Wer hätte vor wenigen Jahren gedacht, dass es möglich ist, neben Windows und macOS ein weiteres Betriebssystem ins Rennen zu schicken, das mit den großen Playern mithalten kann? Mit dem Steam Deck und SteamOS hat Valve bereits 2022 den ersten Schritt gemacht. Doch ab nächstem Jahr möchte die größte PC-Gaming-Plattform endlich voll durchstarten.
Nach dem Handheld kommt eine Box
Na? Wer erinnert sich noch an die Steam Machines? Vor ziemlich genau zehn Jahren veröffentlichte Valve nämlich auch schon einen Konsolen-Computer-Hybriden. Mit ihm gingen der Release von SteamOS, dem Big-Picture-Mode und einem Steam Controller einher. Die neue Software kämpfte allerdings damals noch mit einigen Limitationen, weshalb der Spielekasten keinen Anklang fand und als absoluter Flop gilt.
Umso erstaunlicher ist es, dass Valve an dem alten Namen festhält und 2026 eine neue Version seiner Steam Machines veröffentlichen möchte. Auch dieses Mal wird das Gerät mit SteamOS ausgestattet sein. Der Unterschied: Dieses Mal hat Valve die Hardware-Spezifikationen des Geräts genau im Blick. Damit will das Unternehmen aus den alten Fehlern lernen und wie bei Konkurrent Apple ein geschlossenes System erschaffen, bei dem die Nutzer sich sicher sein können, dass ihre Apps und Spiele fehlerfrei laufen.
Laut eigenen Angaben soll die neue Version sechs Mal so leistungsstark sein wie das Steam Deck. Das angestrebte Ziel ist 4K60-Gaming. Mit 16 GB DDR5 RAM und 8 GB GDDR6 VRAM verfügt das Gerät über eine durchaus potente Leistung. Vermutlich erhalten wir also eine Leistung, die etwa der einer PlayStation 5 entspricht.
Bisher sind eine Variante mit 512 GB und eine mit 2 TB geplant. Beide sind selbstverständlich SSDs. Den Speicher könnt ihr mittels SD-Karte erweitern. Außerdem stehen euch ein DisplayPort, ein HDMI-2.0-Port, drei USB-3-Ports, zwei USB-2-Ports und Bluetooth zur Verfügung.
Kids der frühen 2000er werden sich bei dem Design der Steam Machine wahrscheinlich an den Nintendo Gamecube erinnert fühlen. Mit Abmessungen von etwa 15 x 15 x 16 cm steht nämlich eine kleine schwarze Box in eurem Wohnzimmer. Mit einem Gewicht von 2,6 kg lässt sich diese sogar genauso einfach tragen wie die Gamecube. Fehlt nur noch ein Griff auf der Rückseite.
Dafür hat die Steam Machine eine kleine, programmierbare LED-Leiste an der Vorderseite, die ihr mit 17 verschiedenen RGB-Farben selbst anpassen könnt. Ihr könnt sie entweder rein dekorativ nutzen oder euch nützliche Systeminformationen ausgeben lassen. Die Wahl liegt bei euch. Außerdem könnt ihr die Frontplatte ganz einfach mit einem anderen Design austauschen. Diese werden mit der Zeit sowohl von Valve selbst als auch von Drittherstellern separat erhältlich sein.
Next Gen Controller
Zum Release der Steam Machine ist auch eine neue Version des Steam Controllers verfügbar. Dieser wird der Steam Machine selbstverständlich beiliegen. Wer jedoch bereits einen PC hat und keine Steam Machine kaufen möchte, kann den Controller auch separat erwerben.
Der neue Steam Controller bietet eine deutlich bessere Haptik, ohne auf seine typischen Trackpads zu verzichten. Damit möchte Valve es Spielern seit zehn Jahren ermöglichen, auch Spiele, die nur für die Maus konzipiert wurden, mit einem Controller zu spielen.
Außerdem bietet er alle Funktionen des Steam Decks. Ihr könnt euch somit über Bewegungssteuerung, HD-Rumble, programmierbare Knöpfe auf der Rückseite des Controllers und vieles mehr freuen.
Steam-Rahmen?
Zu guter Letzt rundet eine VR-Brille namens Steam Frame das neue Ökosystem für PC-Gamer von Steam ab. Auch hier läuft natürlich SteamOS im Hintergrund. Kurz zusammengefasst soll die Brille die Leistung einer Meta Quest 3 bieten und PC-Spiele nativ abspielen können, ohne dass ihr einen zusätzlichen Computer benötigt. Ihr könnt euch allerdings auch per dedizierter Drahtlosverbindung mit eurem Computer verbinden, um eure Spiele von dort aus zu streamen. In diesem Fall setzt Steam auf Eye-Tracking, um die Stellen, auf die ihr schaut, klar darzustellen.
Auch die Brille ist in zwei Varianten erhältlich und kann nachträglich mittels SD-Karte erweitert werden. Diesmal jedoch mit 254 GB bzw. 1 TB. Der einzige Kritikpunkt bisher: Im Ankündigungsvideo stellt Valve den Steam Frame irreführend dar. Dort suggeriert Valve, dass die Brille über einen Mixed-Reality-Modus verfügt. Diesen scheint es allerdings nicht zu geben.
Insgesamt scheint das Line-up bisher sehr vielversprechend. Ob Valves große Zukunftspläne aufgehen, bleibt abzuwarten. Doch die Chancen, dass SteamOS nun endgültig eine würdige Konkurrenz zu Windows und macOS wird, sind jetzt so hoch wie noch nie.
Alle drei angekündigten Geräte sollen im Frühjahr 2026 auf den Markt kommen. Preise nannte Valve jedoch noch nicht.

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