Review: The Hentai Prince and the Stony Cat – Volume 1 & 2

25. September 2022,   
Autor: John Viktor Schwab

Youto geht noch in die Schule und wünscht sich nichts mehr, als seine Fassade einmal fallen lassen zu können. Doch jeder Wunsch hat seinen Preis. The Hentai Prince and the Stony Cat (jap. Hentai Ōji to Warawanai Neko) erschien hierzulande durch das Anime-Label KSM Anime in zwei Volumes auf DVD und Blu-ray. John Viktor Schwab

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Dieser Wunsch ging nach hinten los

Youto Yokodera ist im zweiten Jahr der Oberschule und wie viele andere Oberschüler auch, fest von seinen Hormonen geleitet. Er ist ein kleiner Lüstling und denkt stets nur an das eine, was ihm jedoch niemand glaubt. Grund dafür ist seine Fassade, hinter der er sein wahres Äußeres zu verbergen weiß. Doch seiner Situation scheint ein Ausweg bereitzustehen, als sein bester Freund ihm geradewegs von der Legende einer Katzenstatue auf dem Hügel eines Anwesens erzählt, die Wünsche erfüllen soll.

So macht sich Youto kurzerhand auf dem Weg zur Katzenstatue, um endlich zeigen zu können, was für ein Perversling er wirklich ist. Dort angekommen trifft er auf die junge Tsukiko Tsutsukakushi, die ihn im Gegensatz zu allen anderen tatsächlich für einen Perversen hält. Nachdem die Situation kurz ausgeartet ist, wird schnell klar, das Youto gar nicht so ein schlechter Kerl ist und Tsukiko ebenso einen dringenden Wunsch hat. So kommt es, dass sich beide zusammentun, eine Opfergabe darbieten und beten. Während Youto am nächsten Tag die ultimative Perversion in Person ist und seinen Mund gar nicht mehr zubekommt, verliert Tsukiko all ihre Mimik. So haben die beiden sich das dann doch nicht vorgestellt.

Gefühle

Was sie anfangs noch freut, endet schnell in Verzweiflung, denn wo Youto nicht aufhören kann jede seiner Gedanken mitzuteilen, ist Tsukiko gar nicht mehr in der Lage, sich zu äußern. Sie haben sich von Herzen eine Änderung ihrer Art gewünscht und gehofft, dass das all ihre Probleme lösen würde. Was die beiden jedoch nicht getan haben, ist offen mit ihren Problemen umzugehen und sich Freunden anzuvertrauen. Eine Lektion, die beide nun schmerzhaft erfahren.

Dennoch zeigt sich auch, dass die Suche nach Rat auch kein einfaches Unterfangen ist. Menschen wollen sich häufig nicht mit den Problemen anderer befassen, wodurch gerade diese im persönlichen Umfeld ignoriert oder abgetan werden. Um ihre Probleme lösen zu können und ihren Wunsch rückgängig zu machen, tun sich beide zusammen und beginnen Stück für Stück einander zu vertrauen und anzuvertrauen. Sie bekommen einen Einblick in das Leben des jeweils anderen und beginnen ihr Umfeld völlig anders wahrzunehmen. Zeitgleich bringen sie in Erfahrung, dass es noch andere gibt, die Wünsche an die Katze gerichtet haben.

Bild und Animation

The Hentai Price and the Stony Cat (jap. Hentai Ōji to Warawanai Neko) aus dem Jahr 2013 basiert auf der gleichnamigen Light-Novel-Serie von Sou Sagara. Diese wurde von Oktober 2010 bis März 2019 mit 13 Volumes durch Media Factoryin in Japan publiziert. Die Anime-Adaption entstand durch das Studio J.C.STAFF, das für Werke wie Toradora! bekannt ist, unter der Regie von Yōhei Suzuki. KSM Anime sicherte sich die Lizenz an der zwölfteiligen Anime-Serie und veröffentlichte diese zwischen Juni und August 2022 in zwei Volumes auf DVD und Blu-ray.

Die Qualität der Bilder ist für einen Anime aus dem Jahr 2013 wirklich solide. Natürlich schwächelt die Auflösung an manchen Stellen – hier und da hätten es mehr Details sein dürfen und das Overlay für Szenen, die in der Vergangenheit spielen, ist nicht ansprechend. Dennoch können die Animationen mit ihren humoristischen Darstellungen punkten und auch die Farben sind gut gesetzt.

Zwischenzeitlich erinnern die Szenen an den neusten Teil aus der Animal Crossing-Spielereihe und dann wieder an den Erfolgsfilm Your Name., was mir überaus positiv aufgefallen ist. Allgemein sind die Bilder detailverliebt und ausgewogen, das Charakterdesign von Haruko Iizuka sticht immer wieder aus dem Gesamtbild hervor und die Kamerafahrten sorgen für den letzten Schliff einer Wohlfühlatmosphäre. Ein Gesamtbild, das fast durchgehend einlädt sitzen zu bleiben und die Anime-Serie zu genießen.

Deutsche Umsetzung und Musik

Die deutsche Synchronproduktion übergab KSM Anime an das Studio DMT Digital Media Technologie in Hamburg, bei der Kaya Malin Kröge und Sam Bauer sich dem Dialogbuch annahmen, die Regie aber allein durch Sam Bauer geführt worden ist. Insgesamt gibt es 10 Sprecher und die Synchronisation zeigt sich durchwegs anständig.

Was mir sofort aufgefallen ist, ist die Stimme von Leonie Landa. Diese kenne ich bereits aus der Anime-Serie Girls Last Tour, wo mich ihre Stimme sofort in den Bann gezogen hat. Dieses Mal leiht sie der kleinen Tsukiku ihre Stimme und haucht dem Charakter überzeugend Leben und Gefühle ein. Der einzige Nachteil, der sich dadurch ergibt, ist, dass die anderen Stimmen manchmal nur schwer mithalten können und teilweise ungewollt in den Hintergrund gedrängt werden. Am Ende zeigt sich aber ein gutes Klangbild und eine wertige deutsche Synchronisation, die mir weitaus besser gefallen hat als die japanische Originalfassung, die ebenfalls enthalten ist.

Besonders gefallen hat mir die musikalische Begleitung, die unglaublich harmonisch mit dem Bild fungiert und an die Stimmung von Animal Crossing oder auch Your Name. herankommen kann. Umgebungsgeräusche wirken realistisch und nicht aufdringlich. Ebenso gefällt mir das Opening (Fantastic Future von Yukari Tamura), das ein wahrer Ohrwurm ist und zu keiner Episode fehlen durfte.

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Fazit

The Hentai Prince and the Stony Cat zeigt ein sehr ausgewogenes Gesamtbild. Zwar schwächt der Anime nach den ersten drei Episoden mit der Story ziemlich ab und driftet in Richtung Mainstream, kann sich dann aber wieder mit tiefgründigen Dialogen und seinem atmosphärischen Bild und Ton fangen. Dem Bild merkt man zeitweise das Alter hinsichtlich der fehlenden Auflösung an, allgemein kann dieses aber gerade durch tolle Farbspiele und hervorragende Animationen glänzen.

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Großartig ist zudem die musikalische Untermalung, die sehr natürlich und glaubwürdig wirkt, und das Opening, das ein echter Ohrwurm ist. Die deutsche Synchronisation ist ohne Zweifel gelungen, auch wenn eine Stimme etwas prägnanter als die der anderen ist, und die Geschichte wird mit teilweise sehr tiefgründigen Dialogen erzählt. Darüber hinaus trägt der Humor im Anime maßgeblich zur Unterhaltung bei, der gekonnt mit Animationen verstärkt wird. Durch die ehrliche Botschaft über den Umgang mit Gefühlen, wird die Serie auch noch betont abgerundet.

Kurzfazit 

The Hentai Prince and the Stony Cat ist ein RomCom-Anime mit starkem Potenzial aber auch mit kleinen Schwächen. Doch das fetzige Opening, die gelungene deutsche Synchronisation und eine humorvoll gelungene Animation sind der Schlüssel für diese tolle Anime-Adaption.

Bilder: ©2013 Sou Sagara・MEDIAFACTORY/HENNEKO Project © KSM Anime, Koch Films

Pro

  • Mitreißendes Opening
  • Musik allgemein hervorragend
  • Ehrlich und humorvoll

Contra

  • Schwächelt in der Mitte
  • Teilweise unglaubwürdige Dialoge
  • Optik und Auflösung
8.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik:
Themen:
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