Preview: Chainsaw Man

11. Oktober 2022,   
Autor: Pascal Walther

In der diesjährigen Herbst-Season startet die von vielen Fans heiß erwartete Anime-Adaption von Chainsaw Man in Japan und hierzulande auf Crunchyroll im Simulcast. Doch kann der Anime, der auf Tatsuki Fujimotos gleichnamigem Manga basiert, den hohen Erwartungen gerecht werden? Ich konnte mir die erste Episode bereits vorab ansehen und werde diese Frage im folgenden Preview beantworten. Pascal Walther

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Preview reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Die Nacht der wandelnden Kettensäge

Chainsaw Man beginnt mit dem Waisenjungen Denji, der auf einfachste Weise und am Rande der Armut irgendwo in Japan lebt. Sein Leben ist bestimmt von Schulden bei der Yakuza, die er nach dem Tod seines Vaters geerbt hat und nun versucht mit Aufträgen zu begleichen.

Dabei ist Denji kein normaler Waisenjunge, sondern ein sogenannter Devil Hunter. Er jagt und tötet Dämonen und streicht dafür Kopfgeld ein. Seine Spezialität hierbei ist, dass er vor langer Zeit mit einem Dämon einen Pakt einging. Seither ist Pochita, ein kleiner orangefarbener Dämon mit einer aus seinem Kopf ragenden Kettensäge, sein unverzichtbarer Partner bei der Jagd. Immer wieder aufs Neue muss Denji allerdings erfahren, wie hinterlistig der Boss der Yakuza-Gang ist – nicht mal die versprochene Summe erhält er nach einem mit Bravour erledigten Auftrag. Offensichtlich hat er sich mit dieser Lebensweise abgefunden, was ihn aber trotzdem nicht davon abhält, von Dingen wie Brot mit Marmelade zu träumen.

Und dann kam der Tag, der alles für ihn veränderte! Als Denji einen weiteren Auftrag hätte ausführen sollen, wird er vom Vorgesetzten der Bande in eine Falle gelockt und von hinten mit einem Katana durchbohrt. Wie sich herausstellt, hat sich die Yakuza-Gang auf einen Deal mit einem Dämon eingelassen, um mehr Macht zu erlangen. Genauer geht es um einen Zombie-Dämon, der die gesamte Gang in Zombies verwandelt hat, die nun allesamt auf Denji losgehen. Am Ende landet er in Dutzende Teile zerstückelt in einem Müllcontainer. Doch wie durch ein Wunder ist es Pochita aber möglich, sich mit Denji zu vereinen und erweckt ihn wieder zum neuen Leben.

Ein normaler Mensch ist der Waisenjunge in effectu nicht mehr, sondern eine Art Fusion seinesgleichen und Pochita: Aus seinem Kopf ragt eine Kettensäge heraus und zwei weitere an den Armen. Mit dieser gewaltigen neuen Kraft metzelt er die Zombie Yakuzas und schlussendlich auch den Zombie-Dämon nieder. Gleich am nächsten Morgen begegnet er einer jungen rothaarigen Frau, die ihm Jobs anbietet und analog dazu genügend zu essen, worauf er aufhorcht. Damit beginnt Denjis neues „dämonisches“ Leben.

Bild und Animation

Chainsaw Man adaptiert den gleichnamigen Manga von Tatsuki Fujimoto und schafft es hierbei recht gut, den Stil des Originals im Anime wiederzugeben. Für die Adaption ist das Studio MAPPA (u. a. Jujutsu Kaisen, Attack on Titan: Final Season, Yuri!!! on Ice) verantwortlich, bei der Ryū Nakayama und Makoto Nakazono die Regie übernehmen. In Japan startet die neue Anime-Serie am 11. Oktober 2022 im japanischen TV, während diese hierzulande bei Crunchyroll im Simulcast und SimulDub laufen wird.

Die Qualität der visuellen Umsetzung befindet sich durchwegs auf hohem Niveau. Besonders hervorzuheben sind vor allem die ausgezeichneten Bilder und Settings, die in vielen Szenen als Hintergrund dienen. Diese sind sehr detailreich ausgeführt und helfen dabei den Szenen mehr Leben einzuhauchen. Das Charakterdesign von Kazutaka Sugiyama ist in den meisten Szenen gut bis sehr gut gelungen, die in den Nahaufnahmen detailliert ausfallen. Bei weiter entfernten Charakteren halten sich Details wiederum in Grenzen, was nicht zum Gesamtbild der doch sehr wertigen Produktion passt.

Des Weiteren zeigt sich Kiyotaka Oshiyamas Design der Dämonen in der ersten Episode noch nicht von seiner besten Seite. Teils dilettantisch animiert, vermag es noch etwas an Verbesserung, um zu glänzen. Ebenso ist die Animation des Blutes stellenweise mangelhaft, was ins Gewicht fällt, wenn man bedenkt welchen Stellenwert es in einer Serie wie dieser hat. Jedoch ist die Choreografie des Kampfes gegen besagte Zombies sehr gut ausgeführt, das den vorherigen Punkt zu einem gewissen Teil wettmacht.

Synchronisation und Musik

Zum Zeitpunkt der offiziellen Veröffentlichung von Chainsaw Man auf Crunchyroll, zeigt der Streaming-Anbieter die neue Anime-Serie nicht nur im Originalton mit deutschen Untertiteln im Simulcast, sondern auch mit deutscher Synchronisation im SimulDub. Für dieses Preview habe ich die erste Episode in der japanischen Sprachfassung mit englischen Untertiteln gesehen.

Die japanischen Sprecher schaffen es durchgängig den jeweiligen Charakteren gerecht zu werden. Das Voice Acting ist atemberaubend, die Stimmen sind wenn nötig emotionsgeladen oder sachte. Besonders erwähnen möchte ich Kikunosuke Toya, die Stimme von Denji. Er schafft es sehr gut die vielschichtigen Emotionen des Charakters zu transportieren. Zugegebenermaßen hat er in dieser Episode die längsten Sprecherparts, aber das schmälert seine Leistung in keiner Weise.

Die Serienmusik, komponiert von Kensuke Ushio, fällt in der ersten Episode nicht allzu groß auf und gesellt sich eher passiv im Hintergrund. Keineswegs ist die musikalische Untermalung schlecht, aber sie bleibt einem bislang auch nicht wirklich im Gedächtnis. Das Opening (Kick Back von Kenshi Yonezu) fand in dieser Episode noch keinen Platz, während das Ending ein äußerst eingängiger Rock-Song ist. Nachdem jede Episode einen neuen Ending-Song hat, bleibt abzuwarten, wie das nächste ausfallen wird. 

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Fazit

Chainsaw Man kann in jeglicher Hinsicht dem Hype, der darum entstanden ist, gerecht werden. Die Qualität der Bilder und Animation sowie die bisherige Leistung der Sprecher des japanischen Casts sind zufriedenstellend und schaffen es Tatsuki Fujimotos blutige Handlung rund um Denji überzeugend und unterhaltsam wiederzugeben. Nach nur einer Folge lässt sich aktuell schwer einschätzen, wie sich das Erzähltempo im Laufe der Anime-Serie entwickelt. Aber auf Basis dieser erhoffe ich mir eine möglichst originalgetreue Adaption des Manga, die es schafft, die Story auf hohem Niveau würdig umzusetzen.

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Die Kampfszenen sind gut choreografiert und actionreich, während die Physik des Blutes in besagten Szenen jedoch teils etwas zu wünschen übriglässt. Dabei ist der Soundtrack bisher abgesehen vom ersten Ending-Thema eher unscheinbar, jedoch nicht schlecht. Alles in allen schafft es Chainsaw Man in weiten Teilen eine überdurchschnittliche Leistung zu erzielen und so den hohen Erwartungen zu entsprechen. Etwas das in der heutigen Zeit, in der der Markt in jeder Season quasi mit neuen Anime überflutet wird, keineswegs selbstverständlich ist.

Kurzfazit

Chainsaw Man ist ein visuell ansprechender Anime mit vielversprechendem Anfang. Definitiv ein Muss-Titel für Fans von Action-, Horror- und Splatter-Movies.

Bilder: © 2018 by Tatsuki Fujimoto/SHUEISHA Inc.

Pro

  • Sehr detailreiche Bilder
  • Gute Kampf-Choreografie
  • Faszinierender jap. Sprechercast

Contra

  • Charakterdesign teils minimalistisch
  • Physik des Blutes eher mangelhaft
vorläufige
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