Review: Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte [Blu-ray]

Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte ist das Regiedebüt von Mari Okada und die erste Kinoproduktion des Hauses P.A. Works in Spielfilmlänge. Das Fantasy-Drama feierte schon im Februar 2018 seinen großen Auftritt in den japanischen Kinos und anschließend am 16. und 19. Mai 2019, durch das Anime-Label Universum Anime, seine nächste große Präsentation in den deutschen Kinos. Am 09. August 2019 wurde der Film anschließend auf Blu-ray und DVD veröffentlicht. John Viktor Schwab 

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Dort, wo die Blumen noch vor dem Morgen blühen

Fernab der Menschenwelt existieren noch Wesen, älter als die Zeit. Einer dieser wundervollen Orte ist Lorph, wo die Menschen im Jugendalter aufhören zu altern und Hunderte von Jahren alt werden. Sie leben gemeinsam als Sippe des Abschieds und weben täglich ihre Geschichte in Stoffen nieder. Maquia ist eine von ihnen. Und obwohl sie mit vielen anderen ihres Stammes zusammenlebt, fühlt sie sich einsam und möchte in Erfahrung bringen, was außerhalb von Lorph auf sie wartet. Doch ihre Anführerin warnt sie, sollte sie sich jemals auf eine emotionale Bindung mit jemanden außerhalb von ihrer Heimat einlassen, würde sie erfahren, was wahre Einsamkeit bedeutet.

Eines Nachts, gequält von ihren Gedanken, bemerkt sie, wie sich eine Freundin davonschleicht. Sie folgt ihr, um herauszufinden, was los ist und wird dabei Zeugin eines schicksalhaften Moments. Drachen verdunkeln den Himmel und fliegen direkt auf ihre Stadt zu. Verzweifelt versucht sie, ihre Anführerin zu warnen, was ihr jedoch nicht gelingen soll. In einem der Türme versehentlich eingesperrt und auf sich allein gestellt muss sie zusehen, wie ihre beste Freundin Leilia entführt wird und viele ihrer Freunde getötet werden. Als ein wild gewordener Drache in den Turm kracht, wird sie ihrer Sippschaft entrissen und stürzt gemeinsam mit diesem beim verzweifelten Versuch, sich an einem Tuch festzuhalten, das sich um den Hals der Bestie gewickelt hat, in einem Wald ab. Völlig allein und ohne ein einziges Lebenszeichen der anderen entdeckt sie ein Wigwam, in welchem sie Unterschlupf suchen will. Beim Eintreten entdeckt sie mehrere tote Gestalten und ihr wird klar, dass hier kurz zuvor ein Angriff stattgefunden haben muss. Nun weiß Maquia nicht mehr weiter. Sie ist ganz allein und ohne Hilfe und fängt an zu weinen. Ein Schrei jedoch reißt sie aus ihren Gedanken. Es ist ein kleiner Säugling, der fest in dem Arm seiner toten Mutter liegt und weint. Berührt von dem kleinen armen Wesen und der Kraft der toten Mutter, die scheinbar auch nach ihrem Tod noch versucht, es zu beschützen, nimmt sie sich seiner an. So beginnt für Maquia ein völlig neuer Abschnitt ihres Lebens, der ihr zeigen soll, wie es ist zu lieben, zu verlieren und was es wirklich heißt, Abschied nehmen zu müssen.

Bild und Animation

Animiert wurde Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte durch das Studio P.A. Works. Dieses ist für Animes wie Angel Beats! oder Charlotte bekannt, wobei Maquia ihre erste Kinoproduktion in Spielfilmlänge ist. Der Anime wurde unter der Regie und mit dem Drehbuch von Mari Okada animiert.

Der Anime kann mit kräftigen Farben und einem Charakterdesign, das etwas an das des Films „Das letzte Einhorn“ erinnert, überzeugen. Die Animationen sind fast durchgehend flüssig, ruckeln jedoch etwas bei Szenen mit sehr vielen Charakteren. Auch der Animationsstil kann mich leider nicht völlig fesseln, da er teilweise kalt und distanziert wirkt. Er erinnert dabei an einen Film, der auf einem Computerspiel basiert. Ebenso fand ich das Bild an manchen Stellen nicht so scharf, wie es vielleicht hätte sein müssen. Dennoch ist der Gesamteindruck zufriedenstellend, denn es gibt immer wieder unglaublich schöne Bilder mit gut harmonierenden Farben, die fast schon episch wirken. Dabei fällt auf, dass die Farben sehr akkurat und speziell an die einzelnen Situationen angepasst wurden, sodass man sich besonders gut in diese hineinversetzten konnte.

Deutsche Umsetzung und Musik

Die Vertonung des Animes wurde von Universum Anime in die Hände des Münchener Synchronstudios Scalamedia gelegt. Bei dieser verfasste Stephanie Kellner das Dialogbuch und führte ebenso die Dialogregie.

Wo sich das Bild manchmal ein wenig distanziert zeigte, konnte die Vertonung tief greifen und berühren. Die Stimmen stehen denen der Originalfassung in nichts nach und sind sowohl packend als auch herzzerreißend. Maquias Stimme als Beispiel, gesprochen von Kathrin Hanak, passte zu hundert Prozent zum vertonten Charakter und zeigte immer wieder gekonnt und mitreißend viel Gefühl. Auch die anderen Stimmen konnten in diesem Punkt mithalten und haben gemeinsam eine unglaubliche Bandbreite an Gefühlen und Emotionen an den Zuschauer getragen. Trotz alledem ist auf dieser Disc, wie immer, die Originalfassung enthalten, sodass jeder auch darauf zurückgreifen kann.

Die musikalische Untermalung war einfach eine Wucht. Gezielt eingesetzt vermochte sie zusammen mit den großartigen Synchronstimmen in einer Szene so emotional zu erscheinen, dass einem die Tränen kamen und wiederum in einer anderen verhalf sie dazu dem Film das gewisse Etwas zu geben, was einen Epos ausmacht. Ich bin einfach begeistert davon, wie gut es gelungen ist, hier so viel aus jeder einzelnen Szene herauszuholen.

Fazit

Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte ist ein wirklich überragend emotionaler Anime-Film. Zwar sagen mir der Artstil, die Schärfe des Bildes und die manchmal ruckelnden Animationen nicht ganz zu. Dafür kann der Film mit einer unglaublich emotionalen und berührenden Story punkten, die grandios vertont wird. Abgerundet wird das Ganze dann noch von der überaus guten musikalischen Untermalung, die aus wirklich jeder Szene das Beste herausholt und fesselt. Dabei konnte mich ebenfalls das Charakterdesign, das an das des Films Das letzte Einhorn erinnert, begeistern. Neben der Vertonung und der musikalischen Untermalung strahlte auch die akkurate Darstellung der unterschiedlichen Szenenbilder die Gefühle regelrecht aus. So auch die Story, die in jedem Bereich beeindruckt, da sie alle Erwartungen mehr als nur erfüllt hat und zum Ende noch einmal zum epischen Finale ausholt. Das absolut Beste daran ist aber, dass, obwohl der Film recht lange spielt, er dennoch nie langweilig wird und immer für Abwechslung sorgt.

Kurzfazit

Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte ist ein wirklich fesselnder Film, der mit grandioser Vertonung und musikalischer Untermalung daherkommt und den Zuschauer berühren kann. Während das Bild manchmal etwas schwächer wirkt, sind die Charaktere und die Story umso stärker und erzählen eine zu Tränen rührende Geschichte.

Bilder: ©Universum Anime

Pro

  • packende und mitreißende Story
  • starke Charaktere
  • hervorragende Synchronisation und Musik

Contra

  • Artstil ist nicht völlig überzeugend
  • Animationen ruckeln ab und zu
  • Bild stellenweise unscharf
9.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik: