Review: Arifureta: From Commonplace to World’s Strongest – Volume 3 [Blu-ray]

Nach der Rückkehr auf die Oberfläche bleibt sicherlich keine Zeit zum Ausruhen und mit seinen Mitschülern alles zu besprechen. Das Abenteuer von Hajime nimmt im abschließenden dritten Volume, das das Staffelfinale einläutet, seinen Lauf. Die Spannung steigt und ein schwerer Kampf gegen die Dämonenarmee steht bevor. Patrick Snir

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Rettung einer fremden Welt

Eines Tages wird der Oberschüler Hajime Nagumo zusammen mit seiner gesamten Klasse plötzlich in eine völlig fremde Welt beschworen. Diese Welt steht wegen eines Krieges gegen Dämonen kurz vor der Zerstörung und sucht händeringend nach Helden, welche die Bewohner doch noch retten können. Daher werden alle Schüler zu Helden „geschult“ und erhalten einzigartige, heldenhafte Fähigkeiten – außer Hajime. Während er von seinen Mitschülern als nutzlos abgestempelt wird, widmet er seine ganze Aufmerksamkeit der Literatur und will die fremde Welt studieren, um sich doch noch irgendwie als nützlich zu erweisen.

Bei einer Mission im großen Orcus-Labyrinth werden die Schüler auf einer Ebene von einem gefährlichen Monster überraschend angegriffen, das ihnen hochüberlegen ist. Um seine Mitschüler zu schützen, schlüpft Hajime in die Rolle des Helden, um das Monster so lange abzulenken, bis alle ihre Fähigkeiten benutzen können. Allerdings wird er Opfer eines Hinterhalts und stürzt in den dunklen Abgrund. Wie durch ein Wunder überlebte er den Sturz, befindet sich aber allen Übels jetzt auf der tiefsten Ebene. Umgeben von unzähligen starken Monstern kann sich Hajime durchsetzen und durch das Verspeisen von Monstern neue Fähigkeiten erlernen, die ihn zu Yue führen, eine Vampirprinzessin, die in einer Kammer des Dungeons versiegelt wurde.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten kann er Yue retten und sie gelangen wieder an die Oberfläche, wo sie in der „Reisen-Schlucht“, einem der gefährlichsten Orte in „Tortus“, auf ihr neues Mitglied Shea treffen und zusammen das Abenteuer-Trio bilden. Zusammen gilt es nun, alle Labyrinthe dieser Welt wegen ihrer antiken Magie zu erobern und dabei auf die gefährliche Dämonenarmee zu achten.

Egal was passiert, ich beschütze dich!

Hajimes Lehrerin ist erleichtert und froh, als sie gesehen hat, dass ihr Schüler noch am Leben ist. Jedoch hat er sich sichtlich verändert und es bleibt keine Zeit für eine Erklärung. Schließlich muss er sein Ziel verfolgen, um wieder in die reale Welt zurückzukehren. Nachdem Hajime und Co in den Bergen angekommen sind und dort auf Tio Klarus, die Prinzessin des Klarus-Klans der Drachenmenschen, treffen, erhalten sie die Antwort, die sie zum Angriff auf Willi und seine Freunde verleitet. Tatsächlich wurde sie in eine Art Trance versetzt und magisch gezwungen ein Attentat zu verüben.

Anfangs glaubt Hajime dieses „Theater“ nicht und ist fest entschlossen, Tio zu töten. Yue kann ihn noch rechtzeitig aufhalten und bittet um Nachsicht. Fortan begleitet auch Tio das Team auf ihrer Reise und sie beschließt nun, Hajime als „Meister“ zu betiteln und ihm auf der Reise als Sklavin zu dienen. Doch sie müssen Acht geben: Die Person, nach der sie Ausschau halten, besitzt eine Armee von 60.000 Monstern, die planen, das Bauerndorf anzugreifen. Auf Wunsch seiner Lehrerin müssen sich Hajime und seine Begleiter den Gegnern entgegenstellen. Aber nicht nur Dämonen geht es an den Kragen: Bei einem Date mit Shea wird Hajime auf einen Sklavenhändlerring aufmerksam, der sich das niedliche Meermenschen-Mädchen Myuu geschnappt hat. Die Kleine erweckt in Hajime Vatergefühle, weshalb er sich die Sklavenhändler zur Brust nimmt…

Bild und Animation

Auch die letzten Episoden von Arifureta lassen sich im Großen und Ganzen so bewerten wie die vorherigen. Das Bild bietet ein breites Spektrum an kräftigen Farben und ergibt zusammen mit dem passenden Setting ein rundes Gesamtbild. Im Gegensatz zu den letzten Folgen spielt die Handlung entweder in behaglichen Abendstunden oder erneut im düsteren Untergrund, was einen betrübten Eindruck hinterlässt aber keineswegs an Qualität verliert. Insbesondere bin ich vom Charakterdesign angetan, welches sich akkurat an das Original von Takayaki hält.

Anders ist es bei der Animation, die aufgrund der schlechten Produktionswerte sowie der Abhängigkeit von CGI in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Umsetzung war kurzum miserabel und unbeständig. Vor allem die Kampfszenen in den letzten Folgen hätten mit einer grandiosen Animation prachtvoll wirken und Spaß beim Zusehen machen können. Stattdessen erzeugt das „Gemetzel“ keine Spannung und verläuft trist auf eine Seite. Zudem sehen die Monster-Animationen teilweise wie aus einem billigen 3D-Computerspiel aus den früheren 90-er Jahren aus. Selbst traditionell animierte Passagen können das nicht kompensieren. Sehr schade, dass nicht einmal zur Home-Video-Veröffentlichung die Animationen nicht ausgebessert wurden.

Die 13-teilige Anime-Serie Arifureta entstand im Studio WHITE FOX, welches für Serien wie Steins;Gate und Re:Zero bekannt ist, in Kooperation mit asread unter der Regie von Kinji Yoshimoto und basiert auf der gleichnamigen Light-Novel-Reihe von Ryo Shirakome. Zwischen Juli und Oktober 2019 wurde der Isekai-Anime in Japan ausgestrahlt und lief hierzulande bei Anime on Demand im Simulcast. AniMoon Publishing sicherte sich die Lizenz und veröffentlichte die Serie in drei Volumes auf DVD und Blu-ray.

Deutsche Umsetzung und Musik

Weiterhin wurde die Violetmedia GmbH aus München für die deutsche Umsetzung der Anime-Serie beauftragt, bei der sich Cindy Kepke, Eleni Möller-Architektonidou und Davide Valente für das Dialogbuch als verantwortlich zeichnen.

Subjektiv betrachtet bin ich erleichtert, dass wenigsten die deutsche Synchronisation gelungen ist und sich auf einem beachtlich hohen Niveau befindet. Trotz anfänglicher Skepsis wurde ich von Martin Bonvicini als Hajime, Laura Maire als Yue und Jana Dunja Gries als Shea Haulia positiv überrascht. Allen voran präsentieren sich auch die letzten neuen Stimmen, wie etwa Samina König, die dem kleinen Meermädchen Myuu ihre Stimme leiht, gut. Zum Schluss lässt sich definitiv sagen, dass der Anime mit einem ordentlichen deutschen Sprechercast gesegnet wurde.

Die musikalische Untermalung ist ansprechend und kann mit unaufdringlichen Soundtracks die einzelnen Szenen gut begleiten, was sich zum Ende hin im Gegensatz zum Auftakt verbessert hat.

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Fazit

Als die Anime-Adaption zu Arifureta 2019 startete, hatte ich aufgrund der zuvor positiven Meinungen zur Light Novel große Erwartungen. War nun die erste Staffel gut? Ganz ehrlich, leider nein! Sie hatte größtenteils Probleme. Das fängt bereits bei der Umsetzung der Handlung an, die versucht so viele Kapitel des Originals wie möglich in nur 13 Episoden zu bearbeiten. Das führte zu einem zu inkonsistenten Tempo sowie zu überstrapazierten Storymechanismen und dadurch zu Verwirrung bei den Zuschauern. Anstatt sich entspannt von der Story leiten zu lassen, wurde man gefordert und es schwirren ständig Fragezeichen um den Kopf.

Die visuelle Darstellung kann sich teilweise von der negativen Kritik retten und zeigt hin und wieder ein passables Bild. Insbesondere das Charakterdesign wirkt sauber und harmoniert mit dem Setting. Die Animationen sind hingegen grauenvoll und eine Schmach gegenüber anderen Action-Anime. Die schlechten Produktionswerte sowie die Abhängigkeit von CGI haben die Serie weiter in Mitleidenschaft gezogen. Allerdings ist die deutsche Sprachfassung wie für AniMoon Publishing typisch gelungen und ist zumindest ein Kaufgrund für mich, die Serie nochmal als Home-Video zu erleben.

Und sind wir ehrlich: Die Geschichte rund um Hajime und seine Mitschüler wird im Laufe des Animes tendenziell interessant. Aber das bestehende Potential wird leider nicht ausgeschöpft, sondern mit dem Pacing und weiteren Faktoren gnadenlos zerstört. Wer also einen Anime mit aufrechter Handlung erwartet, wird von Arifureta enttäuscht. Sucht man hingegen eine Serie, die unterhalten soll und bei welcher der Rest nicht relevant ist, wird man seinen Spaß finden. Auf die Fortsetzung (Staffel 2) im Januar 2022 bin ich gespannt.

Kurzfazit

Arifureta kann in der 13-teiligen ersten Staffel trotz guter Ansätze sein Potential nicht entfalten. Einzig die Charaktere, das Bild und die deutsche Synchronisation sind der glanzvollen Seite zuzuordnen.

Bilder: ©Ryo Shirakome, OVERLAP/ARIFURETA Project

Pro

  • Handlung teils interessant, ...
  • Glaubwürdige Charaktere
  • Charakterdesign
  • Deutsche Synchronisation

Contra

  • ... teils auch glanzlos
  • Pacing katastrophal
  • Animation nicht gelungen
7.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik: