Review: Cells at Work! – Volume 1 [Blu-ray]

Am 25. Mai 2020 veröffentlichte peppermint anime das erste Volume der Anime-Serie Cells at Work! (jap. Hataraku Saibou). Dieser stark an den Klassiker Es war einmal … Das Leben erinnernde Anime, zeigt uns auf abenteuerliche Weise das Leben im inneren unseres Körpers. Volume eins beinhaltet die ersten fünf Episoden mit deutscher und japanischer Sprachausgabe auf DVD und Blu-ray. John Viktor Schwab

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Der menschliche Körper

“Im menschlichen Körper sind circa 37,2 Billionen Zellen tagtäglich 24 Stunden an 365 Tagen fleißig bei der Arbeit.“ So beginnt der Anime und wirft uns damit auch gleich ins Geschehen. Wir lernen Erythrozyt AE-3803 kennen, ein rotes Blutkörperchen das Sauerstoff und Nährstoffe durch den Körper transportiert. Sie ist nur eine von unglaublich vielen Zellen, die tagtäglich und Hand in Hand dafür Sorge trägt, dass wir so funktionieren, wie wir funktionieren. Gemeinsam schützen sie unseren Körper vor Bakterien, Viren und Parasiten, die uns Schaden zufügen können. Doch auch wenn es mal keine Fremdeinwirkungen sind und wir zum Beispiel einfach stolpern und uns verletzen, sind unsere Zellen da, um zu helfen und Schlimmeres zu verhindern. So lernen wir immer wieder neue Zellen und ihre speziellen Aufgabengebiete kennen und erfahren was es heißt, so ein großes System am Laufen zu halten.

Bakterien!

Kaum haben wir die gerade neu dazugekommene Erythrozyt AE-3803 kennengelernt und ein wenig mitbekommen, wie hektisch es tagtäglich bei der Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen in unserem Körper zugeht, da erfahren wir auch schon von den Gefahren die stets hinter jeder Ecke lauern. Erythrozyt AE-3803 ist nämlich gerade auf dem Weg zur Lunge, als vor ihr plötzlich der Boden aufreißt und eine fiese Schar Pneumokokken sich den Weg zu ihr bahnen will. Doch da haben sie die Rechnung ohne Leukozyt U-1146 gemacht, dessen Hauptaufgabe die Bekämpfung von Viren und Bakterien ist. Zusammen mit seinem Team stürmt er den Platz, auf dem die Bakterien eingedrungen sind und sorgt zusammen mit diesen für ein riesiges Gemetzel. Der Angriff ist schnell gestoppt und die Routine kann seinen Lauf nehmen. Das denken zumindest alle. Doch unsere Erythrozytin wird unseren Leukozyten schneller wiedersehen als ihr lieb ist und das nicht unter allzu schönen Bedingungen …

Bild und Animation

Cells at Work! basiert auf seiner gleichnamigen Manga-Vorlage. Diese existiert seit Januar 2015 und wurde bisher in fünf Bänden in Japan veröffentlicht. Autor der Reihe ist Akane Shimizu. Die Anime-Serie wurde unter der Regie von Makoto Ken`ichi Suzuki im Studio David Production animiert, welches unter anderem für das JoJo´s Bizzare Adventure-Franchise, bekannt ist. In Japan wurde die Serie von Juli bis September 2018 ausgestrahlt und im selben Zeitraum bei Wakanim im Simulcast präsentiert. Durch peppermint anime bekommt die 13-teilige Serie nun seine Home-Video-Veröffentlichung in drei Volumes.

Optisch überzeugen mich die ersten Episoden des Animes fast in jeder Lage. Im Gegensatz zu der OmU-Version (Originalton mit deutschen Untertiteln) auf Wakanim, fehlen mir bei der deutschen Veröffentlichung die erklärenden und ergänzenden Infoboxen, die im Simulcast bei Wakanim immer wieder aufgeführt worden sind. Das ist in gewisser Weise schade, weil diese das Verständnis ungemein fördern. Auch in der japanischen Sprachfassung mit deutschen Untertiteln auf der Disc ist dies leider nicht wiederzufinden. Ansonsten harmoniert das Charakterdesign wunderbar mit dem restlichen Bild. Es ist markant und wird einem noch lange in Erinnerung bleiben.

Farben und Dynamik sind immer passend gesetzt und einwandfrei. Dabei wird jede Szene aktiv gut dargestellt, weil der Anime grundsätzlich optisch gewaltig umgesetzt wurde. Das Bild wirkt sehr schmeichelnd, zeigt viele Details, schönt oder zensiert nicht und bildet eine stimmige Gesamtheit. Des Weiteren sind auch die Animationen stets flüssig.

Deutsche Umsetzung und Musik

Für die deutsche Umsetzung beauftragte das Münchner Anime-Label das Studio Tonwerk München. Die Dialogregie führte dabei Katharina von Daake.

Die deutsche Synchronisation ist vollkommen in Ordnung, wenn nicht sogar überragend. Allerdings schwächelt sie im direkten Vergleich zur japanischen Synchronisation und trifft nicht ganz den Nagel auf den Kopf. Besonders ist mir hier im direkten Vergleich aufgefallen, dass die japanische Vertonung etwas schneller beziehungsweise härter ist, wodurch der Humor besser an den Zuschauer getragen wird. Zwar werden im deutschen auch viele kräftige Ausdrücke benutzt, die lustig sind, aber den Humor nicht gut tragen. Stattdessen gefallen mir bislang die Stimmen aller Charaktere, die ich allesamt sehr passend finde und darüber hinaus schön miteinander funktionieren. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass der Sprechercast enorm groß ausgefallen ist. Am Ende entscheidet jeder selbst, welche Vertonung er bevorzugt, denn es besteht auch die Möglichkeit, auf die Originalvertonung mit deutschen Untertiteln zurückzugreifen.

Die musikalische Untermalung ist schlichtweg passend. Sie wird nicht immer präsent, was der Handlung und den Dialogen zu Gute kommt. In einer Szene jedoch übertönte der Soundtrack leider die Erzählerstimme, was etwas schlecht gemischt wurde. Opening als auch Ending konnten jeweils auf ihre Weise überzeugen.

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Fazit

Mit den ersten Episoden des Animes Cells at Work! bin ich gut warm geworden. Zwar schwächelte manchmal die deutsche Vertonung im punkto Ausdrucksstärke und die Musik übertönte teilweise die Erzählerstimme, aber das machte dem Gesamtergebnis nicht allzu viel aus. Bei diesem konnte nämlich das markante Charakterdesign und das sehr stimmige und gut dargestellte Setting punkten. So harmonierten die Farben gut mit dem Gesamtbild und gaben mit schönen Kamerafahrten und einem guten Charakterdesign ein umhüllendes Erlebnis. Es gab insgesamt eine etwas schwächere Episode, ansonsten ist man immer von viel Action, Humor und einer hübsch dargestellten Story umgeben.

Im Gegensatz zur OmU-Fassung von Wakanim ist mir aber aufgefallen, dass die kleinen Erklärungskästchen, die dort immer wieder zu sehen waren, in dieser Version komplett gefehlt haben. Das macht nicht alles kaputt, hätte aber an manchen Stellen wirklich zum besseren Verständnis beigetragen. Dennoch wurde hier wirklich mit viel Elan gezeigt, was aus den Vorgängen im menschlichen Körper gemacht werden kann. Ich bin sehr gespannt auf das zweite Volume und was mich darin erwartet. Und ein kleiner Tipp voraus: Für den Humor der Serie wäre es von Vorteil sich mit der Thematik ein wenig auszukennen und am Ende auch dafür Interesse zu zeigen.

Kurzfazit

Cells at Work! kann besonders visuell durchgehend überzeugen. Die allgemeine Darstellung der Abläufe im menschlichen Körper setzt man mit unglaublich viel Fantasie und Action um.

Bilder: ©Akane Shimizu / KODANSHA, Aniplex, davidproduction

Pro

  • musikalische Untermalung
  • tolles Bild und Charakterdesign
  • deutsche Synchronisation, ...

Contra

  • ... welche nicht immer überzeugt
  • Erklärungen & Infotexte fehlen
8.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik:

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