Bild

Review: JoJo’s Bizarre Adventure Part 1 & Part 2 – Volume 3

6. Januar 2022

JoJo ist zurück! Am 18. November 2021 veröffentlichte KAZÉ Anime das dritte Volume von JoJo’s Bizarre Adventure. Nach einer verheerenden Niederlage muss JoJo nun alles daransetzen, die erwachten Säulenmänner aufzuhalten und nichts Geringeres als das Ende der Welt zu verhindern! Lisa Murauer

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Gegen die Zeit

Ende der 1930er Jahre stößt ein Wissenschaftlerteam in Mexiko auf einen überaus bemerkenswerten Fund: Ein versteinerter Mann mit einer Steinmaske. Es stellt sich heraus, dass dieser Mann einer uralten Rasse von schier gottgleichen Wesen angehört. Diese Säulenmänner sehnen sich nach ihrem Erwachen nun danach, sich die Welt untertan zu machen …

Joseph Joestar ist es vorerst nicht gelungen, die drei verbliebenen Säulenmänner Wammu, Esidisi und Kars aufzuhalten. Bei seinem Kampf gegen Wammu ist er gerade noch so mit seinem Leben davongekommen. Von einem Sieg kann allerdings keine Rede sein: Joseph hat nämlich nur etwas mehr als einen Monat Zeit, stärker zu werden und ein weiteres Mal gegen die Säulenmänner zu kämpfen. Gelingt es ihm nicht, diese in einem neuerlichen Duell zu besiegen, stirbt er an einem Gift, das ihm eingepflanzt wurde. Josephs Begleiter Caesar Zeppeli beschließt daraufhin, Joseph zu seiner eigenen Lehrmeisterin Lisa Lisa nach Venedig zu bringen. Lisa Lisa hat allerdings ihre ganz eigenen tödlichen Methoden, was die Ausbildung ihrer Schüler in der Technik des Hamon angeht.

Der Stein von Aja

Mit Müh und Not absolvieren Joseph und Caesar Lisa Lisas unkonventionelle Lektionen und lernen dabei auch, sich gegenseitig zu unterstützen. Von Lisa Lisa erfahren die beiden anschließend mehr über die Säulenmänner und über deren weiteres Vorgehen. Sie befinden sich auf der Suche nach einem besonderen Juwel, dem sogenannten Roten Stein von Aja. Dieser vermag es, die Säulenmänner in Verbindung mit den Steinmasken, die sich in deren Besitz befinden, in unbesiegbare Überwesen zu verwandeln.

Der Stein ist dabei nicht nur die größte Gefahr, sondern gleichzeitig die einzige Waffe gegen die Säulenmänner. Aus diesem Grund kann er nicht einfach so zerstört werden. Und genau dieser Stein befindet sich in Gewahrsam von Lisa Lisa. Kein Wunder, dass es deswegen nicht lange dauert, bis die Säulenmänner davon erfahren und alles daransetzen, den Stein an sich zu reißen. Nun müssen Joseph und Caesar zeigen, dass ihr Training nicht umsonst war und sich gemeinsam mit Lisa Lisa Esidisi in den Weg stellen. Verkompliziert wird die Sache noch dadurch, dass es nicht nur die Säulenmänner auf den Stein abgesehen haben. Auch ein alter Bekannter will den Stein unbedingt an sich reißen und dazu benutzen, die Macht des Deutschen Reichs zu vergrößern.

Bild und Animation

JoJo’s Bizarre Adventure basiert auf der gleichnamigen Manga-Reihe aus der Feder von Hirohiko Araki, die bereits seit Ende der 80er in Japan publiziert wird. Die Reihe besteht aus bisher acht (mehr oder weniger eigenständigen) Parts und zählt zum momentanen Zeitpunkt über 131 Volumes.

Die Anime-Adaption von David Production (u. a. Cells at Work!, Fire Force) ist bereits die zweite Umsetzung des Mangas und startete 2012. Bisher wurden die ersten fünf Parts adaptiert, während kürzlich Part 6 (Stone Ocean) startete und auch auf Netflix abrufbar ist. Für den deutschsprachigen Raum sicherte sich KAZÉ Anime die Lizenz und begann am 1. Juli 2021 mit der Home-Video-Veröffentlichung. Am 18. November 2021 erschien das dritte Volume mit den Episoden 16 bis 21 der ersten Staffel.

Was die Animation betrifft, so hat sich gegenüber den vorherigen Episoden nicht viel verändert. Noch immer zeichnet sich das Bild durch viele Farbwechsel und die dynamischen Soundeffekte aus. Generell kommen die Standbilder, die ich schon in den letzten Volumes negativ hervorgehoben habe, in diesen Episoden etwas weniger zum Einsatz. An manchen Stellen sind diese auch nicht unpassend und verstärken das Feeling der Manga-Serie. Manchmal jedoch stören sie den Flow der Kampfszenen und nehmen der Action etwas von ihrer Dynamik.

Vollends überzeugen können hingegen die Schauplätze, denn bei der Gestaltung von Venedig sowie anderen europäischen Orten ist eine große Liebe zum Detail erkennbar. Die Charaktere, die von Takako Shimizu designt wurden, fügen sich gut in diese Landschaften respektive allgemeinen Settings ein. Egal ob Haupt- oder Nebenfigur – alle Charaktere sind einprägsam, nicht zuletzt aufgrund ihrer Skurrilität, was das Design und den Modestil angeht.

Deutsche Umsetzung und Musik

KAZÉ Anime beauftragte für die deutsche Umsetzung die Synchronfirma TNT Media GmbH in Berlin. Das Dialogbuch stammt von Timo R. Schouren und die Dialogregie führte Patrick Keller. Genauso wie es beim ersten sowie zweiten Volume der Fall gewesen ist, kann der deutsche Sprechercast weiterhin brillieren. Jede neue Figur ist top besetzt worden und die Übersetzung selbst kann sich gleichermaßen sehen lassen.

Dabei lässt sich wieder eine immense kreative Freiheit erkennen, was die Übersetzung betrifft. Doch genau dies braucht die Anime-Serie, aufgrund der vielen unübersetzbaren Eigenheiten der Originalversion. Die Abweichungen passen jedenfalls hervorragend zu den jeweiligen Figuren. Und wie im letzten Volume kommen in diesen Episoden wieder unterschiedliche Dialekte und Akzente zum Einsatz, was ich als besonders gelungen erachte. Somit steht die deutsche Umsetzung der japanischen Originalversion in nichts nach und besitzt ihren ganz eigenen Reiz. Wie immer kann ich aber letztgenannte ebenso jedem empfehlen, die selbstverständlich mit deutschen Untertiteln ebenfalls auf der Disc enthalten ist.

Die Musik zu Battle Tendency komponierte Taku Iwasaki, dessen Stücke einen ganz speziellen Stil aufweisen. Die Handlung der Serie mag in den späten 30er Jahren angesiedelt sein, die Musik selbst kann dabei kaum moderner sein. Und gerade dieser Kontrast funktioniert wahnsinnig gut und die einzelnen Tracks reißen einen mit. Für die bizarre Handlung hätte somit kein besserer Komponist gefunden werden können!

Opening (Bloody Stream von Coda) und Ending (Roundabout von Yes) sind gleichgeblieben. Noch immer ist die Animation des Openings äußerst gelungen und beweist, dass CGI-Animation ausgesprochen gut aussehen und den Zeichenstil des Original-Manga getreu wiedergeben kann.

Hier klicken und bei Amazon bestellen!

Fazit

Immer wenn man glaubt, dass JoJo’s Bizarre Adventure nicht bizarrer werden kann, setzt die Serie noch eines drauf und macht ihrem Namen alle Ehre. Dieses Mal in Form eines epischen Battles zwischen einem tausende von Jahren alten vampirartigen Wesen und einem Cyborg-Nazi.

Im Vergleich zu den früheren Episoden und insbesondere zu Part 1 gestalten sich die Kämpfe hier abwechslungsreicher … und absurder. Doch trotz dieser Skurrilität ist eine gewisse nachvollziehbare Logik zu erkennen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Egal ob Animation, Musik oder die deutsche Umsetzung – alles passt gut zusammen und erzeugt ein ganz eigenes Flair. Insbesondere die deutsche Umsetzung kann man nicht oft genug hervorheben, denn diese lässt nicht nur keine Wünsche offen, sondern übertrifft aufgrund ihres Einfallsreichtums jegliche Erwartungen immer wieder aufs Neue.

JoJo’s Bizarre Adventure nimmt sich nicht zu ernst und das ist auch gut so. Doch trotzdem schafft es der Anime in den entscheidenden Momenten den Spaß etwas zur Seite zu stellen. Gerade in diesen Episoden bekommen die einzelnen Figuren etwas mehr Tiefe und es kommen ebenso mehr Facetten zum Vorschein.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wieder einmal endet das Volume mit unseren Helden in einer noch auswegloseren Situation. Der finale Showdown mit den Säulenmännern steht kurz bevor und man bleibt gespannt, ob und wie JoJo das Blatt noch wenden kann …

Kurzfazit

Und es gibt noch eine Steigerung zu bizarr: Bei all der Absurdität schaffen es die weiteren Episoden von JoJo’s Bizarre Adventure allerdings gleichermaßen mit ernsten Momenten zu überzeugen. In allen technischen Aspekten punktet die Serie sowieso.

Bilder: ©Hirohiko Araki/SHUEISHA, JoJo’s Animation Project

Pro

  • guter Humor, ...
  • … der aber auch ernste Szenen zulässt
  • deutsche Umsetzung und Synchronisation
  • gelungene Musik

Contra

  • etwas zu viele Standbilder
  • Handlung ohne besonders viel Tiefe
9.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik:
Themen:
Share via