Bild

Review: Die rothaarige Schneeprinzessin – Volume 1

14. Februar 2018

Am 24. Januar starteten zum Auftakt des neuen Jahres viele Anime-Serien beim Wiesbadener Anime-Publisher KSM Anime – unter anderem auch das erste Volume zum Anime Die rothaarige Schneeprinzessin. Die Serie erschien erstmals in der Sommerseason 2015 unter dem Namen Akagami no Shirayuki-hime im japanischen TV und wurde vom Animationsstudio BONES adaptiert. Wie mir die ersten vier Folgen des Animes, das dem von den Brüdern Grimm bekannten Kinder- und Hausmärchen „Schneewittchen“ sehr ähnelt, gefallen hat, erfahrt ihr in diesem Review. Patrick Snir

Haare – so rot wie ein Apfel

Shirayuki, ein junges Mädchen, welches in einem kleinen Dorf als Apothekerin arbeitet, wurde mit einzigartigem apfelroten Haar geboren. Somit ist es kein Wunder, dass sie überall hervorsticht und sie jeder im Dorf und der naheliegenden Umgebung kennt. Eines Tages wurde sie von Dienern dem berühmten, aber törichten Prinzen Raji vorgestellt, der sich sofort in sie verliebte und sie aufforderte, seine Konkubine zu werden. Jedoch entspricht das nicht den Vorstellungen des jungen Mädchens – sie will ihre jetzige Freiheit im Dorf behalten und sich selbst über ihre Zukunft Gedanken machen. Weil sie auf keinen Fall die Konkubine des Prinzen werden möchte, entschloss sie kurzerhand, ihre langen, schönen Haare zu kürzen und floh in den Wald, um sich dort zu verstecken. Als sie durch die Wälder streift, begegnet sie einem Jungen namens Zen Wistalia Clarines, ein Prinz des Landes, in dem sich Shirayuki befindet. Dieser behält seine wahre Identität allerdings vorerst vor ihr geheim. Allerdings kann sie seine Wunden, die durch einen gescheiterten Angriff zustande kamen, mit ihren Heilkräutern versorgen. Kurz darauf kamen Zens Freunde an die Stelle, an der Zen verarztet wurde. Zum Dank lädt Zen Shirayuki in die geheime Hütte ein, wo sie ihre Gründe für die Flucht erzählen kann.

Der vergiftete Apfel

Als Prinz Raji von seinen Leuten erfuhr, dass Shirayuki nicht mehr aufzufinden ist, macht er sich auf den Weg in den Wald, in dem sie zuletzt gesichtet worden war, um ihr einen Apfel zu überreichen. Doch der Apfel war vom Prinzen selbst vergiftet worden, damit sie leichter von den Bediensteten des Prinzen in sein Schloss transportiert werden kann. Er plant, ihr dann dort ein Gegenmittel zu verabreichen, um sie anschließend zu heiraten. Doch dieser Plan ging knapp daneben, da nicht sie, sondern Zen in den Apfel biss und plötzlich umfiel. Während Shirayuki helfen wollte, stürmten Rajis Handlanger in die Hütte und entführten sie. Im Schloss des Prinzen angekommen kam es zu einer großen verbalen Konfrontation, bis ungeahnt Zen und seine Freunde in den Schlosssaal stürmten und Shirayuki vom elenden Prinzen befreien konnte. Jetzt wurde auch ihr offengelegt, dass Zen ein Prinz des Nachbarlandes ist und dass sie sich nun in Sicherheit befindet und erlebt die größten Abenteuer ihres Lebens erleben wird.

Bild und Animation

Die zwölfteilige Anime-Serie, die auf dem gleichnamigen Manga von Sorata Akizuki basiert, wurde vom Animationsstudio BONES unter der Leitung von Art-Director Masahiro Andō adaptiert. Hierzulande erschien das erste Volume bei KSM Anime am 24. Januar auf DVD und Blu-ray.

Optisch konnten mich die ersten vier Folgen sehr überzeugen. Besonders hervorzuheben sind die einzigartigen Bilder und das wunderschöne Charakterdesign. So glänzten beispielsweise die Haare, was zum relativ sanften Design hervorragend passt. Die Konturen haben das „märchenhafte“ Verhältnis zum Märchen Schneewittchen eindeutig aufwerten können, was den Anime an sich noch realer und seriöser aussehen lässt. Der Kontrast passte sich stets der gezeigten Szene an, was unter anderem auch ein echter Augenschmaus war. Die Animationen waren stets fehlerfrei und konnten in der vollen Auflösung hervorragend dargestellt werden. Noch positiv zu erwähnen sind die schön gezeichneten Hintergrundbilder. Egal ob man sich im Wald befand oder im Schloss: Immer wieder hat man den Stil des Mittelalterlichen beibehalten können.

Deutsche Umsetzung und Musik

Die Synchronisationsarbeiten fanden im Hamburger Synchronisationsstudio DMT – Digital Media Technologie GmbH statt, wofür man Kerstin Draeger für die Dialogregie beauftragt hat und Andreas Barz für das Dialogbuch verantwortlich war.

Ich persönlich war mit der deutschen Umsetzung der Anime-Serie mehr als nur zufrieden. Alle beauftragten Synchronsprecher haben eine gute Arbeit geleistet. Und gespart hat man bei der Auswahl auch nicht: Mit insgesamt 24 Sprechrollen hat man, zumindest die ersten vier Episoden, hervorragend umgesetzt, wobei auch die Sprecher eine tolle Arbeit geleistet haben. Besonders hervorzuheben sind die Sprecher von Zen Wistalia Clarines, Patrick Bach, und selbstverständlich Shirayuki, gesprochen von Josephine Schmidt. Um eine Favoritenliste der besten Stimmen verfassen zu können, müsste ich viel mehr Zeichen zur Verfügung haben, um das ausführlich loben zu können. Wer aber dennoch kein Freund der deutschen Synchronisation ist, hat auch die Möglichkeit, die auf der Disc enthaltene OmU-Fassung – japanischen Originalton mit deutschen Untertitel – anzusehen. Hierbei ist zu erwähnen, dass man die Untertitel, meiner Meinung nach, optisch gut umgesetzt hat. Auch waren die Texte auf einem Bild keineswegs zu lang, sondern gut zusammengeschnittene Untertitel. Des Weiteren waren wir stets in Begleitung einer sehr passenden Musik, die von einem Orchester eingespielt wurde und wirklich jede Szene die passende Stimmung hervorbrachte.

Fazit

Die ersten vier Episoden der Anime-Serie Die rothaarige Schneeprinzessin haben mir bis jetzt sehr gut gefallen und ich habe auch eine, bis dato, wunderschöne Handlung vernommen. Zwar ähnelt die Serie, was selbstverständlich kein Zufall ist, dem von den Brüdern Grimm verfassten Kinder- und Hausmärchen „Schneewittchen“. Doch man erwartet Anfangs vielleicht viel mehr Schneewittchen-Faktoren oder gar eine klischeehafte Romanze-Handlung, was beim Schauen der ersten vier Folgen zum Glück nicht realisiert wurde. Dennoch gibt es kleine Anekdoten, die den Zuschauer vielleicht in die kindheitlichen Erinnerungen zurückversetzen.

Die ersten vier Episoden erzählten uns den Anfang eines noch spannend werdenden Abenteuers. Die Bilder und Animationen sind sehr schön und sanft gezeichnet und das Charakterdesign überzeugt mit seiner einzigartigen Kontur. Die Animationen sind sehr sauber und natürlich stets fehlerfrei. Zwar erwartet man bei so einer Anime-Serie keine absolut bahnbrechenden Animationen, allerdings waren sie überdurchschnittlich und genau richtig für dieses Genre. Die deutsche Umsetzung ist dem Synchronstudio mehr als gelungen: Alle Synchronsprecher haben eine exzellente Arbeit geleistet, die man auch wirklich hören kann. Obendrein kommen auch die Fans der OmU-Variante auf ihre Kosten, da sie auch die Möglichkeit haben, die ersten vier Episoden in Japanisch mit hochqualitativen deutschen Untertitel anzusehen. Alles im allen kann man sagen, dass die Serie ein guter Auftakt ins neue Jahr ist.

Des Weiteren bedanken wir uns bei KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Bilder und Trailer:
©KSM Anime

 

Themen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

Share via