Preview: Shikimori’s Not Just a Cutie

26. Mai 2022

Ihr seid Fans von Slice-of-Life- oder Romance-Animes? Vielleicht ist dann die romantische Komödie Shikimori’s Not Just a Cutie (jap. Kawaii dake ja Nai Shikimori-san) eine amüsante Abwechslung für euch. Im klassischen Oberschul-Setting begleiten wir den chronischen Pechvogel Izumi und seine Freunde durch ein Schuljahr voller kurioser Unfälle, gemeinsamer Unternehmungen und der Herausforderung einer eher untypischen jungen Beziehung. Seit dem 9. April 2022 sind die Folgen im Simulcast bei Crunchyroll sowohl in der OmU-Fassung sowie mit deutscher Vertonung zu verfolgen. Arleen Schäfer

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem PReview reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Meine Freundin ist richtig süß!

In der Oberschule sind neben guten Noten zwei Dinge im jungen Leben von besonderer Bedeutung: der soziale Status unter den Schülern und ein guter Freundeskreis. Eine hübsche, süße Freundin ist da der absolute Bonus, von dem wahrscheinlich jeder männliche Oberschüler träumt. Izumi hat dementsprechend den Jackpot geknackt, denn seine Freundin Shikimori ist ein wahrer hingucker und alles andere als nur „kawaii“. Shikimori ist intelligent, begabt, über beide Ohren in ihn verliebt und zudem noch in bestimmten Situationen fast schon unerhört cool. Genau diese Traumkombination ist es, die dem Oberschüler zu schaffen macht, denn er ist trotz Hauptgewinn ein absoluter Pechvogel.

Ständig passieren ihm kuriose Unfälle – vom Stolpern über Steine, Zeitung im Gesicht bis hin zu plötzlichen Regenschauern. Shikimori weicht daher kaum von seiner Seite und wendet mit schier übernatürlichem Geschick jedes Unglück ab und rettet ihn vor jeder alltäglichen Gefahr. Sie scheint die einzige zu sein, die sein Ungeschick und Pech unbeschadet abwenden kann. Dank ihr kann Izumi so gut wie unbeschadet seinen Alltag überstehen und mit den gemeinsamen Freunden Zeit verbringen, ohne dass diese in sein Unglück involviert oder von eben diesem abgeschreckt werden. Es ist nicht verwunderlich, dass Izumi sich mehr als einmal fragt, ob Shikimori ihrer ständigen Beschützerrolle nicht leid wird und damit hadert, dass er neben ihr eher unscheinbar wirkt. Der Anime macht jedoch eines klar: Die unerschütterliche Liebe zwischen den beiden ist nicht anzuzweifeln.

Bild und Animation

Shikimori’s Not Just a Cutie ist die Adaption der gleichnamigen Manga-Reihe, die seit Februar 2019 beim Verlag Kodansha veröffentlicht wird. Die Anime-Produktion übernimmt das Studio Dōga Kōbō, bei der Ryota Itoh als Regisseur fungiert. Während Yoshimi Narita das Drehbuch übernimmt, steuert Ai Kikuchi das Charakterdesign bei. Seit dem 9. April 2022 erfolgt die Ausstrahlung im japanischen Fernsehen, wobei hierzulande Crunchyroll die RomCom-Serie im Simulcast und als SimulDub zeigt.

Die Anime-Adaption zu Shikimori’s Not Just a Cutie kann sich durchaus sehen lassen und setzt vor allem bei den Augen der Protagonisten auf eine hohe Farbintensität und Ästhetik. Ausdrucksstark spiegeln vor allem Shikimoris Augen ihren Wechsel vom süßen zum coolen Charakter in Szene. Dieser wird wiederum durch eine actionreiche Dynamik verstärkt. Die Animation ist dabei angenehm flüssig und wird sehr gut durch Lichtsetzung und Musik untermalt, was vor allem die komödiantischen Szenen akkurat hervorhebt. Passend zum Setting der Serie sehen wir die Charaktere hauptsächlich in Schuluniform.

Durch verschiedene außerschulische Unternehmungen der Freunde, sehen wir aber auch diverse andere Outfits, die sehr gut zu den Charakteren passen und ihre Persönlichkeiten ideal optisch unterstreichen. Auch hier fällt Shikimori besonders auf, die trotz ihres guten Geschmacks oft unsicher in ihrer Klamottenauswahl ist. Dieser unsichere Charakterzug unterstreicht erneut ihre süßen Eigenschaften, während ihr Klamottenstil ideal zu ihrer coolen, selbstsicheren Seite passt.

Synchronisation und Musik

Während Crunchyroll simultan zur Premiere im japanischen TV Shikimori’s Not Just a Cutie in der japanischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln zeigt, veröffentlicht der Streaming-Anbieter die Episoden zeitversetzt auch mit deutscher Synchronisation. Für die deutsche Umsetzung ist die TNT Media GmbH in Berlin verantwortlich, für die Daniela Molina das Dialogbuch verfasst und Dana Friedrich die Dialogregie übernimmt.

Aus einem eher jungen Team besteht der japanische Cast, wohingegen bei der deutschen Vertonung bekannte Sprecher wie Jodie Blank (dt. Stimme von Elle Fanning in Maleficent), Vincent Borko (dt. Stimme von Rico Rodriguez in Modern Family) und Sebastian Kluckert (Casey Jones in Nickelodeons Teenage Mutant Ninja Turtles) mitwirken. Beide Teams schaffen es den Figuren eine authentische Stimme zu verleihen und besonders die komödiantischen Szenen amüsant umzusetzen. Obgleich die deutschen Stimmen die Charaktere etwas jünger wirken lassen, als es die originalen Synchronsprecher tun, erweist sich die deutsche Synchronisation als sehr passend und lippensynchron.

Musikalisch stechen vor allem das Opening (Honey Jet Coaster von Nasuo☆) und das Ending (Route Blue von Sängerin Yuki Nakashima) hervor. Sie schaffen es sowohl mit der Animation, der Musik als auch den Lyrics die Stimmung des Animes ideal zu treffen. Nichtsdestoweniger kann auch die musikalische Untermalung von Komponist Hiroaki Tsutsumi für einen sehr gelungenen Gesamteindruck sorgen. Insgesamt ist die Musik als sehr fröhlich zu beschreiben und passt sehr gut zu einem Anime der Frühjahrs-Season. Der musikalische Wechsel in den verschiedenen Szenen ist ebenfalls hervorragend getroffen und schafft es, die Dialoge und die Musik in ein harmonisches Verhältnis zu bringen.

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Fazit

Der originale Manga erreichte im Jahr 2020 den fünften Platz bei den Tsugi ni Kuru Web Manga Awards und bei den vierten Tsutaya Comic Awards landete Keigo Makis Reihe auf Platz neun, weshalb sich die Vorlage als durchaus erfolgreich bezeichnen lässt.

Shikimori’s Not Just a Cutie schafft es sehr gut eine Fusion aus Komödie und Romanze zu schaffen, die mit ihrem Humor etwas an Haven’t You Heard? I’m Sakamoto (jap. Sakamoto desu ga?) aus dem Jahr 2016 erinnert. Schwächen der Anime-Adaption sind bislang die humorvollen Szenen, die teilweise sehr vorhersehbar sind und zum anderen deplatziert wirken. Besonders bemerkenswert ist jedoch die Dynamik zwischen den Protagonisten Izumi und Shikimori, da ihre Rollen in der Beziehung vertauscht sind.

Erste Folge auf Deutsch:

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Während Shikimori in ihren Beschützerszenen durch ihre Mimik und Aussagen an klassische coole Typen erinnert und dadurch maskulin wirkt, sorgt Izumis Pech und Ungeschicklichkeit für eine eher feminine Darstellung des Charakters als hilflosen und naiven „cute boy”. Diese Dynamik wird durch klischeehafte Inszenierungen geschickt satirisch genutzt und stellt dadurch auch die soziokulturellen Geschlechterrollen in Japan stark in Frage.

Diese untypischen Rollen verleihen der Story wiederum einen interessanten Charme. Interessanterweise ist diese romantische Komödie an ein männliches Publikum gerichtet, obwohl Shikimori als führende Protagonistin erscheint und Izumi eine eher passive Hauptrolle einnimmt. Shikimori ist zudem ein weiblicher Charakter, der eine authentische Tiefe besitzt und es am meisten schafft, für den Anime zu begeistern.

Ein weiterer Pluspunkt ist die simple Tatsache, dass wir bereits ein Paar haben, dessen Entwicklung und Dynamik wir verfolgen, anstatt erst ein Hin und Her aus Emotionen und Schwärmerei mitzuerleben. Alles in allem wirkt Shikimori’s Not Just a Cutie sehr vielversprechend und selbst für jene empfehlenswert, die mit sonstigen Romance-Animes nichts anfangen können.

Kurzfazit

Humorvoll, charmant und mit frischem Potential bietet Shikimori’s Not Just a Cutie eine wunderbar harmonische Mischung aus Romance und Comedy. Die besondere Stärke der Serie ist der Tausch von klischeehaften Rollenverhältnissen, der dem Anime einen wirklich einzigartigen Charakter verleiht.

Bilder: ©Keigo Maki, KODANSHA / Shikimori’s Not Just a Cutie Production Committee

Pro

  • sehr interessante Grundidee
  • ansprechende Animation
  • faszinierende Protagonisten
  • guter Umgang mit Klischees und Satire

Contra

  • nicht immer gut gesetzter Humor
  • viele Szenen, die sich unnötig ziehen
  • wenig Spannung
vorläufige
Bewertung:
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