Review: Made in Abyss – Seelen der Finsternis

Bald ist es soweit: Am 29. September 2020 kommt der Film Made in Abyss: Seelen der Finsternis (jap. Gekijouban Made in Abyss: Fukaki Tamashii no Reimei) auch nach Deutschland in die Kinos! Nachdem die Fortsetzung der Expedition bereits am 17. Januar 2020 in Japan startete, präsentiert LEONINE Anime den Film hierzulande im Rahmen der KAZÉ Anime-Nights. Der Film setzt direkt an die Geschehnisse der Serie an und führt das grausige Abenteuer von Reg und Riko fort. John Schwab

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Bondrewd der Familienmensch?!

Wir begeben uns auf eine Reise. Eine Reise, die womöglich jede Chance auf eine Wiederkehr verwehrt. Auf unserer Reise begleiten wir die junge Riko. Riko ist ein kleines Waisenkind, das in Orth, der Stadt am Rande des Abyss, im Belchero-Waisenhaus lebt. Der Abyss ist der letzte weitgehend unerforschte Ort auf dieser Welt und hat einen Durchmesser von über einem Kilometer. Aber niemand weiß, wie tief der gigantische Abgrund reicht, der von wundersamen Kreaturen bewohnt wird und in dem sich mysteriöse Relikte befinden. Riko begibt sich nun also gemeinsam mit ihrem erst kürzlich kennengelernten Freund Rick auf diese überwältigende, gefährliche und waghalsige Reise. Ihr Ziel ist es, ihrer Mutter ebenbürtig zu werden und diese auf ihrer gefährlichen Expedition zu finden, da sie bereits seit Jahren verschwunden ist.

Nachdem Rick und Riko einige Tiefenschichten erforscht haben und wundersamerweise sogar am Leben geblieben sind, wurde es kürzlich ziemlich gefährlich. Riko hätte bei einem Angriff durch ein Monster beinahe ihr Leben gelassen, aber glücklicherweise trafen Sie auf eine gute Seele, die Riko half zu überleben. Nanachi ist der Name der Retterin in dunkelster Stunde. Doch auch Nanachi ist keineswegs ein unbeschriebenes Blatt. Es hat seine Gründe, dass jemand so tief im Abyss überleben kann. So berichtet Nanachi den beiden über ihre Reise in den Abyss und das Monster mit dem Namen Bondrewd, welches sie zu dem Wesen machte, das sie heute ist. Gemeinsam erlösen sie Nanachis Freundin Mitty von ihren unendlichen Leiden und setzen ihre Expedition fort. Ihr nächstes Ziel ist die letzte Ebene des Abyss, doch dafür müssen sie erst an Bendrewd vorbei. Zusammen schmieden sie einen Plan, doch Bendrewd ist ihnen einen Schritt voraus und gibt sich plötzlich als Familienmensch mit einer Tochter aus. Nanachi versteht die Welt nicht mehr …

Bild und Animation

Der Film entstand wie die erste Staffel der Anime-Serie Made in Abyss ebenfalls unter der Regie von Masayuki Kojima im Studio Kinema Citrus und orientiert sich erneut an der gleichnamigen Manga-Reihe von Akihito Tsukushi. Kazuchika Kise war widererwartend für das Charakterdesign verantwortlich, während Kevin Penkin erneut die Musik beisteuerte. Der japanische Kinostart erfolgte am 17. Januar 2020. Im Rahmen der KAZÉ Anime-Nights präsentiert das Münchner Anime-Label LEONINE Anime den Film am 29. September 2020 in rund 150 bis 200 Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz (eine komplette Kinoliste findet ihr hier).

Der Film behält den Look der Serie komplett bei und schafft damit wieder eine sehr dichte und düstere Atmosphäre, die dem Anime vollumfänglich steht. Dabei werden die Farben nicht allzu kräftig dargestellt; dafür aber bestimmte Szenerien umso mehr und heben sich so deutlich vom restlichen Setting ab. Wie in der 13-teiligen Serie, finde ich den gesamten, leicht apokalyptisch-wirkenden Stil auch im circa 105-minütigen Film sensationell gelungen und ansehnlich. Das gesamte Bild lässt sich in den meisten Fällen gut verfolgen und wirkt nicht zu überladen, ist aber dafür bei schnellen Animationen etwas unübersichtlich. Abgerundet wird das Ganze von dem altbekannten niedlichen Charakterdesign, das wie bei der Serie im starken Kontrast zu dem so lebensfeindlichen Umfeld steht. Insgesamt haben wir hier eine gelungene Leistung präsentiert bekommen.

Deutsche Umsetzung und Musik

Bei der deutschen Vertonung setzte man wieder auf das Studio EuroSync in Berlin. Man änderte lediglich die Dialogregie, die nun von Peer Pfeiffer zusammen mit Ulrike Lau übernommen wurde, sowie das Dialogbuch, das von Petra Barthel verfasst wurde. Insgesamt wirkten zwölf Sprechrollen im qualitativen Sprechercast mit.

Wie schon bei der Anime-Serie aus dem Jahr 2017, die hierzulande bei LEONINE Anime (ehemals Universum Anime) auf Deutsch erschienen ist, kann mich die deutsche Synchronisation ein weiteres Mal mitreißen. Dies liegt zuletzt auch daran, dass die Synchronsprecher des Animes ohne Ausnahme wieder an Bord sind. Aufgrund des etwas schwächeren Dialogbuches gefallen einige Ausdrücke jedoch nicht gänzlich, wodurch die Glaubwürdigkeit dieses Mal etwas in Mitleidenschaft gezogen wird. Im Großen und Ganzen bin ich aber sehr zufrieden und man kann sich darüber hinaus hervorragend in das Geschehen hineinversetzen. Besonders hervorgestochen ist die Stimme von Oliver Siebeck, der Bondrewd seine Stimme lieh. Die philosophischen Fragen und die Art des Charakters wurden mit der Stimme exzellent herausgearbeitet und umgesetzt. Zu der japanischen Fassung kann ich an dieser Stelle leider nichts sagen, da mir diese nicht zur Verfügung stand.

Die Musik war großartig und mitreißend. Gut gesetzt, vermochte sie den Szenen wirklich das gewisse Etwas zu entlocken und genau dort zu greifen, wo es nötig war.

Fazit

Wer die Anime-Serie zum Sequel-Film mochte, wird Made in Abyss: Seelen der Finsternis ebenfalls zu schätzen wissen. Da der Film allerdings nicht für sich allein fungiert, muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass Made in Abyss: Seelen der Finsternis ohne die Serie nur wenig Sinn ergeben würde und man diese zuvor gesehen haben muss.

Im Gesamten gibt es hier kaum etwas zu bemängeln. Maximal stören mich einige Ausdrucksweisen bei der deutschen Synchronisation, die dem Geschehen etwas von seiner Glaubwürdigkeit genommen hat. Nichtsdestoweniger war die musikalische Untermalung erneut wundervoll, das atmosphärische, düstere Bild grandios anzusehen und der logische Übergang zwischen den Geschehnissen der Serie und dem Film unglaublich gut umgesetzt. Die Handlung ist verständlich und weiterhin interessant sowie abwechslungsreich. Somit lässt sich festzuhalten, dass der Film die Serie wirklich gut ergänzt und dem Anime in kaum etwas nachsteht. Ein Muss für alle Fans von Made in Abyss!

Kurzfazit

Ein gelungener Anschluss an die Ereignisse der Serie zu Made in Abyss. Endlich geht die spannende Expedition um Riko und Rick weiter und bringt Licht ins Dunkel.

Bilder: ©2017 Akihito Tsukushi, TAKE SHOBO/MADE IN ABYSS PARTNERS

Pro

  • atmosphärisches und düsteres Bild
  • spannende Handlung
  • gelungener Anschluss an die Serie

Contra

  • Bild ist in schnellen Szenen unübersichtlich
  • Dialogbuch kann nicht überzeugen
9.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik:

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