Review: Goblin Slayer – Volume 1 [Blu-ray]

Goblins – die schwächsten aller Monster, doch der Schein trügt relativ schnell. Am 29. März dieses Jahres veröffentlicht das noch junge Anime-Label AniMoon Publishing hierzulande das erste Volume der Anime-Serie Goblin Slayer als limitierte Mediabook-Edition auf DVD und Blu-ray und erzählt eine Geschichte von jungen Abenteurern, die versuchen, diese Biester auszulöschen. Patrick Snir

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Goblins – Grausame Kreaturen

Onna Shinkan, eine ausgebildete junge Priesterin, versucht sich in einer Welt, die von Drachen, Dämonen und anderen schrecklichen Kreaturen bedroht wird, zu behaupten. Daher ist es wohl nachvollziehbar, dass sie der Gilde der Abenteurer beitritt, in der es täglich für einzelne Abenteurer oder zusammengeschlossene Gruppen Aufgaben gibt, die für Geld erledigt werden sollen. Direkt nach der Registrierung kommt eine Gruppe aus sehr jungen Abenteurern, bestehend aus einer Magierin, einem Schwertkämpfer und einer Kampfsportlerin, auf Onna zu und möchte, dass sie sich ihrer Gruppe anschließt. Auch wenn es schön klingt, dass Onna in der fremden Umgebung gleich Anschluss findet, so hat die Sache doch einen Haken: Die gesamte Gruppe besteht nur aus unerfahrenen Abenteurern und besitzen bislang den Porzellan-Rang, den niedrigsten aller Ränge. Darüber hinaus, was zum jetzigen Zeitpunkt noch niemandem bewusst ist, überschätzen sie sich. Nichtsdestoweniger lässt sich Onna nicht einschüchtern und tritt der Gruppe bei, die auch schon einen Auftrag angenommen hat: Die Befreiung aller durch Goblins entführten Mädchen.

Das Schicksal bestimmter Abenteurer

Hochmotiviert ziehen sie los, geraten jedoch in einen Hinterhalt von Goblins und werden von diesen angegriffen. Zuerst stechen sie die Magierin nieder und bedrohen Onna, worauf aber der Schwertkämpfer und die Kampfsportlerin zu Hilfe eilen. Nach einem Ungeschick überwältigen die Monster den Schwertkämpfer, töten ihn und vergehen sich anschließend an der Kampfsportlerin. Ganz allein versucht nun Onna zusammen mit der Magierin, die sie noch halb heilen konnte, zu fliehen; sie werden allerdings schnell von den Goblins überholt. Plötzlich wird Onna vom Goblin Slayer, ein Abenteurer mit Ritterausrüstung, welcher nur Aufträge annimmt, die mit Goblins zu tun haben, gerettet. Die Magierin erlösen sie von ihrem Leiden, vernichten alle Goblins dieser Unterkunft und retten die entführten Mädchen, ehe sie in das Dorf zurückkehren. Schnell befreunden sich Onna und der Goblin Slayer und wollen fortan zusammen die Aufträge erledigen, auch mit dem Wissen, dass man mit Erledigen von Goblin-Aufträgen nicht das meiste Geld bekommt und nicht besonders schnell die Ränge aufsteigt. Und schon bald treffen sie noch auf neue Abenteurer …

Bild und Animation

Die zwölfteilige Anime-Serie, die auf der gleichnamigen Light Novel basiert, wurde durch das Studio White Fox adaptiert, welches unter anderem durch Anime-Serien wie RE:Zero, Steins;Gate oder Girls’ Last Tour bekannt ist. Die Regie führte dabei Takaharu Ozaki und wurde vom 06. Oktober bis zum 29. Dezember 2018 im japanischen TV ausgestrahlt und lief zudem hierzulande bei Wakanim im Simulcast in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Die visuelle Darstellung der Anime-Serie hat mir sehr gut gefallen. Dabei merkt man der Serie schnell an, dass sie aus dem Jahr 2018 stammt und modern gehalten ist, auch wenn die Serie eher an die Vergangenheit anknüpft. Die Bilder wirken sehr sauber und scharf, die Farben wurden, passend zum Anime, eher dunkel und düster gehalten; das Charakterdesign konnte bislang auch überzeugen. Vor allem in der ersten Episode mochte ich die kurzen Einsätze eines Bildrauscheffekts, der die Stimmungen, in erster Linie Angst und Furcht, dementsprechend darstellen konnte. Die Animationen waren in den ersten vier Episoden flüssig und sehenswert. Auch wenn ich zu diesem Punkt negativ anmerken muss, dass keine ordentliche Kampfszenen gezeigt wurden und die Blutspritzer in einigen Szenen nur einigermaßen  gelungen sind. Allerdings macht dieser negative Aspekt keinen wirklichen Unterschied, insgesamt ist dem Studio eine sehr gute Adaption gelungen.

Deutsche Umsetzung und Musik

Für Goblin Slayer hat das Anime-Label AniMoon Publishing das Berliner Oxygen Sound Studios beauftragt, wobei Jasmin Arnoldt die Dialogregie übernahm. Ein Sprechercast im Umfang von insgesamt 23 Sprechrollen sorgte für eine außergewöhnlich gute deutsche Umsetzung.

In puncto deutsche Umsetzung hat sowohl AniMoon Publishing als auch das beauftrage Synchronstudio eine sehr gute Arbeit geleistet. Meiner Meinung nach haben alle ausgesuchten Synchronsprecher zu den jeweiligen Charakteren gepasst, weil sie nicht nur die Charaktere gut dargestellt, sondern auch Emotionen und verschiedenen Stimmungen dem Zuschauer wunderbar vermittelt haben. Hierbei sind aber zum einen Roman Wolko, der den Goblin Slayer vertont hat, und zum anderen die Sprecherin der Priesterin, Victoria Frenz, besonders hervorzuheben. Beide konnten mich persönlich sehr beeindrucken und müssen unbedingt extra bewertet werden, nicht nur, weil beide die Protagonisten der Anime-Serie sind. Summa summarum kann man die Leistung aller Beteiligten äußerst positiv bewerten und AniMoon Publishing hat, wie bei den vorherigen Veröffentlichungen, ein weiteres Mal ein recht hohes Niveau einhalten können. Wer aber kein Freund der deutschen Sprachausgabe ist, hat die Möglichkeit, die auf der Disc enthaltene japanische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln zu verwenden. Die musikalische Untermalung kommt oft zur Geltung und hat die Szenen stimmig geführt. Nur das Opening und Ending fand ich leider etwas eintönig, sie werden jedoch von mir meistens übersprungen.

Fazit

Wer sich damals, zum Start der Serie, die allererste Folge angesehen hat, wurde gegebenenfalls vergrault: Die Stimmen waren laut und die Anime-Serie wurde schon ab der ersten Episode subjektiv betrachtet. Die Rede ist von der Szene, in der die Goblins die Kampfsportlerin sexuell missbraucht haben. Sogar ich fand die besagte Stelle fragwürdig, habe aber trotzdem die Serie weiter angeschaut, da man sich nicht darauf spezialisiert hat. Doch abgesehen von dieser Szene hat der Anime einiges zu bieten: Die ersten vier Episoden versprechen zwar nicht viel Spannung, können aber den Zuschauer fesseln. Mir gefällt die Idee hinter der Geschichte gut und ich mag dabei auch die Charaktere sehr. Die Bilder sind farblich gut abgestimmt, atmosphärisch und sauber sowie gestochen scharf, was man bei einer Full-HD-Auflösung auch erwarten kann. Die Animationen könnten vielleicht ein Tick besser sein, was vor allem die Kampfszenen und das Blut betritt. Die deutsche Umsetzung ist AniMoon Publishing hervorragend gelungen und die musikalische Untermalung sorgt zwischendurch für eine stimmige Unterhaltung. Somit kann man sagen, dass der Start von Goblin Slayer AniMoon gelungen ist und man sich auf das zweite Volume, welches am 24. Mai erscheint, freuen kann.

Kurzfazit

Nach den ersten Episoden wird man schnell nach dem Anime Goblin Slayer süchtig, weil die Handlung sich im Laufe der ersten Episoden rasant entwickelt, das Bild und die Animationen hervorragend sind und man für die deutsche Vertonung wieder passende Synchronsprecher ausgesucht hat – glasklare Empfehlung.

Bilder: ©Kumo Kagyu • SB Creative Corp./Goblin Slayer Project. / AniMoon Publishing

Pro

  • fesselnde Handlung
  • schönes Charakterdesign
  • gute Synchronisation
  • flüssige Animationen, ...

Contra

  • … bessere Kampfszenen wünschenswert
9.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik:

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