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Review: Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 [Nintendo Switch]

29. Februar 2020

Auch anlässlich der 2020 stattfindenden Olympischen Spiele in Japans Hauptstadt treten die beliebtesten Charaktere der Welten von Super Mario und Sonic wieder gegeneinander an! Mehr als dreißig von ihnen in ebenso mehr als dreißig Disziplinen bietet der neueste und größte Teil der Reihe, welchen SEGA in Kooperation mit Nintendo und den offiziellen Olympischen Spielen entwickelt und am 8. November 2019 exklusiv für Nintendo Switch veröffentlicht hat. Kay-Thorben Schuh

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


TOKIO 64

Mario, Sonic und all die anderen bereiten sich auf die Olympischen Sommerspiele des Jahres 2020 in Tokio vor, doch wie nicht anders zu erwarten, verspricht das Spektakel keinen allzu friedlichen Verlauf zu nehmen. Bowser und Dr. Eggman, Marios und Sonics Erzrivalen, sind selbstverständlich auch mit von der Partie und bereiten einen neuen Plan vor, sich ihre Widersacher vom Hals zu schaffen. Den beiden Protagonisten wird eine rätselhafte Spielekonsole unbekannten Ursprungs zugesandt, die ein Spiel namens Tokio 64 enthält. Dr. Eggman, der zusammen mit Bowser nur darauf wartet, dass die beiden die Konsole einschalten und die von ihm entwickelte Falle zuschnappt, kann Bowser jedoch nicht davon abhalten, die Geduld zu verlieren. Als dieser Mario und Sonic konfrontiert, die sich damit schwertun, die Konsole selbst einzuschalten, werden alle vier samt Toad in das Gerät hineingesogen und landen in einer Simulation im Stil eines Retro-Spiels, die sie in das Tokio zur Zeit der Olympischen Spiele im Jahr 1964 versetzt.

Während die beiden Hauptprotagonisten Mario und Sonic sich mit Bowser und Dr. Eggman einen Wettkampf um die Goldmedaillen der damaligen Spiele liefern, die sich als der Schlüssel für ein Entkommen aus der virtuellen Welt herausstellen, versuchen Luigi und Tails das gleiche Ziel zu erreichen – sie müssen ihre Freunde irgendwie in die echte Welt zurückbefördern. Dann jedoch kommt es zum nächsten Problem, als Bowser Jr. auf das Spiel aufmerksam wird und es ihnen abnimmt. Nun müssen Luigi und Tails nach und nach weitere Veranstaltungsstätten und die dort abgehaltenen Disziplinen über Zugangspässe freischalten, während sich ihnen nach und nach weitere Charaktere anschließen und sie der Rettung ihrer Freunde näher kommen.

Bowser Jr. jedoch, den Tokio 64 durch das Vorhandensein seines Vaters als Spielfigur neugierig gemacht hat, bringt das Spiel zu Dr. Eggman Nega, dem Erzfeind von Blaze, durch dessen Analyse die beiden herausfinden, dass Bowser, Dr Eggman und die anderen tatsächlich in der Konsole gefangen sind. Als die beiden von Luigi, Tails und ihren Freunden aufgespürt werden, fällt Eggman Nega ein Effekt im Zusammenhang mit Goldmedaillen ein, an der er sich erinnert, da Dr. Eggman einst von der Idee eines solchen Spiels sprach. Dieser erweckt Hoffnung auf eine Rettung der gefangenen Charaktere und der Wettstreit um die Goldmedaillen entbrennt weiter…

KAMPF UM DIE GOLDMEDAILLEN

Derweil finden Mario und Sonic heraus, was Bowser und Dr. Eggman mit den Goldmedaillen vorhaben. Sobald sie alle in die versteckten Sockel eingesetzt werden, die Dr. Eggman bei der Olympischen Feuerschale einprogrammiert hat, wird sich sein Programm aktivieren, das ein Entkommen aus Tokio 64 ermöglicht. Der Vorteil der beiden Protagonisten, die bisher alle Goldmedaillen gewonnen haben und nun vom Ausweg wissen, währt jedoch nicht lang. Dr. Eggman Nega verschafft Bowser und Dr. Eggman einen Vorteil durch Power-Ups für die beiden, die er in Tokio 64 erscheinen lässt. Während ihr Kampf um das Gold sich in den Disziplinen und Minispielen zuspitzt, erfahren Luigi, Tails und Bowser Jr. durch Dr. Eggman Nega, dass ihre Goldmedaillen ihre Angehörigen doch nicht retten können. Als Bowser Jr. trotz allem nicht das Spiel hergeben will und sie ihn ein weiteres Mal besiegen müssen, fällt Luigi und Tails auf , dass die Batterie der Konsole beinahe erschöpft ist.

Vorausahnend entwickelte Dr. Eggman Nega die Jubel-Batterie, deren Energie dank Kameks Magie nie zur Neige geht, ist sie einmal aufgeladen. Als Luigi und Tails diese von Kamek beschaffen sollen, beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel mit einigen der Koopalingen, die ihnen die Batterie nicht anvertrauen wollen. Wie sich dabei zeigt, sind es der Applaus und die Aufregung der Zuschauer, welche der Batterie zu ihrer Ladung verhelfen und in den letzten Disziplinen gesammelt werden müssen. Die in Tokio 64 gefangenen Charaktere merken in der Zwischenzeit durch ein wiederkehrendes Flimmern, dass die Batterie zur Neige geht. Dr. Eggman macht ihnen klar, dass sie aufhören werden zu existieren, sollte der Konsole die Energie ausgehen …

DER REIHE UMFANGREICHSTER TEIL 

In Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 wird dem Spieler nicht nur ein reichhaltiges Angebot an interessanten Disziplinen geboten, ob in 3D mit Bewegungssteuerung oder in Retro-Stil mit Tasten-Steuerung, das Spiel verfügt auch über viele Möglichkeiten, diese zu spielen. Ob lokal mit Freunden oder CPUs, an einer oder mehreren Konsolen, online im freien Spiel oder im Kampf um den globalen Ranglistenplatz, das Spiel glänzt mit einem hohen Potenzial dazu, Spieler, die den Wettbewerb suchen, lange zu unterhalten.

Sowohl das moderne Tokio als auch die Retro-Welt von Tokio 64 erkunden zu können, gibt dem Spiel ein interessantes und ansprechendes Feature, das jedoch weitgehend die eher schlechten umgesetzten Disziplinen zu beherbergen scheint. Die Disziplinen an sich schienen gut umgesetzt, jedoch war es aufgrund ungenauer und schwieriger Steuerung mit der Bewegungssteuerung der Joy-Cons oftmals weit komfortabler, zum Controller zu greifen. Wer sich bei diesem Spiel viel bewegen will, kann dies in jedem Fall nicht in jeder Disziplin, was dem Spiel jedoch nicht die Besonderheit nimmt, dass der Spieler sich bei einigen der Disziplinen körperlich betätigen kann.

Die Minispiele waren zu diesen eindeutig eine gelungene Ergänzung, abwechslungsreich und mitunter unterhaltsamer als viele der Sportarten. Mindestens genauso gut aufgefallen sind zudem die trivialen (historischen) Fakten, die sich im Verlauf des Spieles sammeln lassen und zahlreiche interessante Informationen über Tokio und die Olympischen Spiele an den Spieler vermitteln.

DER REIHE ÄSTHETISCHSTER TEIL

Was die Optik des Spiels anbelangt, war nach beinahe vier Jahren, die zwischen diesem und dem letzten Teil der Reihe liegen, einiger Fortschritt zu erwarten. Die Grafik macht auf der Nintendo Switch Einiges her und die verschiedenen Schauplätze Tokios sind schön und detailliert dargestellt, jedoch wirkt es an mancher Stelle auch, als wäre doch noch ein wenig Luft nach oben gewesen. Gerade die Modelle der Mario-Charaktere wirken nicht auf dem Niveau, das beispielsweise Super Mario Odyssey an den Tag legte, und durch Tokio 64 wurde sich in dieser Hinsicht selbstverständlich viel Aufwand erspart; der Pixel-Stil begeistert mich nicht sehr.

Angenehmer war der Soundtrack des Spiels, welcher gute Musik, jedoch geringen Umfang bot, und in diesem Spiel nicht hervorsticht. Die Charaktere sind synchronisiert, jene aus dem Sonic-Universum fallen durch deutsche Sprachausgabe positiv auf, jedoch ist die Synchronisation bei allen sehr beschränkt und es gibt keinerlei gesprochene Dialoge. Lediglich der Ansager, der gerade in den Disziplinen von Tokio 64 sehr präsent ist, beteiligt sich mit ganzen gesprochenen Sätzen an der deutschen Fassung des Spiels.

FAZIT

Sowohl bezüglich der Grafik als auch dem Soundtrack konnte mich Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 zufriedenstellen. Wem der Fokus auf dem Gameplay und dem Wettbewerb liegt, der kann als Spieler eine Vielzahl an Stunden mit einer großen Auswahl an Disziplinen, Minispielen und den neuen Traum-Wettbewerben verbringen, die durch ihre Vielfalt für jeden etwas Ansprechendes bereithalten sollten.

So kann man sich mit Freunden lokal oder online durch einen Ranglistenplatz messen, um seine spielerischen Fertigkeiten auf die Probe zu stellen. Daran sollte der Spieler jedoch großes Interesse hegen, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Vollpreistitel handelt. Die Bewegungssteuerung war vermehrt unbefriedigend und einige Disziplinen waren zu kompliziert, um sie nur mithilfe der Erklärung wirklich zugänglich zu machen. Der Story-Modus ist nichts, wovon man bei einem Spiel wie diesem Großes erwarten sollte, er konnte jedoch allemal unterhalten und wurde nicht langweilig.

Gerade durch die Atmosphäre, die an den Austragungsorten der Spiele in Tokio aufkam, wirkte vieles realitätsnah und interessant. Die sammelbaren Fakten zu den Olympischen Spielen in Tokio waren ein überaus interessantes Feature und für mich persönlich mitunter eines der Dinge, die mir am gesamten Spiel am meisten gefielen.

KURZFAZIT

Mit angemessener Grafik und einem guten Umfang ist Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Tokyo 2020 ein Spiel, das Fans der Reihe nicht enttäuschen wird. Speziell das Flair der Olympischen Spiele in Japan wird gut an den Spieler vermittelt.

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Bilder: ©Nintendo

Pro

  • Unerwartet umfangreich
  • Gut im Mehrspieler

Contra

  • Schnell durchgespielt
  • verbesserungsbedürftige Bewegungssteuerung
7.0
10
Story/Umfang:
Gameplay:
Grafik:
Soundtrack:
Themen:
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