animuc 2026 cosplay catwalk gruppenfoto

aniMUC 2026: Rückblick auf drei Tage Yokai-Stimmung in Fürstenfeldbruck

26. April 2026,   
Autor: Patrick Snir

Cosplay, japanische Festkultur und internationale Ehrengäste – vom 10. bis 12. April hat die aniMUC 2026 wieder gezeigt, was sie zu einer der größten Anime-Conventions im süddeutschen Raum macht. Wir waren dabei.

Unter dem diesjährigen Motto Yokai – angelehnt an die faszinierenden Geisterwesen der japanischen Mythologie – öffnete das Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck erneut seine Tore. Zum nunmehr 16. Mal lud die aniMUC Cosplayer, Gamer, Manga-Liebhaber und Japan-Begeisterte aus nah und fern ein.

animuc 2026 dcm vorentscheid gruppenfoto

Yokai-Stimmung auf dem Klostergelände 

Das Veranstaltungsforum Fürstenfeld bot wie in jedem Jahr die gewohnte malerische Kulisse. Wer am Samstag bei strahlendem Frühlingssonnenschein auf das Gelände trat, wurde mit einem farbenfrohen Meer aus Cosplays begrüßt – für Fotos und spontane Shootings war das Wetter wie gemacht. An den anderen Tagen machte der frühere Termin im April seinen Einfluss bemerkbar. Das Wetter war weniger cosplayfreundlich, was die Außenbereiche merklich leerer ließ als in den Vorjahren.

Das Matsuri im Außenbereich stand wieder im Zeichen japanischer Festkultur. Beim Yo-Yo-Fischen, Katanuki-Zuckerschneiden und anderen Mitmachaktionen konnten sich Besucher ausprobieren. Als Belohnung wartete unter anderem ein Freitagsticket für die aniMUC 2027.

animuc 2026 ehrengäste vorstellung

Eine besondere Überraschung lieferte der spontan ins Leben gerufene Cheesecake-Esswettbewerb am Samstagnachmittag. Trotz der Kurzfristigkeit fanden sich viele Gruppen zusammen, die den Spaß begeistert mitgemacht haben.

Die diesjährige Schnitzeljagd folgte passend dem Yokai-Motto. Auf dem gesamten Gelände waren acht Tafeln mit Rätseln versteckt, deren Lösung zum Yokai-Geist hinter dem Schabernack führen sollte. Unter allen richtigen Einsendungen wurden Con-Tickets für die aniMUC 2027 verlost.

animuc 2026 cosplay

Eröffnung mit besonderem Highlight

Die Rainbow Raiders übernahmen von Beginn an die Moderation auf der großen Bühne und begleiteten das Publikum im Stadtsaal das ganze Wochenende durch das Programm. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am Freitag gab es ein ganz besonderes Highlight: Autorin und Content Creatorin Yunuyei präsentierte exklusiv auf der aniMUC die Trailer-Premiere zu ihrem Kickstarter-Projekt Dragon’s Destiny. Dabei handelte es sich um einen animierten Buchtrailer mit hochkarätigen Synchronsprechern aus der deutschen Branche, darunter Rieke Werner, Patrick Baehr und Vincent Fallow.

animuc 2026 hal0queens auftritt

Wettbewerbe: Cosplay, Gaming und mehr

Der Cosplay Catwalk und der Cosplay Performance Wettbewerb füllten erneut den Stadtsaal bis auf den letzten Platz. Eine Jury aus internationalen Ehrengästen und Mitgliedern der deutschsprachigen Cosplayszene bewertete Kostüme und Bühnenauftritte. Auch der Vorentscheid der Deutschen Cosplaymeisterschaft (DCM) – dem bundesweiten Wettbewerb für selbst gefertigte Kostüme – war wieder ein absoluter Publikumsmagnet.

Beim Vorentscheid der International Cosplay League (ICL) wurde der deutsche Vertreter für das internationale Finale auf dem Japan Weekend in Madrid gekürt. Anders als in den Vorjahren gilt dieser Vorentscheid aus organisatorischen Gründen jedoch nicht für das diesjährige Finale, sondern bereits für das Finale 2027. Auf der aniMUC 2027 wird es daher keinen ICL-Vorentscheid geben, sondern einen adäquaten Ersatz, wie die Verantwortlichen bei der Abschlussveranstaltung mitteilten.

Abseits der Cosplaybühne bot der AMV-Wettbewerb kreativen Videoproduzenten eine Plattform. Die PokéMUC-Challenge, die PokéMUC-Zeichen-Challenge und das Gaming Quiz mit Munich eSports sorgten für weiteren Wettbewerbsspaß. Im TCG-Bereich in der Tenne fanden an allen drei Tagen Turniere statt. Unter anderem in Pokémon, Yu-Gi-Oh!, Magic: The Gathering und One Piece. Auch der aniMUC Triathlon, das aniMUC Musikquiz und das aniMUC Quiz gehörten zum umfangreichen Wettbewerbsprogramm der Convention.

animuc 2026 serenata

Workshops, Panels und Showacts

Das Workshop- und Panelprogramm war 2026 erneut breit aufgestellt. Jeder internationale Ehrengast brachte seinen persönlichen Themenschwerpunkt mit und hielt einen eigenen Workshop oder ein Panel.

Miss Twisted aus Australien zeigte in ihrem Workshop „An Introduction to Wings in Cosplay“, wie man aufwendige Flügel-Konstruktionen für Cosplays realisiert. Sketch McDraw aus Großbritannien sprach in seinem Worksop „Cosplay to Industry – A Cosplayer’s Journey to Working in Film & TV“ darüber, wie sich Cosplay-Fähigkeiten in eine professionelle Karriere in der Unterhaltungsbranche verwandeln lassen.

Dorian Makbeth aus Polen erklärte in seinem praktischen Panel „Bring your wigs to life!“ grundlegende Schneide- und Formtechniken sowie fortgeschrittene Methoden wie das Erstellen von Spikes und das Stylen dynamischer Anime-Frisuren. Milou und Thaly aus Frankreich teilten in ihrem gemeinsamen Panel „COMPETING AS A GROUP: ACHIEVING ARTISTIC UNITY“ ihre Erfahrungen zu Teamcosplay und künstlerischer Einheit.

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Twinfools aus Kanada brachte als erfahrener Cosplayer mit über 15 Jahren Erfahrung seine Expertise in einem Panel ein, während sich Synchronsprecher Mike Le Beau in seinem Workshop Gaming and Mental Health“ einem Thema widmete, das auf Conventions selten so direkt angesprochen wird. Darüber hinaus gab es eine große Auswahl an community-geführten Workshops – von Amigurumi-Häkeln, Handstickerei und Siebdruck über Bento-Kurse, japanische Tuschemalerei und K-Pop-Tanz bis hin zu Einstiegskursen in Spieleentwicklung und Game Art. Für jeden war etwas dabei.

Beim Showprogramm ragte besonders die Berliner Musicalgruppe Serenata heraus. Die Gruppe ist seit ihrer Gründung für leidenschaftliche Fan-Musicals bekannt und präsentierte auf der aniMUC 2026 ihr neues Programm Doctor Who – Die Rose von Versailles. Auch die weiteren Showacts sorgten an allen drei Tagen für ein abwechslungsreiches Programm auf beiden Bühnen. Unter anderem Flying Sushi Theatre, Stellaria, Cantamær, Junihuhn, NILO, Hal0Queens, Ichda, die japanische Sängerin YUZU sowie Letsu Play.

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Händler, Kulinarik und Videoprogramm

Die Tenne war wie gewohnt das kommerzielle Herzstück der Convention. Zahlreiche Verkaufsstände mit Merchandise, Manga, Figuren und Fanartikeln luden zum Stöbern ein. Die Kreativallee präsentierte eine beeindruckende Auswahl an Kunstwerken, die man direkt erwerben konnte. Auch der TCG-Bereich und das gemütliche Café Aurora waren wieder in der Tenne zu finden.

Das Bring & Buy war erneut gut besucht, litt aber unter dem bekannten Platzproblem. Der zu kleine Raum machte eine Zugangsbeschränkung notwendig, was zu längeren Warteschlangen führte. Zwischen Tenne und Klostergelände sorgten Foodtrucks für japanisches Flair. Ramen, Bubble Tea und weitere Köstlichkeiten verlockten zu einer kulinarischen Pause.

Ehrengäste und ein besonderer Moment

Auch 2026 war die internationale Riege an Ehrengästen eine der großen Stärken der aniMUC. Professionelle Cosplayer aus Kanada, Australien, Großbritannien, Frankreich und Polen brachten ein breites Spektrum an Erfahrung und Expertise mit. Aus Japan reiste die Sängerin, Songwriterin und Shamisen-Spielerin YUZU an. Mit ihrer Live-Performance brachte sie gleich an zwei Tagen eine ganz besondere musikalische Note auf die Convention-Bühne.

Besonders bemerkenswert war ein Moment auf der Abschlussveranstaltung: Ehrengast Twinfools aus Kanada übergab einen Erlös von 308 Euro aus dem Verkauf seiner Prints als Spende für einen karitativen Zweck. Eine herzliche Geste, die stellvertretend für den Gemeinschaftsgeist steht, der die aniMUC seit jeher auszeichnet.

animuc 2026 cosplayer

aniMUC 2027 vom 2. bis 4. April

Nach drei Tagen bleibt ein gemischtes, aber insgesamt positives Bild. Die aniMUC 2026 war erneut eine nette Convention mit der Möglichkeit, Freunde und Cosplayer zu treffen und ein vielfältiges Programm zu genießen. Gleichzeitig wirkte das Programm in diesem Jahr etwas weniger abwechslungsreich als in Vorjahren – insbesondere beim Musikprogramm bleibt Luft nach oben.

Allein die aniMUC-Disco am Freitagabend konnte die gewünschte Party-Stimmung leider nicht vollständig aufgreifen. Ein größeres Live-Musikprogramm in beiden Sälen wäre für die kommenden Jahre ein großer Wunsch. Dazu kommt das nach wie vor bekannte Platzproblem, das sich gerade beim Bring & Buy und in der Tenne bei ungünstigem Wetter weiterhin bemerkbar macht.

Wer dabei war, hat aber ein Wochenende erlebt, das die Gemeinschaft der japanischen Popkultur auf einzigartige Weise spürbar macht. Und der Termin für das nächste Mal steht bereits fest: Die aniMUC 2027 findet vom 2. bis 4. April 2027 statt.

Bilder: Patrick Snir (PattoTV)

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