Review: Angels of Death – Volume 1 & 2 [Blu-ray]

Lauf, und lass dich nicht erwischen! Kürzlich brachte das Münchner Anime-Label Universum Anime (jetzt LEONINE Anime) die 16-teilige Anime-Serie Angels of Death nach Deutschland. Der Anime erzählt eine Geschichte eines ungewöhnlichen Duos, welches versucht, aus einem unterirdischen Gebäudekomplex zu fliehen. Ein spannender Horror-Trip? Patrick Snir

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Rachel und Zack – das ungewöhnliche Duo

Da hat wohl Rachel Gardner einen schlechten Tag erwischt: Das 13-jährige Mädchen erwacht plötzlich in einem dunklen Keller eines unterirdischen Gebäudekomplexes und hat keine Erinnerungen daran, wie sie überhaupt hierherkam und wo ihre Eltern sind. Nur durch mysteriöse Hinweise wird sie zu einem Aufzug geführt, was sich auch als einzige Möglichkeit herausstellt, aus diesem Gebäude zu entkommen. Stockwerk für Stockwerk muss Rachel verschiedene, schreckliche Prüfungen bestreiten, die von den jeweiligen Bewohnern des Gebäudes erstellt wurden, dessen einzige Absicht es zu sein scheint, die kleine Rachel zu töten und die Stockwerke weiter zu regieren.

Planlos irrt sie in einem Stockwerk herum, als sie von einem mysteriösen Jungen, der sich ihr als Zack vorstellt, verfolgt wird, der eine Sichel wie die eines Sensenmannes mit sich trägt. In letzter Sekunde konnte Rachel Zack entkommen und läuft im nächsten Stockwerk Dr. Danny geradewegs in die Arme. An ihn kann sich Rachel noch ein wenig erinnern, da er sie im Krankenhaus vor ihrem Erwachen in diesem Gebäude behandelt hat. Im ersten Moment wirkt er nett und sympathisch – doch der Schein trügt. Nachdem er Rachels Vertrauen gewonnen hat, versucht er sie zu töten und für psychopathische Mittel zu benutzten. Doch gerade zur rechten Zeit kommt Zack Rachel zufällig und ungewollt zu Hilfe …

Töte mich … bitte

Als Zack, dessen Körper komplett in Verbände gewickelt ist, den Arzt tötete und anschließend auch Rachel an die Gurgel gehen möchte, äußert sie einen seltsamen Wunsch: Sie möchte unbedingt von Zack getötet werden. Jetzt erst recht? Nein! Zack wird durch ihre toten Augen sowie ihre langweilige Art durcheinandergebracht und verweigert ihren Wunsch. Jedoch verspricht er ihr bei Gott, dass er sie töten wird, sobald Rachel ihm geholfen hat, aus dem Gebäude zu entkommen. Seither verbindet die beiden dieses Versprechen und ein ungewöhnliches Duo versucht, sich durch die Stockwerke zu arbeiten.

Bild und Animation

Angels of Death, basierend auf dem gleichnamigen Psycho-Horror-Adventure-Game, wurde von Animationsstudio J.C. STAFF unter der Regie von Kentarou Suzuki produziert, wobei Miki Matsumoto für das Charakterdesign und die Animationsregie verantwortlich war. Erstmals wurde die Anime-Serie von Juli bis Oktober 2018 im japanischen TV ausgestrahlt. Das Münchner Anime-Label Universum Anime (jetzt LEONINE Anime) sicherte sich die Lizenz an dem Anime und diesen mit deutscher und japanischer Sprachausgabe in zwei Volumes auf DVD und Blu-ray.

Da der Anime in einem unterirdischen Gebäudekomplex spielt, wurde auch eine dunkle und düstere Kulisse kreiert, die sehr gut umgesetzt wurde und in geringen Maßen auch atmosphärische und kontrastreiche Bilder aufzeigt. Dabei wird sehr viel mit Effekten sowie Licht, Schatten und Spiegelungen gespielt, was das Bild im Allgemeinen sehr wertig wirken lässt. Das Charakterdesign hingegen ist eher sanft und charmant, harmoniert nichtsdestoweniger hervorragend mit der Kulisse. Die Animationen sind aktiv flüssig, auch wenn keine allzu großen Ansprüche an diese gestellt werden. Als gelungen empfinde ich zusätzlich die detailreichen und bewussten grafischen Unterschiede der einzelnen Ebenen. Somit gibt es hier keinen Grund zur Beschwerde und Angels of Death darf sich mit Recht in puncto Bild und Animation selbst loben.

Deutsche Umsetzung und Musik

Für die deutsche Sprachfassung beauftragte das Anime-Label Universum Anime die EuroSync GmbH in Berlin. Michael Deffert war dabei für die Dialogregie zuständig, während Tanja Schmitz das Dialogbuch verfasste. Mit einem Sprechercast aus insgesamt elf Sprechrollen, konnte man durchaus eine gelungene deutsche Synchronisation auf die Beine stellen.

Angels of Death ist nicht einfach zu synchronisieren, da man verschiedene Charaktere mit verschiedenen Emotionen und Einstellungen verkörpern muss. Glücklicherweise ist es den Verantwortlichen letztendlich gelungen, eine qualitativ hochwertige Synchronisation dem Zuschauer anbieten zu können. Denn zum einen hat man mit Konrad Bösherz eine passende Stimme gefunden, welcher Zack unglaublich gut vertont und die Emotionen des Psychopaten glaubwürdig rüberbringt. Zum anderen schafft es Friedel Morgenstern die gefühllose Rachel zu spielen und das gewaltige Niveau aufrechtzuhalten.

Des Weiteren hinterlässt auch die Horror-angehauchte musikalische Untermalung einen wertigen Eindruck. Zwar lässt sie keinen in Angst und Schrecken verfallen, unterstützt aber das Horror-Feeling enorm und verleiht der Handlung die fehlende Stärke.

Fazit

Erst Ende 2018 wurde die Anime-Serie im japanischen TV ausgestrahlt und nach knapp einem Jahr brachte Universum Anime (jetzt LEONINE Anime) die Serie nach Deutschland. Angels of Death ist eine Serie, die eine komplexe Handlung von zwei Protagonisten erzählt, die nicht verrückter hätten sein können. Dabei lässt sich der Anime, basierend auf dem gleichnamigen 2D-Horror-Adventures, nicht lange Zeit, um auch mit Spannung den Zuschauer zu fesseln. So müssen sich nun Rachel und Zack Ebene für Ebene durcharbeiten, um den Wunsch des jeweils anderen zu erfüllen. Nachdem sich die komplexe Handlung mit der Zeit lockert, bietet einem der Titel einen unglaublich hohen Unterhaltungswert an.

Die visuelle Darstellung ist dieser Adaption hervorragend gelungen: Die atmosphärischen und kontrastreichen Bilder harmonieren glanzvoll mit dem sanften und charmanten Charakterdesign. Darüber hinaus konnte man mit akkuraten Effekten und Details das volle Potential ausschöpfen. Die Animationen waren zudem flüssig, wurden aber nicht auf die große Probe gestellt. Während die deutsche Synchronisation überzeugen konnte, hinterließ auf der anderen Seite die musikalische Untermalung einen hochwertigen Eindruck. Angels of Death ist ein hochunterhaltender Anime, welcher mit einem geringen Maß an Brutalität sowie scharfzüngigen Dialogen an das ältere Publikum gerichtet ist.

Kurzfazit

Angels of Death ist ein hochunterhaltender Anime, welcher anfangs komplexe Handlungsstränge verfolgt. In Kombination mit herausragenden Bildern, flüssigen Animationen und wertiger Musik ist dieser Titel ohne Zweifel weit oben anzusetzen.

Bilder: ©2018 Makoto Sanada / Vaka·DWANGO·KADOKAWA / Angels of Death Partners

Pro

  • charmantes Charakterdesign
  • atmosphärische Bilder
  • deutsche Synchronisation
  • Horror-Feeling durch Musik

Contra

  • Handlung anfangs komplex
8.5
10
Story:
Bild und Animation:
Deutsche Umsetzung:
Musik: