Review: Sonic The Hedgehog 2

13. Mai 2022,   
Autor: Patrick Snir

Nach dem überraschenden Erfolg der Videospiel-Adaption Sonic the Hedgehog und dem deutlichen Cliffhanger am Ende ist es nicht verwunderlich, dass diese ein Sequel erhält. Nun, zwei Jahre später, kehrt Segas bekannteste Videospielfigur und Maskottchen Sonic mit seinem neuen Abenteuer auf der großen Leinwand zurück und steht großen Herausforderungen bevor. Patrick Snir

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Neue Rivalen, gleichgesinnte Freunde, große Gefahr

Mittlerweile sind 243 Tage vergangen, seit Sonic Robotnik besiegen konnte und mithilfe der Ringe auf einen weit entfernten Planeten schickte. Beim Versuch das außerirdische Exil des Pilz-Planeten zu verlassen und Sonic Rache zu schwören, trifft er auf Knuckles, einen außerirdischen Echidna-Krieger mit unglaublichen Kräften, mit dem der Tech-Millionär Dr. Robotnik (Jim Carrey) sofort einen Pakt schließt. Auch Knuckles scheint einen Groll auf Sonic zu hegen, was Robotnik natürlich in die Karten spielt. Mit dem stärksten Echidna an seiner Seite kehrt er auf die Erde zurück, um Sonic zu Fall zu bringen.

Währenddessen versucht sich Sonic nach seiner Niederlassung in Green Hills auf der Erde einzugliedern und als großer Held aufzuspielen, was ihm seine Zieheltern Tom (James Marsden) und Maddie (Tika Sumpter) eigentlich verbieten. Jedoch währt der Ärger nicht ewig, als beide auf dem Weg nach Hawaii sind, um dort die Hochzeit von Maddies Schwester Rachel (Natasha Rothwell) zu feiern. Im ersten Augenblick meint Sonic ein ruhiges Wochenende vor sich zu haben. In Wirklichkeit steht bereits das Bösewicht-Duo wortwörtlich vor seiner Tür.

Unterstützung trifft noch rechtzeitig ein, als Miles „Tails“ Prower Sonic zu Hilfe eilt und sie fortan Seite an Seite das rasante Abenteuer bestreiten. Dabei erfährt Sonic mehr über die mysteriöse Landkarte, die er damals von Langklaue erhalten hat. Das diese allerdings den Weg zu einem sehr gefährlichen Master Emerald verbirgt, der in falschen Händen sogar die Kraft hat, die Zivilisation zu zerstören, ist ihnen noch nicht bewusst. Für Robotnik natürlich die langersehnte Macht, nach der er strebt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um das Chaos zu verhindern. 

Action- und glorreicher Familienspaß 

Für Sonic the Hedgehog 2 übernahm wieder Jeff Fowler die Regie, während die Drehbücher von Pat Casey, Josh Miller und John Whittington stammen. Bereits knapp zwei Monate nach dem Kinostart von Sonic the Hedgehog kündigte Paramount Pictures ein Sequel an, was die Post-Credit-Szene schon hat vermuten lassen.

Dabei war dies vor allem nach der Veröffentlichung des ersten Teasers zum ersten Film im Dezember 2018 nicht zu erwarten, als das Produktionsteam für das nicht gelungene Charakterdesign von Sonic überwiegend negative Kritik erntete – und das zurecht. Darauf investierte Paramount nochmal Zeit und Geld, um dem titelgebenden Protagonisten ein Re-Design zu spendieren. Letztendlich spielte Sonic the Hedgehog nach seiner Premiere im Januar 2020 während der gesamten Spielzeit über 300 Millionen US-Dollar – das Dreifache des Budgets – ein und drängte Pokémon Meisterdetektiv Pikachu vom Thron der bis dahin erfolgreichsten Videospiel-Adaption. 

Dass die Macher damals auf die Meinung der Fans hörten, kommt in der Fortsetzung auch den neuen Figuren zugute. Denn die GCI-Designs von Knuckles als auch Tails sind jeweils grandios und fügen sich perfekt in das Setting der realen Welt ein. Die visuellen Effekte sind zum Teil stark und teilweise etwas schwächer als im Vorgänger. Bemerkbar sind die wenigen Defizite vor allem in den grundsätzlich spektakulären Actionszenen, die summa summarum zum Familienspaß für Groß und Klein beitragen. 

Rasantes Abenteuer – aber zu lang

Von der schauspielerischen Leistung von Jim Carrey als Dr. Robotnik wird man als Zuschauer in der Tat nicht enttäuscht, dem der Bösewicht nicht nur wie ins Gesicht geschnitten ist, sondern ihn zugleich mit seinen Eigenschaften aufwertet. Kein Wunder also, das Kultkomiker Carrey als Schlüsselperson eine unabdingbare Figur für die Handlung darstellt. Ob Sonic the Hedgehog mit einer anderen Besetzung noch genauso glänzen würde, wage ich zu bezweifeln. 

Nichtsdestoweniger wird die allgemein lobenswerte Handlung, die mit reichlich Slapstick-Humor und mit Zitaten sowie Assoziationen aus der Popkultur-Szene aufgewertet wird, leider von der Länge beeinträchtigt. Wenn Sonic und Dr. Robotnik keine Screentime haben und der Film Nebenplots einschlägt, fängt die Handlung an zu entgleisen, womit das Sequel Qualität einbüßen muss. Zudem kann der restliche Cast um Tika Sumpter oder Natasha Rothwell der Videospiel-Philosophie nur wenig beisteuern. 

In der deutschen Sprachfassung sind mit dem Zugang neuer Rollen ebenfalls neue Sprecher mit an Bord – unter anderem Oliver Stritzel als Knuckles und Paulina Weiner als Tails. Trotz der nachvollziehbaren Enttäuschung der Fans, dass die Charaktere nicht mit ihren ursprünglichen Stimmen besetzt wurden, leisten neben Julien Bam als Sonic auch Stritzel und Weiner eine ausgezeichnete Leistung. 

Fazit

Sonic the Hedgehog 2 ist eine insgesamt gelungene Fortsetzung, die mit den Neuzugängen Knuckles und Tails nicht nur für Fanservice sorgt, sondern auch die Story um weiteres Potenzial erweitert. Beide müssen auf der jeweiligen Seite – egal ob gut oder böse – dasselbe wie Sonic im ersten Film durchmachen und ihren Platz auf dem fremden Planeten finden. Dabei geht allerdings die emotionale Bindung zwischen den Charakteren verloren, die noch im Vorgänger mit Sonic und Tom forciert wurde. Stattdessen ist das Ziel der Macher, in rund zwei Stunden so viel Action und Power wie möglich zu integrieren. 

Während Regisseur Jeff Fowler in Sonic the Hedgehog 2 für Kämpfe und die damit verbundene Actionszenen das bessere Auge hatte, ist das Sequel etwas zu lang geraten, womit der Film sehr zäh wirkt. Anderthalb Stunden wären eine völlig ausreichende Laufzeit gewesen. Nachdem Sonic the Hedgehog 2 ähnlich wie der erste Film endet, ist davon auszugehen, dass der blaue Igel in Zukunft noch ein weiteres Abenteuer erleben wird. Wenn sich die Macher die Kritik zu Herzen nehmen und nichts überstürzen, könnte uns ein erstklassiger dritter Teil erwarten – es bleibt abzuwarten. 

Kurzfazit

Sonic the Hedgehog 2 knüpft nahtlos an das Ende des ersten Films an und setzt das Abenteuer der Erzrivalen Sonic und Dr. Robotnik fort. Mit rasanter Action, subtilem Humor und Zitaten aus der Popkultur ist das Sequel ein Spaß für Groß und Klein.

Bilder: © 2022 POWSTER © 2022 Paramount Pictures and Sega of America, Inc.

Themen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Share via
Copy link