Review: Arifureta: From Commonplace to World’s Strongest – Volume 2 [Blu-ray]

Das Abenteuer unseres Duos Hajime und Yue geht endlich weiter! Der Wunsch, dem großen Orcus-Labyrinth zu entkommen, ist zum Greifen nahe. Doch hätten sie damit rechnen können, dass inzwischen jemand sehnlichst auf der Oberfläche auf die beiden wartet? AniMoon Publishing veröffentlichte bereits am 19. Februar 2021 das zweite Volume der Anime-Serie Arifureta mit den Episoden 6 bis 9 auf DVD und Blu-ray. Mal sehen, wie sich der Plot und alles darum entwickelt hat. Patrick Snir

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Rettung einer fremden Welt

Eines Tages wird der Oberschüler Hajime Nagumo, der nicht gerade der Liebling seiner Mitschüler ist, zusammen mit seiner gesamten Klasse plötzlich in eine völlig fremde Welt beschworen. Diese Welt steht wegen eines Krieges gegen Dämonen kurz vor der Zerstörung und sucht händeringend nach Helden, welche die Bewohner doch noch retten können. Daher werden alle Schüler zu Helden „geschult“ und erhalten einzigartige, heldenhafte Fähigkeiten – außer Hajime. Während er von seinen Mitschülern als nutzlos abgestempelt wird, widmet er seine ganze Aufmerksamkeit der Literatur und will die fremde Welt studieren, um sich doch noch irgendwie als nützlich zu erweisen.

Bei einer Mission im großen Orcus-Labyrinth werden die Schüler auf einer Ebene von einem gefährlichen Monster überraschend angegriffen, das ihnen hochüberlegen ist. Um seine Mitschüler zu schützen, schlüpft Hajime in die Rolle des Helden, um das Monster so lange abzulenken, bis alle ihre Fähigkeiten benutzen können. Allerdings wird er Opfer eines Hinterhalts: Ein Gegenangriff seiner Mitschüler traf ihn absichtlich und ließ ihn abstürzen. Wie durch ein Wunder überlebte er den Sturz, befindet sich aber allen Übels jetzt auf der tiefsten Ebene, die bisher von keinem Helden erreicht werden konnte. Umgeben von unzähligen starken Monstern, kann sich Hajime durchsetzen und durch das Verspeisen von Monstern neue Fähigkeiten erlernen, die ihn zu Yue führen, eine Vampirprinzessin, die in einer Kammer des Dungeons versiegelt wurde. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten kann er Yue retten und sie kooperieren miteinander, um Hajimes Wunsch, die Oberfläche zu erreichen, zu verwirklichen.

Aufbruch ins Ungewisse und das nervige Karnickel

Nach gewaltigen Kämpfen in der Dunkelheit hat es das Duo endlich geschafft! Hajime und Yue haben das große Orcus-Labyrinth bezwungen und werden von Oscar Orcus, dem Schöpfer und Verwalter des Labyrinths, gewürdigt. Dabei überlässt Oscar Hajime seine Kraft und Erinnerungen, im Zuge dessen Hajime die Wahrheit über diese Welt sowie des jetzigen Tumults erfährt. Die nächsten Tage nutzt er ausgiebig, um in Oscars Bibliothek und Werkstatt Neues zu lernen sowie Waffen und Fahrzeuge herzustellen. Seine Aufgabe lautet nun: Alle Labyrinthe dieser Welt wegen ihrer antiken Magie zu erobern.

Mit ihrer neuen Ausrüstung gelangen Hajime und Yue an die Oberfläche, wo sie sich in der „Reisen-Schlucht“, einem der gefährlichsten Orte in „Tortus“, wiederfinden. Dort werden sie bereits sehnlichst vom Hasenmenschen-Mädchen Shea erwartet, die dringend Hilfe von Hajime benötigt. Denn sie und ihr Stamm wurden aus ihrem Heimatdorf „Verbergen“ im „Haltina-Wald“ vertrieben. Mit Hajimes Stärke erhoffen sie sich, ihre Heimat zurückgewinnen zu können. Eigentlich wollten Hajime und Yue das „nervige Karnickel“ ignorieren, da beide ihre ursprünglichen Pläne verfolgen. Doch wegen Sheas aufdringlicher und nervtötender Einstellung, stimmte Hajime zu, ihr und ihrem Stamm zu helfen. Damit schlägt sich auch das Glück auf Hajimes Seite, denn die „Reisen-Schlucht“ beherbergt ein Labyrinth, das ihn einen Schritt näher zu seinem eigentlichen Ziel bringen wird. Das „Karnickel“ Shea schließt sich dem Duo an und bringt fortan frischen Wind ins herbe Team.

Bild und Animation

Die 13-teilige Anime-Serie Arifureta entstand im Studio WHITE FOX, welches für Serien wie Steins;Gate und Re:Zero bekannt ist, in Kooperation mit asread unter der Regie von Kinji Yoshimoto und basiert auf der gleichnamigen Light-Novel-Reihe von Ryo Shirakome. Zwischen Juli und Oktober 2019 wurde der Isekai-Anime in Japan ausgestrahlt und lief hierzulande bei Anime on Demand im Simulcast. AniMoon Publishing sicherte sich die Lizenz und veröffentlichte die Serie in drei Volumes auf DVD und Blu-ray.

Genauso wenig wie die allgemeinen Produktionsdaten, ändert sich die visuelle Gestaltung im Verlauf dieser Episoden im Vergleich zum letzten Volume kaum. Nichtsdestoweniger erhalten wir nun das Gegenteil der bisherigen Kulisse, das der Fortsetzung des Abenteuers auf der Oberfläche zu verdanken ist. Denn die Bilder wirken fortan weniger inhaltsleer und vermitteln stattdessen Lebendigkeit und eine kontrastreiche Einheit. Darüber hinaus ist das Original-Charakterdesign von Takayaki weiterhin akzeptabel und glänzt durch die harmonierende Gestaltung.

Weniger begeistern kann hingegen die Animation, die sich performtechnisch keineswegs verbessert hat und sich ausschließlich minimal hervorhebt. Die Abhängigkeit von CGI schadet dem Anime, weil die Umsetzung miserabel gelungen ist und bereits größere, bewegliche Umgebungselemente oder Monster eine Herausforderung sind. Deswegen sucht man leider vergeblich nach dynamischen Bewegungen oder ausgezeichneten Charakteranimationen. Selbst Visual Effects lassen vermehrt – vor allem in den Kampfszenen – viel zu wünschen übrig. Dabei sind die Kampfszenen kein gutes Pendant zum restlichen soliden Bild.

Deutsche Umsetzung und Musik

Weiterhin entstand die deutsche Umsetzung der Anime-Serie bei der Violetmedia GmbH in München. Für das Dialogbuch waren Cindy Kepke, Eleni Möller-Architektonidou und Davide Valente verantwortlich. Mit den neuen Episoden lernen wir weitere Charaktere und deren Synchronsprecher kennen, mit denen man zufrieden sein kann.

Während Martin Bonvicini als Hajime und Laura Maire als Yue weiterhin perfekt harmonieren und ihre Figur mit entsprechender Leistung vertonen, wird das Niveau der deutschen Synchronisation um die neuen Sprecher beibehalten. Zum einen sticht Jana Dunja Gries als Shea Haulia positiv hervor und gibt die Persönlichkeit des turbulenten Hasenmädchens wieder. Zum anderen erhält gegen Ende des zweiten Volumes Tio Klarus, die masochistische Prinzessin des Klarus-Klans, ebenfalls einen kurzen Auftritt, bei dem sich Janina Dietz als ihre Stimme gut präsentiert. An der glanzvollen und beeindruckenden Arbeit aller Beteiligten lässt sich demnach nahezu nichts aussetzen und sie schöpft das Potential aus. Mit der auf der Disc enthaltenen japanischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln wird zusätzlich Liebhabern der Originalversion eine Option geboten

In Gegensatz zu den ersten Episoden im ersten Volume werden in diesen Folgen unterschiedliche Soundtracks verwendet, die nicht den Eindruck hinterlassen, nach einer Zeit stupide zu wirken. Die musikalische Untermalung erfüllt dadurch ihren Zweck und unterstützt stimmungsvoll die Handlung. Darüber hinaus klingen sowohl Opening als auch Ending sehr schön und runden das Gesamtbild ab.

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Fazit

Endlich verlassen wir den dunklen und leeren Untergrund und erblicken das Licht der Oberfläche. Dass dieser Setting-Wechsel gleich einen derartigen Unterschied in der visuellen Gestaltung ausmachen kann, hätte ich nicht erwartet: Das Bild ist nun stimmungsvoller und attraktiver. Darüber hinaus harmoniert es besser mit dem sanften Charakterdesign. Durch den Wechsel bläst zusätzlich ein frischer Wind durch den Plot, der mit dem Neuzugang Shea gelockert wird. Mit Shea und dem aufdringlichen Harem-Comedy-Anteil – so kommt es mir bislang vor – wirkt die Handlung heiterer. Doch das allein kann die Defizite des Plots und das deutlich zu schnelle Tempo nicht kompensieren. Vielleicht warten wir noch auf die letzten Episoden, denn das Treffen auf die neuen Figuren verspricht gegebenenfalls etwas Korrektur.


Darüber hinaus macht die CGI-Abhängigkeit dem Fantasy-Anime keinen Gefallen. Vielmehr schadet die miserable Umsetzung der Animation, die allein nur selten aktiv scheint und Szenen eher als eine Art Diashow zeigt, anstatt sie ordentlich zu animieren. Insbesondere Kampf-Szenen mit unbeständigen Effekten und trostloser Animation werden nicht schmackhaft dargeboten. Ein Glück, dass dies nicht die deutsche Umsetzung betrifft und diese weiterhin zufriedenstellend ist. Setzt man also auf Unterhaltung und weniger auf gelungene Handlung mit prächtigen Animationen, kann man Arifureta eine Chance geben. Die finale Bewertung gibt es in dem Review zum dritten und damit letzten Volume.

Kurzfazit

Die weiteren Episoden von Arifureta versprechen mit einem frischen Setting und dem Charakter-Zuwachs Verbesserungen. Die Unstimmigkeiten bezüglich Animation lassen aber ein sonst zufriedenstellendes Gesamtergebnis verblassen.

Bilder: ©Ryo Shirakome, OVERLAP/ARIFURETA Project

Pro

  • Handlung wird aufgelockert
  • Charakterdesign
  • Setting-Wechsel macht Unterschied
  • Deutsche Synchronisation

Contra

  • Pacing katastrophal
  • Animation nicht gelungen
  • Abmischung von Soundtrack und Dialogen
7.0
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik: