrack:
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