Review: Persona 5 Strikers [PC]

Die Phantom Thieves sind zurück! Im actiongeladenen Persona 5 Strikers, welches am 23. Februar 2021 weltweit für die Nintendo Switch, PlayStation 4 und den PC erschien, erwarten den Spieler nicht nur ein neues Abenteuer mit alten Bekannten, sondern auch Kämpfe ganz neuen Ausmaßes. Die Entwicklung geschah unter der Zusammenarbeit von Atlus, Omega Force, P Studio und Koei Tecmo. Veröffentlicht wurde P5S durch Atlus und Sega. Kay-Thorben Schuh

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Ein Wiedersehen unter Freunden

Die Handlung von Persona 5 liegt vier Monate zurück und den Phantom Thieves of Hearts, bestehend aus dem Protagonisten und seinem Freundeskreis, steht eine erneute Zusammenkunft bevor. Nachdem die Gruppe ihre Aufgabe erfüllt und ihre Arbeit niedergelegt hat, erwartet sie nun gemeinsame Sommerferien mit einem geplanten Camping-Trip. Doch als das Leben endlich friedlich zu sein scheint, werden Protagonist Joker und die Phantomdiebe in den nächsten mysteriösen Fall verwickelt.

Ein Idol namens Alice scheint ahnungslose Bewohner Tokios in ihr Wunderland zu entführen und ihre Begierden an sich zu reißen, was diese Personen in der Realität den Verstand verlieren und von ihrem Idol besessen werden lässt. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei diesem Wunderland um ein „Gefängnis“, welches wie die Paläste aus Persona 5 erneut ein Teil des Metaverse ist, der kognitiven Welt. Erneut müssen die Phantomdiebe ihre Kräfte einsetzen, um sowohl Opfer als auch Übeltäter zu erlösen. Hinzu kommt, dass Joker erneut ins Visier der Polizei gerät. Wird die Kraft seiner Persona ausreichen, um den Menschen und sich selbst ein weiteres Mal zur Freiheit zu verhelfen?

Die Phantome sind wieder im Geschäft!

Bei seiner Rückkehr in den Velvet Room, erfährt unser Protagonist von einem ungeahnt mächtigen Feind, dem er sich als Gefangener des Schicksals wieder einmal stellen muss. Es ist an der Zeit, den Fall zu lösen, die Phantomdiebe aus dem Visier der Polizei zu befreien und wie geplant einen unvergesslichen Sommer mit den Freunden zu verbringen. Doch selbst als das auf den falschen Pfad abgewanderte Idol zur Vernunft gebracht und die Opfer von ihren manipulierten Begierden erlöst werden können, bleibt den Phantomdieben keine Zeit für Ferien.

Im ganzen Land häufen sich Fälle von Menschen, deren Verstand manipuliert wurde und die nicht mehr sie selbst sind. Auch gilt es herauszufinden, welchen Zusammenhang die sonderbare Trend-App und künstliche Intelligenz „EMMA“, die Opfer in das Metaverse zu navigieren scheint, mit den Fällen hat. Abseits jener künstlichen Intelligenz, die im ganzen Land rasant an Popularität gewinnt, treffen die Protagonisten im Metaverse die KI Sophia, welche ein neues Mitglied der Phantom Thieves wird. Auch wenn der Gruppe eine Menge Arbeit bevorsteht und vieles mysteriös bleibt, für jenen Sommer scheint wie geplant ein unvergesslicher Trip bevorzustehen.

Persona trifft auf Hack-and-Slay

In Persona 5 Strikers treffen das von Persona bekannte strategische Gameplay und die actionreiche Kämpfe gegen Massen an Gegnern, wie man sie bereits aus einigen Spielen, an denen das Entwicklerstudio Koei Tecmo beteiligt war, kennt, aufeinander. Das ist zunächst einmal sehr kompliziert und womöglich gar ein Schock für Spieler, die sich weder mit Atlus‘ Rollenspielen noch mit Koei Tecmo’s Hack-and-Slays auskennen, doch bietet das Spiel dadurch ein Gameplay mit Tiefe und viel Potenzial. Während man sich durch die mit Gegnern und sammelbaren Objekten versehenen Gefängnisse schlägt, kommen sogar Stealth- und Plattformer-Elemente zum Vorschein. Als würde dies jedoch nicht genug Vielfalt versprechen, liegt im neuesten Persona wieder einmal ein großer Fokus auf der Handlung.

Obwohl Persona 5 mehr Interaktion und Gameplay außerhalb der Kämpfe geboten hat, merkt man, dass Persona 5 Strikers viel in dieser Hinsicht liefert. Interaktion mit den Charakteren und der Stadt abseits von spannend dargestellter Story und dem Erkunden und Kämpfen garantieren dem Spiel weitere Tiefe. Nach wie vor kann Joker auch nicht nur Personas im Kampf einsetzen, sondern sie fusionieren und verstärken, während man im Spielverlauf zusätzlich immer bessere Ausrüstung erhält, um die Charaktere selbst zu stärken.

Grafisch und musikalisch ganz Persona 5

Persona 5 Strikers und sein für Persona außergewöhnliches Gameplay kamen durch Zusammenarbeit von Atlus und P Studio und dem mitunter für die Dynasty Warriors-Reihe bekannten Studio Omega Force zustande, welches Koei Tecmo angehört. Das Spiel kam bereits am 20. Februar 2021 für die PlayStation 4 und Nintendo Switch in Japan heraus, die Erscheinung hierzulande sowie die Steam-Version für PC folgten drei Tage später. Erhältlich ist es nun auf allen drei Plattformen mit einer UVP von 59,99 EUR.

Insbesondere als PC-Version hat Persona 5 Strikers grafisch einiges auf dem Kasten, dies jedoch bei Weitem nicht nur durch hohe Auflösungen, sondern insbesondere durch seinen anspruchsvollen grafischen Stil, der schon Persona 5 so einzigartig machte. Für PC lief das Spiel selbst in den wildesten Kämpfen flüssig, jedoch kam es einmalig zu einem Absturz. Das kann, vor allem in einem Spiel, welches nur begrenzte Speichermöglichkeiten bietet, zu einem großen Problem werden. Der Soundtrack ist in jedem Fall grandios, wie man es ebenfalls von Persona gewohnt ist. Er bietet eine Vielzahl an actiongeladenen Remixes sowie aus Persona 5 bekannter Musik. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass Persona 5 Strikers eine deutsche Umsetzung in Form von Text erhalten hat, was in Bezug auf Persona-Spiele ansonsten nur bei Persona 5 Royal der Fall war.

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Fazit

Allein in Bezug auf die Handlung konnte Persona 5 Strikers sehr überzeugen. Es hat sich weit mehr als erwartet wie Persona 5 und ein richtiger Nachfolger anstelle eines bloßen Spin-Offs angefühlt. Während das Spiel nichts an guter Handlung wie im Vorgänger einzubüßen verspricht, ist sein Gameplay jedoch merkbar anders als gewohnt. Obwohl viele strategische Aspekte und Tiefe fehlen, die das Gameplay von Persona 5 besaß, kann Strikers allerdings mit seiner eigenen Tiefe punkten.


Die Spielmechanik ist in vielerlei Hinsicht ansprechend und verfälscht trotz ihrer Unterschiede nicht das Erlebnis eines Persona-Spiels. Worauf es mehr ankommt, ist der von Persona gewohnte äußerst gelungene Soundtrack. Ebenfalls gut und wichtig sind die Grafik und die Möglichkeit, die Leistung eines PCs für das Spiel nutzen zu können, doch womöglich besteht hier trotz eines guten Ergebnisses Verbesserungsbedarf. Auch die Steam-Version von Persona 4: Golden, mit der sich Publisher Atlus auf die Heimcomputer seiner Spieler wagte, bedarf zu Anfang einiger Verbesserung.

Kurzfazit

Das Gameplay ist neu und anspruchsvoll, doch Persona 5 Strikers ist ein Muss für alle Persona-Fans! Es gibt aber ebenfalls eine klare Empfehlung für Interessierte, die von Persona 5 erfahren haben, aber Barrieren wie die Konsole, die rein strategischen Kämpfe oder auch die fehlende deutsche Lokalisierung vorfanden.

Bilder: © ATLUS /© Deep Silver, a division of Koch Media GmbH, Austria

Pro

  • sehr gut und tiefgehend Story
  • innovatives, ausgereift Gameplay
  • grafisch und musikalisch ein Erlebnis

Contra

  • PC-Version technisch verbesserungsbedürftig
9.0
10
Story/Umfang:
Gameplay:
Grafik:
Soundtrack: