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Preview: The World Ends with You The Animation

15. Mai 2021

Ein Spiel um Leben und Tod. Eine tägliche Aufgabe, die erfüllt werden muss, ansonsten wird die eigene Existenz ausgelöscht. Um nicht weniger geht es in der Serie The World Ends with You The Animation, die seit dem 9. April bei Wakanim gestreamt wird und auf dem Square-Enix-Klassiker basiert. Videospiel-Adaptionen haben den Ruf, ihrer Vorlage nur selten gerecht werden zu können. Ob dies bei diesem Anime ebenso der Fall ist? Lisa Murauer

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem PReview reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Das Spiel der Reaper

Ein Junge erwacht inmitten der belebten Straßenkreuzung von Shibuya. Das einzige, woran er sich erinnern kann, ist sein Name – Neku. Als wäre das nicht seltsam genug, scheint nichts und niemand Neku wahrnehmen zu können. Auf einmal vibriert sein Handy und Neku erhält eine rätselhafte Nachricht von einem unbekannten Absender, der sich „Reaper” nennt. In dieser wird ihm eine Aufgabe gestellt, die er in einer bestimmten Zeit lösen muss. Schafft er das nicht, wird er ausgelöscht. Was wie ein schlechter Scherz klingt, erweist sich schnell als bittere Realität, denn der Timer wird sogleich in Nekus Handfläche eingebrannt und steuert stetig gegen Null.

Noch dazu erscheinen plötzlich wie aus dem Nichts seltsame Monster, die es auf ihn abgesehen haben. Neku wird Zeuge, wie einige Personen in seiner Umgebung durch diese Wesen einfach ausgelöscht werden. Bevor ihm dasselbe Schicksal blüht, bekommt er Hilfe von dem Mädchen Shiki. Sie offenbart ihm, dass sie beide Teilnehmer des sogenannten Spiels der Reaper sind und die nächsten sieben Tage überstehen müssen, um diesem lebend zu entkommen. Shiki drängt ihn, mit ihr einen Pakt einzugehen, damit sie gemeinsam gegen die Monster kämpfen und die Aufgabe erfüllen können. Widerwillig schließt sich Neku mit Shiki zusammen. Nun gilt es die nächsten sieben Tage zu überleben und das Spiel der Reaper zu gewinnen.

Bild und Animation

Für eine Anime-Umsetzung des Videospiels The World Ends with You (jap. Subarashiki Kono Sekai) mussten sich Fans ganze 14 Jahre gedulden. Doch seit dem 10. April 2021 ist es mit The World Ends with You The Animation endlich soweit. Der Anime stammt aus den Studios DOMERICA und Shin-Ei Animation (Doraemon, Crayon Shin-chan) und wird unter der Regie von Kazuya Ichikawa produziert. Hierzulande zeigt der Anbieter Wakanim die Serie mit deutschen Untertiteln im Simulcast. Jeden Freitag um 19:25 Uhr erscheint die neueste Episode auf der Plattform. Voraussichtlich sind zwölf Episoden geplant.

Was das Bild betrifft, so sticht sofort ins Auge, dass sich der Anime nahe an das Spiel hält und dessen Stil übernommen hat. Das bunte Treiben von Shibuya wird perfekt zum Ausdruck gebracht und das Charakterdesign, das wie in der Game-Vorlage von Gen Kobayashi und Tetsuya Nomura stammt, fügt sich gut in diese bunte Welt ein. Kleine Details aus dem Spiel wurden ebenfalls übernommen, so wird beispielsweise bei jedem Schauplatzwechsel der Ortsname in einem stilisierten Schriftzug angezeigt. Die Animation an sich ist flüssig. Die verwendeten CGI-Elemente, die insbesondere in den Kampfszenen zum Ausdruck kommen, sind zwar offensichtlich als solche zu erkennen, aber bei der stilisierten Bildgestaltung, fällt dies nicht negativ auf.

Synchronisation und Musik

Momentan läuft The World Ends with You The Animation hierzulande nur in der japanischen Originalfassung im Simulcast. Deswegen werde ich nur diese bewerten. Die Sprecher sind dieselben, die den Figuren bereits im Spiel ihre Stimme verliehen haben. Aus diesem Grund ist erkennbar, dass der Cast mit den Charakteren vertraut ist und ein Gespür für diese besitzt. Allen voran konnten in den ersten drei Episoden natürlich Kōki Uchiyama und Anna Hachimine als Protagonisten Neku und Shiki überzeugen. Trotz des schnellen Erzähltempos schaffen sie es, eine glaubhafte Freundschaft zwischen den beiden zu vermitteln.

Die Musik stammt von Takeharu Ishimoto, der bereits den Soundtrack zum Spiel komponiert hat. So ist es nicht verwunderlich, dass sich neben neuen Tracks auch bekannte Lieder wiederfinden. Egal ob neu oder alt, die Musik weiß zu überzeugen, jedoch wurde in manchen Szenen eine sehr seltsame Songauswahl getroffen. So passt in einem der bisher emotionalsten Augenblicke die verwendete Musik nicht besonders und zerstört so etwas die Stimmung.

Rund um das ursprüngliche Lied des Openings (TEENAGE CITY RIOT von ALI) gab es bereits kurz vor Serienstart eine Kontroverse, weswegen dieses kurzerhand ausgetauscht werden musste. Das ist in der Animation des Openings durchaus ersichtlich, da es auffällt, dass das Timing auf einen anderen Track abgestimmt worden ist. Die Animation an sich ist aber wirklich gelungen und nahe an das Intro des Spiels angelehnt. Deswegen ist Twister -Animation OP Ver. von MJR die beste Alternative, da es seit der ersten Stunde das Erkennungslied der Franchise ist. Das Ending (Carpe Diem von ASCA) wurde hingegen neu komponiert und klingt trotzdem so, als hätte es bereits Teil des Videospiels sein können. Die Animation ist zwar eher statisch, doch schön anzusehen, vor allem die verwendeten Farben und die Beleuchtung sind ein Hingucker.

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Fazit

Zusammenfassend ist mein Verhältnis zu The World Ends with You The Animation zwiegespalten. Zum einen wird hier ein Anime geboten, der, was Animation und Musik angeht, überaus stylisch und einmalig ist und zusätzlich dank der japanischen Synchronisation überzeugen kann. Auf der anderen Seite sorgt das überaus schnelle Erzähltempo dafür, dass man sich nicht genug auf die Story und die Figuren einlassen kann. So wie er jetzt ist, ereilt den Anime das, was die meisten Videospiel-Adaptionen betrifft: Er versucht in zu wenig Zeit so viel wie möglich unterzubringen. Dies betrifft nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch die Kampfszenen. Diese sind interessant, teilweise aber einfach zu kurz. Ich hoffe, dass sich das Pacing in den kommenden Folgen etwas mehr einspielt und sich mehr Zeit genommen wird, um insbesondere die Figuren zu entwickeln.

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Dennoch muss dem Anime zu Gute gehalten werden, dass einige seiner Abweichungen vom Spiel durchaus gelungen sind. Insbesondere eine bestimmte Figur bekommt mehr Screentime und hierdurch wird ein Moment deutlich emotionaler. Zusätzlich sind einige Details in der Serie enthalten und es gibt so manches ”Easter Egg” zu entdecken. Doch trotz all den genannten positiven Aspekten würde ich dennoch jedem empfehlen, stattdessen das Spiel zu spielen, um die Story zum ersten Mal zu erleben. Denn diese allein ist es wirklich wert.

Kurzfazit

The World Ends with You The Animation punktet mit einer stylischen Musik- und Bildgestaltung sowie überzeugender Synchronisation. Doch trotz dieser positiven Aspekte hat die Anime-Serie wie viele andere Spiel-Adaptionen mit einem zu schnellen Pacing zu kämpfen, durch welches Story und Figuren leider an Tiefe verlieren.

Bilder: © SQUARE ENIX/The World Ends with You Project

Pro

  • stylische Animation
  • japanische Synchronisation
  • großartiger Soundtrack, ...

Contra

  • … wobei die Musikauswahl manchmal ein Fehlgriff ist
  • viel zu schnelles Erzähltempo
  • Charakter- und Storyentwicklung geht verloren
vorläufige
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