Review: Cencoroll Connect – The Movie [Blu-ray]

In Japan schon am 29. Juni 2019 in den Lichtspielhäusern erschienen, feierte der verrückte Sci-Fi-Action-Anime Cencoroll Connect auf dem AKIBA PASS Festival 2020 sein großes Debüt. Im Anschluss sicherte sich das Münchener Anime-Label peppermint anime die Lizenz und brachte den Anime bereits am 18. Februar 2021 auf DVD und Blu-ray in den deutschen Handel. Storytechnisch dreht sich der Film um mysteriöse Wesen, die Drohnen genannt werden. Diese können sich mit den Menschen verbinden und dabei die unterschiedlichsten Formen annehmen. John Schwab

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Cenco!

Cenco ist ein Wesen, das dem jungen Schüler Tetsu gehorcht. Es ist mit ihm auf eine Art und Weise verbunden, die sich nur schwer beschreiben lässt. Durch einen speziellen Link ist es Tetsu möglich, Cenco Anweisungen zu erteilen, nach denen er sich richtet. So kann sich Cenco in die verschiedensten Formen verwandeln. Ganz umsonst sind Cencos Kräfte aber nicht, denn selbst diese sind begrenzt. Um sie wieder aufzuladen, muss Cenco fressen.

In der Welt, in der Tetsu lebt, kommt es immer wieder vor, dass Wesen wie Cenco plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Da Cenco auch seine Artgenossen frisst und diese, bevor sie Unheil anrichten können, vernichtet werden müssen, hat Tetsu es sich zur Aufgabe gemacht, die anderen Wesen gemeinsam mit Cenco zu erledigen.

Während Tetsu seinem Alltag nachgeht, trifft er auf die junge Yuki. Durch einen dummen Zufall findet diese sein Geheimnis heraus. Als ob das aber noch nicht schlimm genug wäre, wird er plötzlich von einem Fremden angegriffen, der Cenco samt seinen Fähigkeiten für seine Zwecke missbrauchen möchte. Schon bald befinden sich Tetsu und Yuki in einer prekären Situation und geraten nebenbei noch in das Auge einer geheimen Organisation. Alles läuft auf einen großen Kampf hinaus. Immer wieder versuchen die Parteien Bündnisse zu schließen, wollen sich dabei aber gegenseitig austricksen … die Situation scheint aussichtslos.

Bild und Animation

Der Film entstand fast gänzlich als Ein-Mann-Projekt unter der Regie von Atsuya Uki und bildet die Fortsetzung und Erweiterung zu seinem vorherigem Projekt Cencoroll. Atsuya Uki schrieb das Drehbuch und war ebenso für die Animation zuständig. Produziert wurde der Anime im Studio Anime Innovation Tokyo und Aniplex Studio. Letzteres ist vor allem für Serien wie Fullmetal Alchemist: Brotherhood bekannt. Die Musik wurde von Ryo beigesteuert. In Japan kam der Anime bereits am 29. Juni 2019 in die Kinos. Hierzulande feierte Cencoroll Connect auf dem AKIBA PASS Festival 2020 seine große Premiere. Anschließend sicherte sich das Münchener Anime-Label peppermint anime die Lizenz und brachte den Film am 18. Februar 2021 auf DVD und Blu-ray in den deutschen Handel.

Der Anime zeigt sich in einem sehr eigenwilligen Look. Dieser äußert sich in dem minimalistischen Charakterdesign und in der ebenfalls minimalistischen Darstellung der Umgebung. Ähnlich wie bei der Anime-Reihe Kizumonogatari wird der Look hier in allen Bereichen angewandt und den kompletten Film über beibehalten. Dementsprechend wirkt das Bild glaubwürdig und als eine in sich stimmige Einheit. Die Farben sind schlicht gehalten und setzen den Fokus auf die Handlung. Auf der anderen Seite ist der Zeichenstil dynamisch und kann gut mit den stets flüssigen Animationen mithalten. Insgesamt ergibt sich daraus ein ziemlich reduziertes Bild, das aber immer wieder besonders beruhigende Szenerien zeigt, in denen man sich verlieren kann.

Deutsche Umsetzung und Musik

Bei der deutschen Vertonung arbeitete man mit dem Studio @alpha Postproduktion aus München zusammen. Die Dialogregie und das Dialogbuch oblag Katharina von Daake.

Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen. Besonders hervorgestochen ist bei gerade einmal sechs Sprechrollen zwar niemand, aber die Harmonie im kleinen Team konnte an den Zuschauer gebracht werden. Die beiden Hauptrollen Tetsu und Yuki wurden von Benjamin Stolz und Laura Jenni synchronisiert. Insgesamt hat die Vertonung die Charaktere gut wiedergegeben und den Anime angenehm begleitet. Wer sich mit der deutschen Umsetzung dennoch nicht anfreunden kann, hat natürlich die Möglichkeit, auf die auf der Disc enthaltene OmU-Fassung zurückzugreifen.

Die Musik hingegen war durchwachsen. Prinzipiell passt sie gut zum Anime, aber sie fällt immer wieder mit zu hohen Ausschlägen unangenehm auf.

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Fazit

Angefangen vom Charakterdesign bis hin zur Story, die immer nur so viele Details preisgibt, wie gerade nötig sind, ist der Anime äußerst speziell und darauf muss man sich einlassen. Dennoch zeigt sich hier einmal ein anderes Bild fernab von den ganzen Mainstream-Produktionen. Hinzu kommt noch, dass der Film fast vollständig durch eine Person entstanden ist. Natürlich zeigen sich aufgrund dessen hin und wieder einige Schwächen, wie die etwas übersteuernde Musik, aber auch viele Stärken.


Darunter fallen zum Beispiel das markante Charakterdesign sowie das minimalistische Gesamtbild, das hier ein Alleinstellungsmerkmal ausmacht. Die Story ist grundsätzlich spannend, braucht allerdings Zeit, um sich ausreichend zu entwickeln. Unterstützt wird diese dann durch die deutsche Synchronisation, bei der die Sprecher eine gute Arbeit leisten. Insgesamt zeigt sich hier ein Anime der besonderen Art!

Kurzfazit

Cencoroll Connect ist ein kleiner für sich stehender Anime. Er präsentiert sich fernab der Mainstream-Produktionen und spricht ein Publikum an, welches sein Auge auf speziellere und außergewöhnliche Anime-Projekte gerichtet hat.

Bilder: ©2019 UKI ATSUYA / ANIPLEX

Pro

  • ansprechendes Bild
  • spezielles Charakterdesign
  • interessante Handlung, ...

Contra

  • ... die etwas Zeit braucht, bis sie wirkt
7.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik: