Review: Cop Craft – Volume 2 & 3 [Blu-ray]

In San-Teresa geht die Verbrecherjagd in die nächste Runde! Im zweiten und dritten Volume von Cop Craft liegt es erneut an Tilarna und Kei, zwischen Außerirdischen und Menschen zu vermitteln und die Stadt vor größeren Unglücken zu bewahren. Das Anime-Label Anime House sicherte sich die Rechte an der deutschen Veröffentlichung der Serie und am 1. April beziehungsweise 15. April 2021 erschienen jetzt die nächsten beiden Volumes! Lisa Murauer

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Die entführte Fee

Vor 15 Jahren öffnete sich inmitten des Pazifischen Ozeans ein rätselhaftes Tor zum Hyperraum, welches die Erde mit einer fremden Welt verbindet. Über die Jahre wurde die Stadt San-Teresa, wie das Tor zur Erde genannt wird, das neue Zuhause zahlreicher außerirdischer Besucher. Doch das Zusammenleben gestaltet sich nicht immer als einfach. Aufgrund der wachsenden Kriminalität wurde ein neues Department innerhalb der Polizei gegründet. Kei Matoba gilt als einer der besten Polizisten von San-Teresa, jedoch ist er bekannt dafür, sich nicht besonders um Regeln zu scheren.

Bei dem Versuch eine entführte Fee zu retten, wird Keis langjähriger Partner getötet. Fortan muss Kei mit der außerirdischen Ritterin Tilarna Exedilika zusammenarbeiten, wobei sich zunächst keiner der beiden von der neuen Partnerschaft begeistert zeigt. Doch um die Fee zu retten, stellen sie ihre Differenzen zur Seite. Im Zuge ihrer Ermittlungen kommen sie einer viel größeren Verschwörung auf die Spur und selbst das Polizeirevier steckt tiefer in der Sache als gedacht. Was als eine einfache Entführung angefangen hat, entwickelt sich zu einem Fall ungeahnten Ausmaßes: Die Fee wird von einer speziellen Gruppierung als eine Art Bombe benutzt, die nun die Stadt bedroht. In letzter Sekunde können Kei und Tilarna das Unglück noch abwenden, doch der Preis dafür ist hoch und nichts ist mehr wie zuvor.

Gemeinsam für Recht und Ordnung

Eigentlich ist der Fall der verschwundenen Fee abgeschlossen, doch Tilarna beschließt überraschend, auf der Erde zu bleiben. Nicht nur das: Sie tritt der Polizeiwache bei und wird somit Keis offizielle Partnerin! Dessen Begeisterung hält sich in Grenzen, vor allem, da Tilarna auch kurzerhand bei ihm einzieht. Da sie mit den Gepflogenheiten auf der Erde noch nicht ganz vertraut ist, lässt sie kein Fettnäpfchen aus und so liegt es an Kei, ihre Fehler auszubügeln. Jedoch beweist Tilarna schnell, dass sie genau weiß, was zu tun ist, wenn es darauf ankommt und sie erweist sich als eine überaus fähige Partnerin, die Kei nicht nur einmal das Leben rettet.

Das trifft sich gut, denn die Arbeit für die beiden hört nie auf und Außerirdische wie Menschen sind dabei gleichermaßen in die diversesten kriminellen Machenschaften verwickelt. Sei es ein zwielichtiger Politiker, der die nächste Wahl um jeden Preis gewinnen will, eine Vampirin, die nach ihrem langen Schlaf wieder zum Leben erweckt wird und ihre blutigen Spuren in der Stadt hinterlässt, oder ein mysteriöses Artefakt, das die Seelen zweier Wesen tauschen kann…

Bild und Animation

Cop Craft basiert auf der Light Novel-Reihe von Shōji Gatō und Range Murata, die seit 2009 in Japan veröffentlicht wird und bisher sechs Bände umfasst. Studio Millepensee, das etwa für So I’m a Spider, So What? oder für die zweite Anime-Adaption von Berserk bekannt ist, wurde mit der Umsetzung beauftragt. Die Regie führte Shin Itagaki, während Autor Shōji Gatō selbst für das Drehbuch verantwortlich war. Die insgesamt zwölf Episoden wurden von Juli bis Oktober 2019 erstmals im japanischen TV ausgestrahlt. Für die deutsche Veröffentlichung konnte Anime House die Lizenz gewinnen und begann am 18. Februar 2021 mit dem Verkauf des ersten von insgesamt vier Volumes. Am 1. und am 15. April erschienen nun das zweite und dritte Volume, in welchen jeweils drei weitere Folgen enthalten sind.

Die Animation gestaltet sich ähnlich wie im ersten Volume. Nach wie vor ist also zu erkennen, dass dem Produktionsstudio nicht allzu viel Budget zur Verfügung gestanden hat. Etwas, das allerdings vermehrt in diesen Volumes auffällt, sind die verwendeten CGI-Elemente. An manchen Stellen fallen sie nicht unangenehm auf und passen sogar zum Stil der Serie. Allerdings sehen sie nicht besonders schön aus, wenn die Figuren selbst computeranimiert sind. Zudem setzen sich weiterhin die merkwürdigen Kameraperspektiven fort, die unnötig und manchmal sogar störend wirken. Ein weiterer – wenn auch kleiner Kritikpunkt – betrifft manche Kampfszenen. Meistens sind diese gelungen, teilweise aber zu unübersichtlich und hektisch.

Des Weiteren kommt oftmals eine wacklige Kameraführung zum Einsatz, die in den Kampfszenen zwar passt, außerhalb dieser aber ebenfalls verwendet wird und hier eher fehlplatziert wirkt. Ein Punkt, der aber positiv hervorgehoben werden muss, betrifft das Charakterdesign von Hiromi Kimura. Haupt- und Nebenfiguren sind interessant gestaltet, die Unterschiede zwischen Menschen und Aliens werden gut veranschaulicht und trotz all dieser verschiedenen Designs fügen sich alle Charaktere wunderbar in San-Teresa ein.

Deutsche Umsetzung und Musik

Anime House hat für die deutsche Umsetzung die HNYWOOD GmbH in Heilbronn beauftragt. Die Regie führte Antonio F. Lopes während Andreas Kröneck für das Dialogbuch zuständig war.

In diesen Volumes wird die gute Arbeit, die bereits im letzten Volume zu hören war, fortgesetzt. Allen voran sind es erneut Sara Wegner als Tilarna und Christopher Kussin als Kei, die zu überzeugen wissen. Neben den amüsanten Streitigkeiten zwischen Kei und Tilarna schaffen sie es zusätzlich, die beginnende Freundschaft der beiden zum Ausdruck zu bringen. Die Nebenfiguren, die in diesen Episoden mehr im Fokus stehen, sind genauso passend besetzt. Kurz gesagt, die deutsche Vertonung steht der japanischen in nichts nach. Der japanische Originalton mit deutschen Untertiteln ist natürlich trotzdem auf den Discs enthalten!

Die Musik von Taku Iwasaki (unter anderem bekannt für Jojo’s Bizarre Adventure: Battle Tendency) kann wie bereits im Serienauftakt durch ihre Vielseitigkeit überzeugen. Opening und Ending sind unverändert, aber weiterhin schön anzusehen und -hören. Generell ist der Soundtrack mit der größte Pluspunkt der Serie und etwas, das besonders im Gedächtnis bleibt.

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Fazit

Die Interaktionen zwischen Tilarna und Kei sind nach wie vor das Highlight von Cop Craft und tragen maßgeblich zum Humor der Serie bei. Insbesondere Tilarna, die sich erst an das Leben auf der Erde gewöhnen muss, sorgt für viel Unterhaltung. Die deutsche Synchronisation ist in dieser Hinsicht vollends gelungen. Die Sprecher lassen Kei und Tilarna sympathisch wirken und die sich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden wird ebenso gut veranschaulicht. Des Weiteren kommen einige Nebenfiguren mehr in den Vordergrund und verleihen der Erzählwelt insgesamt mehr Tiefe.

Während die Musik dank ihrer Originalität und Vielseitigkeit überzeugen kann, ist die Animation selbst eher der Schwachpunkt der Serie. Während es dem Animationsstudio in Volume 1 noch gelungen ist, den Geldmangel zu kaschieren, fällt dieser in diesen Episoden deutlicher auf. In erster Linie wirkt die Verwendung von CGI an manchen Stellen unschön. Die Kampfszenen sind teilweise ebenfalls zu unübersichtlich und die Kameraführung oftmals zu hektisch. Weiterhin befremdlich ist die Bildgestaltung an sich, da hier oftmals Perspektiven gezeigt werden, die nichts zur Story beitragen und selten einen Zweck aufweisen – vom Fanservice einmal abgesehen, der hier vermehrt zum Einsatz kommt. Ob Fan von einem solchen oder nicht, in einigen Fällen wird hier die Grenze zwischen Fanservice und Fandisservice schon mal überschritten und generell passen diese Momente eher weniger zum Ton des restlichen Animes.


Die Fantasy- und Sci-Fi-Elemente verleihen dem Buddy-Cop-Aspekt Originalität und der Mix aus diesen verschiedenen Genres funktioniert nach wie vor gut. Während im ersten Volume von Cop Craft eine zusammenhängende Geschichte erzählt wurde, überwiegen in Volume zwei und drei episodische Folgen. Diese sind aus meiner Sicht insgesamt weniger interessant als der Fall des vorherigen Volumes, obwohl immerhin die Freundschaft zwischen Tilarna und Kei weiterentwickelt wird. Allerdings wird eine übergreifende Handlung angedeutet, somit bin ich gespannt wie sich der Anime in dieser Hinsicht entfalten und zu seinem Abschluss kommen wird.

Kurzfazit

Erneut sind Kei und Tilarna die Stars von Cop Craft und die Interaktionen zwischen ihnen machen einfach Spaß. Sie können jedoch nicht ganz über die schwächelnde Story und Animation, die im zweiten und dritten Volume auffallen, hinwegtäuschen.

Bilder: © Shoji Gato, Shogakukan /STPD

Pro

  • schönes Charakterdesign
  • originelle Musik
  • deutsche Umsetzung

Contra

  • CGI-Elemente teils nicht schön anzusehen
  • hektische Kameraführung
  • seltsame Kameraperspektiven
  • exzessiver Fan(dis)service
7.5
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik: