Preview: Suppose a Kid from the Last Dungeon Boonies moved to a starter town?

Weil Lloyd nicht mehr als kleiner Schwächling gesehen werden möchte, zieht es ihn in die Stadt. Diese Handlung verfolgt der neue Anime mit dem langen Titel Ein Landei aus dem Dorf vor dem letzten Dungeon sucht das Abenteuer in der Stadt (kurz: LasDan). Die Anime-Adaption ging am 4. Januar 2021 an den Start und läuft auch hierzulande bei Wakanim im Simulcast. Jetzt gilt es herauszufinden, ob Lloyd jemals das Abenteuer in der Stadt findet …  Patrick Snir

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem PReview reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Ein Abenteurer-Frischling sucht das Abenteuer in der Stadt

In den ersten drei Episoden lernen wir den kleinen Lloyd Belladonna kennen, der zusammen mit seinem Großvater und älteren Bruder im legendären Dorf Konlon lebt. Viele Jahre später zieht es aber den unerfahrenen Abenteurer in das Königreich Azami, um seinen großen Wunsch endlich erfüllen zu können: Er möchte ein Soldat in der Hauptstadt werden. Hierzu muss er allerdings seine Heimat, die sich allen Übels direkt neben einem der gefährlichsten Dungeons befindet, verlassen. Nachdem seine Nachbarn und Freunde ihn als kleinen Schwächling sehen, glauben sie erst gar nicht, dass er seine beherzte Reise überlebt. Von diesen Vorurteilen lässt sich Lloyd keinesfalls beirren und bleibt weiterhin optimistisch. Zusammen mit dem Segen der Dorfvorsteherin Alka begibt er sich auf den Weg in die Hauptstadt des Königreichs.

Als er in der Hauptstadt angekommen ist, bemerken die Leute schnell, dass dieses Kind womöglich stärker ist als gedacht. Während er innerhalb einer beachtlichen Zeit (die eigentlich diejenigen brauchen, um mit dem Zug dorthin zu gelangen) von Konlon nach Azami gelaufen ist, hat er mächtige Monster getötet und dabei fortgeschrittene Magie angewandt. In Azami angekommen macht er sich direkt auf die Suche nach der East-Side-Witch Marie, die einst bei Alka in die Lehre ging. Alka bittet Marie auf Lloyd so lange aufzupassen, bis er die Aufnahmeprüfung der Militärakademie bestanden hat.

Da Marie sich dem Wunsch ihrer einstigen Meisterin nicht widersetzen kann, stimmt sie der Bitte wie selbstverständlich zu. Mittels einer Kristallkugel hat die Dorfvorsteherin immer die Möglichkeit, ihren geliebten Abenteurer zu besuchen, womit Marie not amused ist, weil sie die „Pädo-Oma“ in Wahrheit überhaupt nicht ausstehen kann. Davon abgesehen kommen Marie und Lloyd schnell miteinander zurecht, bis sie jedoch erkennt, dass Lloyd sogar antike Runen, die selbst sie nicht im Handumdrehen zu Stande bekommt, benutzt. Wenn er also so „overpowered“ ist, sollten die Prüfungen doch keine Herausforderung für ihn sein, oder doch?

Bild und Animation

LasDan basiert auf der gleichnamigen Light-Novel-Reihe, die von Toshio Satō geschrieben und mit Illustrationen von Nao Watanuki seit Februar 2017 in Japan veröffentlicht wird. Eine Manga-Adaption von Hajime Fusemachi startete im September 2017 und umfasst derzeit sechs Bände. Sowohl die Light-Novel- als auch die Manga-Reihe werden vom Verlag Altraverse in Deutschland publiziert. Für die Anime-Adaption zeichnet sich das Studio Liden Films verantwortlich, während migmi als Regisseur fungiert. Der Fantasy-Anime feierte mit der ersten Folge seine Premiere am 4. Januar 2021 und läuft seither zusätzlich bei Wakanim mit deutschen Untertiteln im Simulcast.

LasDan kann bislang mit einer farbenfrohen und dynamischen Visualisierung die Augen der Zuschauer zum Strahlen bringen. Dabei ist das Setting der Serie mittelalterlich geprägt und überzeugt jederzeit mit detailreichen Bildern, welche die Kulisse glaubwürdig aufleben lassen. So eine idyllische Welt zeigt mal das genaue Gegenteil eines Abenteuer-Animes, der meist nur in Wäldern oder in dunklen Dungeons stattfindet. Darüber hinaus ist das Charakterdesign mit seinem sanften Look sowie präzisen Konturen gelungen und harmoniert vollumfänglich mit dem restlichen Bild. Etwas überzogen werden die Charaktere dann dargestellt, wenn es zu sehr humorvollen Konversationen kommt. Allein die Animationen können noch nicht mit dem Bild mithalten, selbst wenn sie grundlegend in Ordnung sind. Nichtsdestoweniger ist die visuelle Darstellung im Gesamten sehr beeindruckend.

Synchronisation und Musik

Nachdem die zwölfteilige Anime-Serie hierzulande ausschließlich im japanischen Originalton mit deutschen Untertiteln gezeigt wird, kann ich derzeit nur die japanische Synchronisation vorläufig bewerten. Diese fällt überdurchschnittlich aus und ist in erster Linie der Auslöser für den funktionierenden Humor im Anime. Während der gesamte Sprechercast eine lobenswerte Arbeitet leistet, wurde ebenfalls darauf geachtet, dass die Stimmen synchron zu den Lippenbewegungen sind. In den ersten drei Episoden stechen vor allem die Stimmen von Lloyd Belladonna (Yumiri Hanamori) und Marie (Ai Kayano) hervor, die ihren jeweiligen Charakter stets solide in Szene bringen.

Des Weiteren ist die musikalische Untermalung, die vom Komponist Michiru beigesteuert wird, hervorragend. Die orchestralen Soundtracks sind zwar zum Großteil an das mittelalterliche Setting angepasst, kommen aber auch beispielsweise mit einem Touch der französischen Musette daher. Setzt die Musik einmal aus, ist eine gute Geräuschkulisse im Hintergrund wahrzunehmen. Der einzige Kritikpunkt hierbei ist, dass beim Abmischen gelegentlich die Stimmen durch die Effekte oder Musik nahezu untergehen. Das Opening und Ending sind jeweils gut gelungen.

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Fazit

Unser Protagonist Lloyd ist ein angehender Abenteurer, dessen Traum es ist, seine „wahre Stärke“ in der Hauptstadt zu entdecken. Jedoch sieht eigentlich nur er sich als Schwächling, obwohl er in Wahrheit bereits fortgeschrittene Magie verwendet und sich die Monster eher vor ihm – anstatt andersrum – fürchten müssen. Kein Wunder also, dass sich in LasDan die ein oder anderen Klischees wiederfinden: Ein overpowerter Protagonist, in den sich alle Mädchen verlieben. Damit leidet die Handlung mehr oder minder durch die geringe Ernsthaftigkeit, die man wiederum dennoch vermitteln möchte. Aber um ehrlich zu sein, benötigt der Anime keine „ernsthafte Handlung“. Denn die Story selbst lässt neben Shounen-üblicher Fantasy-Action den sehr unterhaltsamen Humor nicht zu kurz kommen. Und wer weiß, vielleicht schlägt die Serie noch einen anderen Weg ein, denn es scheint sich ein bedrohlicher Krieg gegen das Königreich anzubahnen.

Schnell habe ich mich in die ästhetischen Bilder und das bezaubernde Setting verliebt. Zwar mag das Fantasy-Dorf nicht originell sein, aber es vermittelt Gemütlichkeit und Wärme. Darüber hinaus fallen die kleinen Details auf und beweisen die qualitative Arbeit des Studios. Das Charakterdesign harmoniert mit dem gesamten Setting und lässt die Animationen bis dato noch kalt aussehen. Der japanische Sprechercast bringt die Eigenschaften seiner Charaktere solide rüber. Die musikalische Untermalung ist ein Genuss und zudem unaufdringlich. Einziges Defizit: Die Abmischungen zwischen Musik, Effekten und Stimmen sind nicht immer einwandfrei. Ich bin nur mit einer geringen Erwartungshaltung in die Serie eingestiegen und wurde deshalb nicht wirklich enttäuscht. Gerne schaue ich die Serie weiter an und lasse mich von einer Wende in der Handlung überraschen.

Kurzfazit

Ein Landei aus dem Dorf vor dem letzten Dungeon sucht das Abenteuer in der Stadt darf sich bislang nicht nur zu den Serien mit den längsten Titeln zählen, sondern auch zu einer der unterhaltsamen im Comedy-Abenteuer-Segment.

Bilder: ©Toshio Satou-SB Creative Corp./Lasdan Project

Pro

  • idyllische Welt
  • bezauberndes Charakterdesign
  • gute Musik
  • unterhaltsame Handlung, ...

Contra

  • ... die aber keine Spannung bietet
  • Abmischung von Musik und Stimme
vorläufige
Bewertung: