review visual The Walking Dead: Streets of Survival

Review: The Walking Dead: Streets of Survival [PlayStation 5]

25. September 2026,   
Autor: Stefan Ibels

Das Universum von The Walking Dead hat bereits einige Videospielumsetzungen hervorgebracht. Mit The Walking Dead: Streets of Survival geht es dieses Mal jedoch nicht in Richtung Survival-Horror oder erzählerisches Adventure. Stattdessen erwartet uns ein klassisches 2D-Beat-‚em-up, in dem wir uns mit bekannten Figuren durch Horden von Zombies und menschlichen Gegnern prügeln.

Nach dem ersten Anspielen stellte sich mir vor allem die Frage, ob das vergleichsweise simple Spielprinzip auch über eine komplette Kampagne hinweg unterhalten kann. Nach rund drei bis sechs Stunden fällt mein Fazit allerdings gemischt aus. Stefan Ibels

The Walking Dead: Streets of Survival

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Eine bekannte Geschichte im Beat-‚em-up-Gewand

Inhaltlich orientiert sich Streets of Survival an bekannten Ereignissen aus der Welt von The Walking Dead und greift dabei insbesondere den Konflikt mit den Saviors auf. Die Geschichte ist jedoch keine 1:1-Umsetzung der Vorlage, sondern eine frei interpretierte Version.

Wir besuchen dabei zahlreiche bekannte Schauplätze aus der Serie. Dazu gehören unter anderem Hilltop, Alexandria, das Sanctuary und der Schrottplatz. Gerade für Fans der Serie ist es schön zu sehen, wie diese Orte im Pixel-Look des Spiels dargestellt werden.

Eine komplette Runde dauert ungefähr vier bis sechs Stunden. Wer lediglich die Geschichte durchspielen möchte, kommt entsprechend schneller ans Ende. Wer sich dagegen auf die Suche nach den verschiedenen Sammelobjekten macht, benötigt etwas länger. Die überschaubare Spielzeit passt grundsätzlich gut zum Genre.

The Walking Dead: Streets of Survival

Mehr Abwechslung als erwartet

Das eigentliche Herzstück von Streets of Survival ist das klassische Beat-‚em-up-Gameplay. Wir bewegen uns durch die Level, treffen auf Zombies und menschliche Gegner und erledigen sie mit Nah- und Fernkampfangriffen.

Besonders positiv aufgefallen ist mir dabei das Missionsdesign. Erstaunlich oft beschränkt sich ein Level nämlich nicht darauf, sämtliche Gegner auf dem Bildschirm zu besiegen und anschließend weiterzulaufen. Stattdessen gibt es immer wieder kleine zusätzliche Aufgaben und Kniffe, die für Abwechslung sorgen.

Wenn die Uhr plötzlich gegen uns läuft

Einige Abschnitte setzen uns zusätzlich unter Zeitdruck. Grundsätzlich gefällt mir diese Idee, da sie das ansonsten eher gemächliche Prügeln etwas auflockert. Allerdings funktioniert das nicht immer perfekt. Gerade gegen Ende gibt es einen Abschnitt, bei dem das Zeitlimit ziemlich knapp bemessen ist. Gleichzeitig müssen wir erst einmal herausfinden, wohin wir überhaupt müssen. Hinzu kommen zahlreiche Gegner, die uns den Weg versperren. Das kann durchaus stressig und stellenweise auch frustrierend werden.

Sobald man den Ablauf kennt und weiß, welchen Weg man nehmen muss, wird die Situation deutlich einfacher. Beim ersten Versuch entsteht allerdings schnell das Gefühl, dass einem die Zeit davonläuft. Trotzdem würde ich diese Abschnitte insgesamt eher positiv bewerten, da sie zeigen, dass die Entwickler versucht haben, das klassische Beat-‚em-up-Prinzip durch unterschiedliche Missionsziele aufzulockern.

The Walking Dead: Streets of Survival

Rick, Daryl und Michonne

Zu Beginn stehen Rick, Daryl und Michonne zur Auswahl. Nach dem ersten Durchspielen wird außerdem Negan als zusätzlicher Charakter freigeschaltet. Die Figuren unterscheiden sich voneinander. Michonne hat beispielsweise eine größere Reichweite und ist dadurch im Nahkampf sehr gut zu spielen. Sie verfügt jedoch über keine Fernkampfwaffe, zumindest nicht zu Beginn. Rick ist im Nahkampf etwas schwächer, verfügt aber über eine starke Fernkampfwaffe. Daryl setzt mit seinen Messern und seiner Armbrust auf eine Mischung aus beidem.

Das Problem ist allerdings, dass sich die Charaktere insgesamt doch sehr ähnlich spielen. Die grundlegenden Kombos und Bewegungsabläufe unterscheiden sich nur wenig. Auch das Upgrade-System sorgt nicht für den großen Unterschied. Wir können unter anderem die Waffen, die Kampfkraft und die Heilgeschwindigkeit verbessern. Diese Möglichkeiten funktionieren bei den Charakteren aber sehr ähnlich. Hier wäre deutlich mehr Individualität möglich gewesen. Letztlich bleibt die Wahl des Charakters also eher eine Frage des persönlichen Geschmacks.

The Walking Dead: Streets of Survival

Schicke Pixel-Welt

Streets of Survival setzt optisch konsequent auf einen Pixel-Look. Das passt gut zur klassischen Arcade-Ausrichtung des Spiels.

Besonders gut gelungen sind meiner Meinung nach die Level selbst. Die bekannten Schauplätze aus der Serie wurden mit viel Liebe zum Detail umgesetzt, sodass man sich schnell in der Welt von The Walking Dead wiederfindet. Die bekannten Orte unterscheiden sich nicht nur optisch voneinander, sondern werden auch für unterschiedliche Missionssituationen genutzt.

Auch akustisch bleibt The Walking Dead: Streets of Survival seinem Arcade-Ansatz treu. Die Soundeffekte während der Kämpfe passen gut zum Geschehen und lassen Schläge, Schüsse und die Angriffe der Zombies ordentlich wirken. Die Musik untermalt das Geschehen auf passende Weise und unterstützt die actionreiche Atmosphäre, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.

Die Sammelobjekte sind ebenfalls eine nette Ergänzung. Sie sind größtenteils nicht besonders gut versteckt, motivieren aber dazu, die Level etwas genauer zu erkunden.

Die Bosskämpfe sind die größte Enttäuschung

Während mir die normalen Level überraschend gut gefallen haben, sieht es bei den Bosskämpfen leider ganz anders aus. Das Spiel wirbt mit mehreren Phasen für seine Bossbegegnungen. Und technisch gesehen gibt es diese Phasen auch. Das Problem ist nur, dass sie sich häufig fast exakt gleich spielen.

Ein gutes Beispiel ist Simon in Hilltop. Er steht zunächst auf der Ladefläche eines Trucks und beschießt uns mit seinem Maschinengewehr oder wirft Granaten. Haben wir ihn besiegt, flieht er. Wir ziehen weiter durch das Level und treffen ihn kurze Zeit später erneut. Er steht wieder auf der Ladefläche, schießt wieder mit dem Maschinengewehr und wirft wieder Granaten. Nachdem wir ihn ein weiteres Mal besiegt haben, begegnen wir ihm erneut und machen im Grunde dasselbe noch einmal.

Zwar sind es unterschiedliche Phasen, spielerisch fühlen sie sich jedoch kaum so an. Das zieht sich durch das gesamte Spiel bis hin zum Endkampf. Ausgerechnet ein Bosskampf gegen einen Zombie zeigt, wie viel besser das funktionieren kann. Hier spielt Elektrizität eine wichtige Rolle, und wir müssen zunächst verstehen, wie die Umgebung funktioniert. Dazu kommt eine kleine Rätselsequenz. Sobald man das Prinzip verstanden hat, ist auch dieser Kampf nicht mehr besonders schwierig. Trotzdem hat er mir deutlich besser gefallen, weil man nicht einfach nur permanent auf den Gegner einschlagen muss. Genau solche Ideen hätte ich mir bei den anderen Bosskämpfen häufiger gewünscht.

The Walking Dead: Streets of Survival

Sieben Missionen und überraschend viel Abwechslung

Die Kampagne besteht insgesamt aus sieben Missionen, die teilweise noch einmal in mehrere Abschnitte unterteilt sind. Dabei hat es mich positiv überrascht, wie unterschiedlich die einzelnen Missionen gestaltet sind. Gerade weil es nicht immer nur darum geht, „alle Gegner besiegen“, fühlen sich die einzelnen Level abwechslungsreicher an, als man es von einem klassischen Beat-‚em-up erwarten würde.

Das ist für mich sogar einer der Punkte, die einen zweiten Durchlauf rechtfertigen könnten. Wer Spaß daran hat, Level erneut zu spielen, kann versuchen, die Missionsziele effizienter zu erledigen, Sammelobjekte zu finden oder die verschiedenen Charaktere auszuprobieren. Das reicht für mich persönlich allerdings nicht aus, um das Spiel vier- oder fünfmal durchzuspielen.

Der Wiederspielwert bleibt begrenzt

Nach dem ersten Durchgang wird Negan freigeschaltet. Zusätzlich können wir unsere Charaktere weiter verbessern und versuchen, alle Fähigkeiten freizuschalten. Das bedeutet allerdings auch: Wer alles sehen und alle Upgrades freischalten möchte, muss die Kampagne mehrfach spielen. Hier stößt Streets of Survival für mich an seine Grenzen.

Zwar sind die Level und Missionsziele abwechslungsreich gestaltet, die grundlegenden Kämpfe, Gegner und Bossbegegnungen bleiben aber weitgehend identisch. Auch die Upgrades verändern das Spielgefühl nicht grundlegend. Zusätzlich gibt es noch einen Survival-Modus. Hier sucht man sich einen Charakter aus und wird – bis man stirbt – von Gegnern angegriffen. Darunter sind auch einige Bossgegner aus der Kampagne.

The Walking Dead: Streets of Survival

Fazit

The Walking Dead: Streets of Survival ist ein solides und kurzweiliges Beat-‚em-up, das insbesondere mit seinem gelungenen Missionsdesign überzeugt. Die bekannten Schauplätze aus der Serie wurden schön in den Pixel-Look übertragen, und die sieben Missionen bieten erfreulich viel Abwechslung. Besonders gut haben mir die unterschiedlichen Missionsziele gefallen. Anstatt sich ausschließlich durch Gegnerhorden zu prügeln, gibt es immer wieder kleine Aufgaben, Rätsel oder Zeitlimits, die das klassische Spielprinzip auflockern. Auch die relativ kurze Spielzeit von drei bis sechs Stunden passt grundsätzlich gut zum Konzept.

Leider stehen diesen Stärken einige deutliche Schwächen gegenüber. Die drei Hauptcharaktere spielen sich ähnlicher als zunächst angenommen, und auch das Upgrade-System bietet nur wenige echte Individualisierungsmöglichkeiten. Am meisten enttäuscht haben mich allerdings die Bosskämpfe. Zwar verfügen viele Bosse über mehrere Phasen, spielerisch unterscheiden sich diese aber häufig kaum voneinander.

Am Ende bleibt deshalb ein Spiel, das mir durchaus Spaß gemacht hat, das ich persönlich aber nicht noch einmal durchspielen müsste. The Walking Dead: Streets of Survival macht vieles ordentlich, aber leider nur wenig wirklich herausragend.

Kurzfazit

The Walking Dead: Streets of Survival hat einige wirklich gute Ideen und bietet gerade beim Missionsdesign überraschend viel Abwechslung. Gleichzeitig verschenkt das Spiel Potenzial bei den Charakteren, den Bosskämpfen und vor allem beim langfristigen Wiederspielwert.

Bilder: © 2026 Trailmark Games LLC. All rights reserved. The Walking Dead © 2026 AMC Film Holdings LLC. All rights reserved. All trademarks are the property of their respective owners.

Pro

  • Abwechslungsreiches Missionsdesign
  • Schöne Umsetzung bekannter Schauplätze
  • Kurzweilige Spielzeit

Contra

  • Bosskämpfe enttäuschen
  • Charaktere spielen sich zu ähnlich
  • Upgrades bieten wenig Individualität
5.5
10
Story/Umfang:
Gameplay:
Grafik:
Soundtrack:
Themen:
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