Für manch einen ist wohl nach Jahren endlich ein Traum in Erfüllung gegangen: Das noch junge Anime-Label AniMoon Publishing hat sich die Rechte des wohl besten Romance-Klassikers gesichert: Toradora!. Schon lange haben Fans der Serie auf eine deutsche Lizenz gewartet. Toradora! umfasst insgesamt 25 Episoden, welche von Oktober 2008 bis März 2009 im japanischen TV zuerst ausgestrahlt wurden. AniMoon brachte am 16. Juni dieses Jahres das erste Volume mit den ersten fünf Folgen auf den Markt, die ich mir in deutscher Version zu Gemüte führen durfte. Patrick Snir
Eine verrückte Liebesgeschichte
Ryūji Takasu ist ein ganz normaler und netter Schüler – wenn da nicht der Blick wäre, den er von seinem Vater geerbt hat: Seine Mitschüler meinen in seinen Augen einen gemeingefährlichen Schlägertyp zu erkennen. Deswegen kann er fast keine Freunde finden; die meisten Mitschüler trauen sich nicht mal in seine Nähe.
Noch auf dem Weg in die Schule trifft er seinen alten Freund Yūsaku Kitamura wieder. Ein wahrer Glücksfall, denn nun – so hofft er – wird es ihm wesentlich leichter fallen die Mitglieder seiner Klasse von seiner wahren Natur zu überzeugen. Vor dem Klassenraum trifft Ryūji auf seine Klassenkameradin Minori Kushieda, in die er heimlich verliebt ist. Als er auf dem Flur einige Schritte nach vorne geht, stößt er urplötzlich auf die gefährlichste Schülerin der Schule, die auch unter dem Namen “gefährlichstes Tier” bekannt ist. Nachdem er sie aus Versehen angerempelt hat, durfte er die Faust der wütenden Taiga Aisaka spüren. Auf Grund ihrer geringen Größe (1,45 m), aber aufbrausenden Natur hat sie auch den Spitznamen Tiger bekommen.
Doch auch das hatte sein Gutes: Schnell verbreitet sich die Neuigkeit, und schon bald ist klar, dass er nicht Täter, sondern nur ein weiteres Opfer ist, wie viele andere in der Schule.
Das Team Tiger und Drache
Als Ryūji am Ende des Schultages seine Tasche aus dem Klassenzimmer holen will, trifft er auf Taiga. Als er zu seiner Tasche gehen will, kommt ihm Taiga näher und versucht zu verhindern, dass er die Tasche mitnimmt. Der völlig verwirrte Protagonist wehrt sich und schafft es letzten Endes, seine Tasche zu nehmen, aus dem Zimmer zu entkommen und nach Hause zu gehen.
Als er dann am Abend in die Tasche hineinschaut, merkt er, dass Taiga seine Tasche versehentlich mit der seines Freundes vertauscht hat: Er fand einen verdächtig nach Liebesbrief aussehenden Umschlag am Boden der Tasche. Jedoch war der Umschlag leer – Ryūji kann über die Verwechslung nur schmunzeln.
Da Taiga unterdessen ihren Irrtum bemerkt hat, bricht sie in der Nacht in dem verzweifelten Versuch, ihm durch einen Schlag auf den Kopf der Erinnerung zu berauben, bei Ryūji ein.
Dennoch kann Ryūji sie schließlich beruhigen und erzählt ihr, dass kein Liebesbrief in dem Umschlag war. Sichtlich erleichtert beschließen die beiden, sich gegenseitig ihre Geheimnisse anzuvertrauen. Da beide in den Freund des anderen verliebt sind, beschließen sie, einander zu helfen. Zuerst muss Ryūji Taiga und Yūsaku zusammenbringen, dann wird Taiga ihm bei Minori helfen. Wird das ungewöhnliche Team ihr Ziel erreichen können?
Bild und Animation
Die Anime-Serie basiert auf dem dreiteiligen Light Novel Toradora Spin-off!, welches von 2007 bis 2010 in Japan erschienen ist und von Yuyuko Takemiya stammt. Erstmalig wurde dann die Serie von Oktober 2008 bis März 2009 im japanischen TV ausgestrahlt. Die Serie aus dem Studio J.C. STAFF konnte auch hierzulande Fans gewinnen und erreichte auf vielen Seiten einen hohen Rang.
Ich muss persönlich gestehen, dass mir das Charakterdesign nicht zugesagt hat, auch wenn es für die Zeit, in der der Anime erschienen ist, ein sehr schöner Zeichenstil war. Jedoch konnte er mir sowohl früher als auch heute nicht beeindrucken. Vor allem erscheinen entferntere Charaktere schwammig. Nichts desto weniger ist der Grafikstil der Landschaft und Kulisse sehr schön. Auch wenn die räumlichen Farben meistens monoton sind, sind die Farben außerhalb sehr schön und nett anzusehen.
Leider passen auch die Animationen nicht mehr in unsere Zeit und müssen dementsprechend bewertet werden. Sonst gibt es aber nichts zu beanstanden: Die Blu-ray-Version hat die Animationen schön flüssig dargestellt und man hat keine Animationsfehler bemerkt. Die 1080p haben dem Anime definitiv einen neuen Anstrich gegeben.
Deutsche Umsetzung und Musik
Die Synchronisationsarbeiten fanden im berliner Oxygen Sound Studio statt, die Dialogregie übernahm Jasmin Arnoldt. Hiermit hat AniMoon Publishing eine gute Synchronfirma ausgesucht, die auch schon eine Vielzahl an Animes gut gefertigt hat.
Persönlich gefiel mir die Synchronisations in diesem Anime recht gut. Ich habe viele Stimmen vernommen, die ich noch nie in einer Anime-Serie gehört habe: Auch Ozan Ünal, die Stimme hinter unserem Protagonisten Ryūji Takasu. Er hat seine Rolle gut gespielt und passte zu 100 Prozent zu dieser Person. Auch fand ich die Stimme von Luisa Wietzorek (eine meiner Lieblingssynchronsprecher), welche die immer-wütende Taiga übernommen hat, genial. Im Ganzen kann ich sagen, dass ich mit der ausgewählten Besetzung sehr zufrieden bin. Wer aber dennoch kein Freund der deutschen Synchronisation ist, hat auch die Möglichkeit, die auf der Disc enthaltene OmU-Fassung – japanischen Originalton mit deutschen Untertitel – anzusehen.
Die Musik in diesem Anime hat keine große Rolle gespielt, da es fast keine szenenrelevante Musik gab. Nichts desto weniger hat mir aber das Opening und Ending gefallen. Man fühlte sich gezwungen, das Ending nicht zu überspringen, da man die Musik erleben wollte.
Fazit
Mir persönlich hat Toradora! schon früher sehr gefallen. Es gibt Momente, an denen man lachen muss und das mit dem realen Leben vergleicht, und Momente, an denen man mit dem Charakter mitfühlt. Meistens ist die Handlung verrückt und kommt auch deswegen aus dem Konzept, aber dennoch bleibt sie stimmig. Die Visualisierung war dennoch nicht die beste – das Charakterdesign hat mir leider nicht zugesagt. Die Animationen sind im Gegensatz dazu sehr flüssig und schön anzusehen. Außerdem finde ich es faszinierend, dass man einen so alten Anime noch in 1080p ausliefern kann. Die Synchronisation war mehr als nur perfekt. Alle Charaktere waren mit einer professionellen Stimme versorgt, was man selbstverständlich merkt.
Ich bin schon sehr auf das Erscheinungsdatum des zweiten Volumes gespannt, welches der 28. Juli 2017 ist. Ob das zweite Volume weiter mithalten kann, werdet ihr im nächsten Test lesen können.
© YUYUKO TAKEMIYA/ASCII MEDIA WORKS/TORADORA PRODUCT COMMITTEE
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Laura -
Lob an animoon!! Sie haben ein schönes Produkt auf den Markt gebracht, wofür das Geld auch definitiv wert ist. 🙂