Seit September mischt Idle Boss Rush den Markt der Idle-Games auf. Dabei macht der Entwickler Irid Games einiges anders als man es aus diesem Genre vielleicht gewohnt ist. Lasst mich euch in die produktive Unproduktivität führen und die Frage beantworten, ob sich ein Kauf für euch lohnt. Bastian Budde
ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.
Ein Dorf, viele Monster
In Idle Boss Rush geht es um ein Dorf, das sich zur Aufgabe gemacht hat, riesige Bossmonster zu verkloppen. Mehr gibt es über die Handlung nicht zu wissen. Immerhin sind wir hier bei einem Idle-Game.
Anders als bei anderen Spielen dieser Art, beispielsweise Tab Titans, bei denen nur alle fünf Level ein Bosskampf auf Zeit absolviert werden muss, kämpft euer Dorf hier ständig gegen diese Monster. Eine Zeitbegrenzung gibt es nicht. Sobald ein Monster besiegt wurde, wird das nächste freigeschaltet. Der Clou dabei: Jedes Monster droppt einzigartigen Loot. Ihr geht also regelmäßig zurück, um bereits besiegte Monster erneut zu bekämpfen. Mit den gewonnenen Materialien könnt ihr Perks ausrüsten und aufleveln.
Beim Prestige-System gibt es ebenfalls nennenswerte Unterschiede. Anstelle eines Hard-Resets, bei dem ihr alle euren Fortschritt verliert, könnt ihr einen Soft-Reset durchführen, für den ihr Material bezahlt.
Die Skill-Punkte sind jedoch begrenzt. Es ist unmöglich, den gesamten Skill-Tree freizuschalten. Ihr müsst also abwägen, welche Fähigkeiten ihr nutzen wollt. Wenn ihr eure Entscheidung rückgängig machen oder einen anderen Pfad ausprobieren möchtet, seid ihr gezwungen, einen Hard-Reset auszuführen.
Balance und Atmosphäre
Dieses Konzept wirkt zunächst erfrischend, entpuppt sich aber im Laufe des Spiels als dessen größte Schwäche. Euer erster Spieldurchlauf dauert etwa zehn Stunden. Dabei schaltet ihr stetig neue Dinge frei und nutzt den Soft-Reset, um stärker zu werden. Anschließend habt ihr quasi alles gesehen, was das Spiel zu bieten hat. Auch mit starken Builds dauert der letzte Boss gerne mal mehrere Stunden.
Wenn ihr die 100 % in Idle Boss Rush anstrebt, heißt es also ab jetzt Idle Grind. Für die letzten paar Prozent des Spiels müsst ihr es mehrere hundert Stunden lang auf eurem Rechner laufen lassen. Eine Zeit, die sich nicht wirklich zu investieren lohnt. Der Entwickler möchte euch dazu anspornen, nach dem ersten Durchlauf eure Ausrüstung und eure Fähigkeiten zu optimieren. Das scheitert jedoch auf ganzer Linie.
Dafür stimmt jedoch die Präsentation. Der pixelige Artstil ist sehr charmant und die Bosse sind cool designt. Der Soundtrack ist richtig gut und variiert bei der Aktivierung bestimmter Effekte.
Wie geht es weiter?
Auch wenn das Spiel auf Steam nicht als Early Access gelistet ist, macht das Entwicklerteam eines klar: Es arbeitet mit Hochdruck an dem Spiel und berücksichtigt Spielerfeedback. In den ersten Wochen nach der Veröffentlichung haben sie bereits einige Anpassungen am Spiel vorgenommen und Bugs beseitigt. Änderungen und neue Inhalte entstehen also in Absprache mit der Spielerschaft. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich der Spielfluss verbessert und neue Bosse am Horizont erscheinen.
Fazit
Idle Boss Rush bringt frischen Wind in das Idle-Genre. Doch dieser hält leider nur für einige Stunden an. Idle-Fans sollten das Spiel daher im Auge behalten. Eine Kaufempfehlung zum vollen Preis gibt es allerdings momentan nicht.
Bilder: ©Irid Games

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