Review: My Teen Romantic Comedy SNAFU – Volume 3 [Blu-ray]

Es wird Zeit, das Ende der ersten Staffel einzuläuten! Mit den bevorstehenden Festen an der Oberschule ist der Helfer-Club reichlich beschäftigt. Dabei muss er das erste Mal seinen Zusammenhalt gefährlich in Frage stellen. Die letzten fünf Episoden erschienen mit dem dritten Volume am 12. März 2021 auf DVD und Blu-ray. Patrick Snir

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Willkommen im Helfer-Club

Hachiman Hikigaya – ein Einzelgänger durch und durch. Eine Reihe von Ablehnungen und sozialem Versagen haben ihn zu einem zynischen und selbstironischen Charakter werden lassen. Angewidert von seinem asozialen Aufsatz, in dem er seine Sicht auf das Leben der heutigen Jugend beschreibt, beschließt seine Lehrerin Shizuka Hiratsuka, dass Hachiman dem Helfer-Club der Schule beitreten soll. Ihr Ziel ist es, dass das derzeit einzige Mitglied Yukino Yukinoshita versucht, Hachimans soziale Fähigkeiten zu verbessern. Doch die hübsche und kluge Yukino ist ebenfalls eine Einzelgängerin, da sie sehr herrisch und übermäßig ehrlich ist sowie paradoxerweise wegen ihrer Schönheit zu einer Ausgestoßenen wurde.

Vom Neuzugang ist sie darüber hinaus auch nicht sonderlich begeistert, geht aber freundlicherweise auf die Bitte der Lehrerin ein. Trotz aller Gegensätzlichkeiten müssen sie jetzt zusammenarbeiten, um Schülern bei ihren Problemen zu helfen. Innerhalb kürzester Zeit nach Hachimans Club-Beitritt hat er mit beispielsweise Yui Yuigahama und Saika Totsuka seine Mitschüler besser kennenlernen dürfen und versteht sich bislang beträchtlich mit ihnen. Ob der zurückhaltende „Hikki“ – wie er unerwünscht von Yui genannt wird – so langsam an Freundschaften glaubt?

Kultur hin, Kultur her – die Stimmung bleibt angespannt

Yui lädt Hachiman und seine kleine Schwester Komachi zum jährlichen Sommerfeuerwerk ein, als Dank dafür, dass sie sich um ihren Hund gekümmert haben. Nachdem sich der introvertierte Junge widerwillig von seiner Schwester hat überreden lassen, besuchen nur Yui und Hachiman das Fest, damit die Beziehung zwischen den beiden inniger wird – zumindest ist das Komachis Grund, nicht dabei zu sein. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz, um das Spektakel zu beobachten, treffen sie auf Haruno, Yukinos große Schwester. Haruno nutzt sofort die Gelegenheit, um über die komplizierte Beziehung zwischen ihr und Yukino zu erzählen und beklagt, dass Yukino Schwierigkeiten hat, sinnvolle Beziehungen zu Menschen aufzubauen. Fälschlicherweise enthüllt sie gegen Ende Yukinos „Beteiligung“ an dem Unfall, worauf Hachiman ziemlich kühl und desinteressiert reagiert und den Vorfall als Schnee von gestern abstempelt. Jedoch bringt das mehr Spannung in die Beziehung der Club-Mitglieder, wofür sich Hachiman allmählich selbst anfängt zu hassen.

Die Sommerferien sind vorbei und das Kulturfest der Sobu-Oberschule steht an, bei dem Hachiman dank seiner Lehrerin Frau Hiratsuka ohne Entscheidungsmöglichkeit zum Mitglied des Planungskomitees ernannt wird. Auch Minami Sagami ist mit dabei und meldet sich freiwillig als Vorsitzende, um ihr Selbstwachstum zu fördern. Allerdings scheint ihr Verantwortung ein Fremdwort zu sein, infolgedessen sie Yukino bittet, ihr als Vizepräsidentin bei der Leitung des Komitees zu helfen.

Zu jedermanns Überraschung meistert Yukino die Aufgaben des Festivals weitaus effektiver als Minami, was Minami ausnutzt, um die gesamte Arbeit auf sie und die anderen abzuwälzen. Ohne es zu bemerken, geht Yukino in den Aufgaben und der Organisation unter, was die Planungen gefährdet. Jetzt liegt es an Hachiman, Yukino aus der ihr unbewussten Bredouille zu retten und das Schulfest noch rechtzeitig auf die Beine zu stellen. Und als wenn das nicht schon genug wäre, muss Hachiman als Niete im Sport zusammen mit dem Helfer-Club noch bei der Organisation des Sportfestes tatkräftig unterstützen. Eine Wahl hat er ohnehin nicht …

Bild und Animation

My Teen Romantic Comedy SNAFU basiert auf der Light-Novel-Reihe My Youth Romantic Comedy Is Wrong, As I Expected, die von Wataru Watari geschrieben und von Ponkan8 illustriert wurde. Die 13-teilige erste Staffel lief von April bis Juni 2013 im japanischen TV und entstand unter der Regie von Ai Yoshimura im Studio Brain’s Base (u. a. Durarara!! und Spice and Wolf 2). Hierzulande erwarb AniMoon Publishing die Lizenz an OreGairu und veröffentlichte die erste Staffel in drei Volumes auf DVD und Blu-ray.

Das Animationsstudio Brain’s Base hat mit der ersten Staffel eine durchaus gute Adaption produziert, die über die gesamte Dauer nur kleine Schwächen aufzeigte. Loben muss man unter anderem das stimmungsvolle und atmosphärische Bild, das jeweils auf die Szenen passend abgestimmt war und besonders in den letzten Episoden erneut stark hervorstach. Dabei verleihen die warmen, kräftigen Farben dem Anime das typische „Slice-of-Life-Setting“, während gewisse Details das Bild verfeinern und das Gesamtbild, zusammen mit dem überwiegend hervorragenden Charakterdesign von Yū Shindō, wertiger aussehen lassen. Die Animationen sind in meinen Augen etwas schwach, aber für einen Anime wie OreGairu ausreichend. Ab der zweiten Staffel übernahm das Studio feel. die Produktion der Anime-Umsetzung und löste somit Studio Brain’s Base ab. Ob dieser Wechsel Vorteile oder Nachteile mit sich zieht, erfahren wir in der Fortsetzung, die ebenfalls bei AniMoon erscheint.

Deutsche Umsetzung und Musik

AniMoon Publishing beauftragte für die deutsche Umsetzung der ersten Staffel von My Teen Romantic Comedy SNAFU die G&G Tonstudios GmbH in Kaarst, bei der Tom Sielemann das Drehbuch verfasste und Richard Westerhaus die Dialogregie übernahm. Alle Beteiligten haben es geschafft, die deutsche Synchronisation mindestens auf dasselbe Niveau wie die japanische Originalfassung zu bringen.

Viele neue Charaktere, die eine Relevanz für die Handlung um unsere Protagonisten hätten, gab es in den letzten fünf Episoden nicht. Nichtsdestoweniger besetzte man auch diese kleinen Rollen mit – subjektiv betrachtet – passenden Sprechern, die wiederum eine herausragende Leistung hervorbrachten. In erster Linie konnten aber Alice Bauer (Yukino Yukinoshita), Sarah Tkotsch (Yui Yuigahama) und Felix Mayer (Hachiman Hikigaya) überzeugen, die in ihren jeweiligen Rollen aufgehen. Was man schnell bemerkt, sind die freien Umsetzungen des Dialogbuches, die allerdings gut rüberkommen und das Optimum einer humorvollen Unterhaltung versprechen. Des Weiteren muss ich das Typesetting hervorheben, das das Schauen einfacher gestaltet und nochmal die Qualität der deutschen Umsetzung widerspiegelt. Die auffälligen Soundtracks begleiten die Story dezent und wissen in sensiblen Szenen, den wunden Punkt zu treffen.

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Fazit

Die erste Staffel von My Teen Romantic Comedy SNAFU war ein unterhaltsamer Anime mit Höhen und Tiefen und bot eine professionelle Erzählweise. Die Handlung um Hachiman Hikigaya, einem pessimistischen Jungen, beschränkt sich dabei stark auf unbeholfene sowie individuelle Charaktere mit prekären Fällen. Doch genau diese glaubhaften und ehrlichen Darstellungen des Schullebens verhelfen dem Coming-of-Age- bzw. Slice-of-Life-Anime, eine bodenständige Handlung mit Finesse zu vermitteln. Als Beispiel kann man das in diesen Episoden thematisierte Schulfest aufführen, das nur mit Ach und Krach stattfinden konnte.


Während man durch die ersten 13 Episoden gleitet, wird einem das aufrechte und angenehme Tempo bewusst und man hat gleichzeitig Zeit, eine emotionale Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Ein richtiger Durchbruch in der Charakterentwicklung steht jedoch bislang noch aus. Darüber hinaus hält die Serie einige wirklich berührende Momente und typischen subtilen Humor bereit. Optisch überzeugt My Teen Romantic Comedy SNAFU zum Staffelfinale wieder mit dynamischen sowie atmosphärischen Bildern, schönem Charakterdesign und akzeptablen Animationen. Die gelungene deutsche Sprachfassung muss sich dabei nicht hinter dem japanischen Original verstecken, die mit einem hochwertigen Sprechercast hervorsticht. Man darf gespannt sein, wie es in der zweiten Staffel weitergeht!

Kurzfazit

Die letzten Episoden haben nochmal das unterstrichen, was My Teen Romantic Comedy SNAFU ausmacht: Eine gewissenhafte Handlung, einzigartige Charaktere und tangierende Dialoge. Damit ist der Slice-of-Life-Anime auf das Herz aller Fans des Genres zugeschnitten und einen Blick wert.

Bilder: ©2013 WATARU WATARI, SHOGAKUKAN/OREGAIRU PRODUCTION COMMITTEE

Pro

  • tolle Charaktere
  • stillvolles Bild
  • interessante Handlung
  • gute deutsche Synchro

Contra

  • schwache Animation
  • Charakterdesign teils ähnlich
8.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik: