Review: Gamers! – Volume 1 [Blu-ray]

Das beliebteste Mädchen der Schule hat Interesse an einem schüchternen, aber leidenschaftlichen Gaming-Nerd? Vermutlich der Traum eines jeden Videospiel-Fans. In der Anime-Serie Gamers! geht es um eine Gruppe Oberschüler, die sich alle ein Hobby teilen: Videospiele. Ursprünglich als Light Novel erschienen, startete die Geschichte 2017 als Anime-Adaption in Japan. KAZÉ Anime veröffentlicht seit August 2020 die zwölfteilige Anime-Serie mit deutscher Synchronisation auf DVD und Blu-ray. Mario Nguyen

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


„Willst du mit mir … im Game-Club sein?“

Der Protagonist der Serie ist Keita Amano, der ein sehr nachvollziehbares Hobby hat: Er liebt Videospiele, besonders Einzelspieler-Videospiele, in denen er komplett allein abtauchen kann. Keita erfüllt daher auch sämtliche Klischees, die man über Gamer verbreiten kann. Seine sozialen Kontakte existieren ausschließlich über das Internet und Freundeslisten in Online-Spielen. Selbst in der Schule spielt er lieber auf seinem Smartphone, anstatt sich seinen Mitschülern zu widmen.

Auf der anderen Seite haben Karen Tendo, die mit ihren leuchtenden grünen Augen und blonden Haaren nahezu allen Schülern den Kopf verdreht. Ausgerechnet sie sucht den Kontakt zu Keita, mit dem Ziel, einen längst vergessenen Gaming-Club an der Schule wieder auferstehen zu lassen, und so ist ihr Schulkamerad natürlich direkt auf ihrem Radar für den Club. Beim ersten Aufeinandertreffen der beiden treibt sich Keita selbstverständlich in einem gut sortierten Fachhandel für Videospiele herum und stöbert gerade durch die Abteilung von Games, auf dessen Cover nur sehr leicht bekleidete Frauen abgebildet sind. Nachdem Karen ihm ihre Idee mitgeteilt hat, braucht er nur eine kurze Bedenkzeit, um sich den Club anzuschauen, nur um danach plötzlich doch abzulehnen. Allerdings gibt Karen, die sich insgeheim bereits in Keita verliebt hat, nicht so leicht auf!

Vom schüchternen Nerd zum Frauenheld

Die Absage an Karen entfacht ein regelrechtes Feuerwerk an Situationen, die Keita eigentlich nicht gewohnt ist. So schwenkt die Geschichte in den ersten Episoden auf weitere Charaktere um, wie beispielsweise Tasuko Uehara. Tasuko fragt sich nun, was für ein Mensch hinter dem ruhigen, beinahe nicht bemerkbaren Keita steckt. Deshalb versucht er, sich ihm anzunähern und letztendlich mit ihm zu befreunden.

Tasukos Freundin Aguri ist von Keita anfangs jedoch nicht begeistert; schließlich verbringt ihr Freund plötzlich viel weniger Zeit mit ihr. Nachdem Tasuko Keita versucht beizubringen, wie man mit Mädchen spricht, eskaliert die Situation erneut, da das ausgesuchte Mädchen, Chiaki Hoshinomori, von Tasuko regelrecht mit Komplimenten erschlagen wird. Aguri ist jedoch nicht die einzige eifersüchtige Person. Auch Karen muss mit ansehen, wie Keita und Chiaki sich blendend verstehen, da beide lieber Einzelspieler sind und auf dieselben Videospiele stehen.

Bild und Animation

Die zwölfteilige Anime-Serie basiert auf der gleichnamigen Light Novel von Sekina Aoi und entstand im Studio Pine Jam, unter anderem bekannt für Just Because, unter der Regie von Manabu Okamoto. Erstmals wurde der Anime von Juli bis September 2017 in Japan ausgestrahlt und lief auch hierzulande bei Crunchyroll mit deutschen Untertiteln im Simulcast. Das Anime-Label KAZÉ Anime sicherte sich die Lizenz und veröffentlicht die Comedy-Serie seit dem 6. August 2020 mit deutscher und japanischer Sprachausgabe in drei Volumes auf DVD und Blu-ray.

Da Gamers! erst 2017 ausgestrahlt wurde und deshalb ein noch frischer Anime ist, bekommen wir selbstverständlich ein klares, scharfes Bild in 1080p im Standardformat 16:9 präsentiert. Die Animationen sind flüssig, jedoch eher im Mittelfeld anzuordnen. Somit reiht sich Gamers! in die typische Slice-of-Life- beziehungsweise Comedy-Schiene ein, ohne im puncto Animation besonders riskante Wege zu gehen und Neues zu probieren. Hervorzuheben sind jedoch in erster Linie die vielen Details im gesamten Bild. In den japanischen Arcade-Hallen, Videospielgeschäften und Zimmern der einzelnen Charaktere sind zahlreiche Videospiele und Poster zu sehen, bei denen viele an echte Videospiel-Reihen angelehnt sind. Dadurch macht es enorm viel Spaß, die Hintergründe im Auge zu behalten, um alles zu entdecken. Interessant ist, dass selbst die Nebencharaktere und „namenlose Mitschüler“ größtenteils mit einigen visuellen Details ausgestattet sind, anstelle von lieblosen gleichaussehenden „Platzfüllern“.

Deutsche Umsetzung und Musik

Für die deutsche Synchronisation wurden die G&G Studios in Kaarst beauftragt. Die Dialogregie für die insgesamt neun Sprechrollen führte dabei Lukas Güttes. Sowohl die deutsche als auch japanische Tonspur sind in DTS HD MA 2.0 verfügbar. Der Hauptcast besteht aus Tobias John von Freyend (Keita Amano), Lisa Dzyadyk (Karen Tendo), Vincent Fallow (Tasuku Uehara), Jana Dunja Gries (Aguri Sakurano) und Francis Dichmann (Chiaki Hoshinomori).

Bislang ist die deutsche Synchronisation gelungen und keine Stimme viel besonders negativ beim ersten Hören auf. Alle Rollen sind authentisch besetzt und passen perfekt zu den jeweiligen Charakteren. Besonders Lisa Dzyadyk als Karen schafft es hervorragend das beliebte Mädchen zu vertonen und doch auch ihre verspielte oder peinlich-verliebte Seite dem Zuschauer zu übermitteln. Die musikalische Untermalung ist passen zur jeweiligen Szene, jedoch relativ zurückhaltend und hebt sich kaum von anderen Animes in dieser Richtung ab. Daher haben diese auch keinen besonders hohen Wiedererkennungswert.

Das Opening Gamers! wurde von den drei japanischen Synchronschauspielern von Karen, Aguri und Chiaki eingesungen. Als Abspann kommt das Lied Fight on! von Luce Twinkle Wink☆ zum Einsatz.

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Fazit

Gamers! verspricht eine gelungene Liebeskomödie zu werden, die nicht nur was für Gaming-Fans ist. Dennoch gebe ich zu, dass Zuschauer mit gewissen Hintergrunderfahrungen diesen Anime vermutlich auf eine noch intensivere Art erleben werden: Die vielen kleinen Andeutungen an real existierenden Videospielen lassen einen jede Szene zweimal ansehen, damit man auch ja nichts verpasst. Die Charaktere sind durchweg sympathisch und bekommen selbst in den bisher nur vier Episoden genug Screentime, um deren Persönlichkeit kennenzulernen. Die Handlung ist jedoch teilweise vorhersehbar.

Die musikalische Untermalung unterstützt die Serie, trägt aber nicht aufwertend zur Atmosphäre bei. Generell gefällt mir die Story und die Idee, solch ein Genre mit dem Thema Videospielen zu verbinden. Die verschiedenen Arten von Videospielern kommen dabei auch gut zur Geltung. Während Keita und Chiaki eher ruhige Einzelspieler sind, messen sich die Mitglieder des Game-Club lieber gegeneinander, um sich strategisch zu verbessern und den besten Highscore zu erzielen.

Kurzfazit

Gamers! startet mit einer guten Grundlage, der den Zuschauer in die Handlung und die Charaktere einführt. Besonders echte Gamer werden Gefallen an den vielen Andeutungen beliebter Videospiel-Reihen finden.

Bilder: ©Sekina Aoi,Sabotenn,KADOKAWA/GAMERS! PRODUCTION COMMITTEE

Pro

  • unterhaltende Serie
  • gelungene deutsche Synchronisation
  • detailreiche Animation
  • interessante Charaktere

Contra

  • Handlung oft vorhersehbar
  • Musik kaum von Bedeutung
6.5
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik: