Isekai-Animes sind ein zweischneidiges Schwert, denn von den einen geliebt und von den anderen aufgrund nicht immer beinhalteter Handlung missachtet. Jedoch konnte ein Anime in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Re:ZERO – Starting Life in Another World. Durch die Kooperation zwischen Crunchyroll und KAZÉ Anime, veröffentlicht das Anime-Label die Serie seit Dezember 2019 auf DVD und Blu-ray. Ich habe mir die ersten drei Volumes angesehen. Patrick Snir
ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.
Plötzlich in einer anderen Welt
Eines Abends geht Subaru Natsuki, der ständig nur zu Hause am Zocken ist, in einen japanischen Convenience Store und kauft Lebensmittel für sich ein. Beim Verlassen des Ladens wird er plötzlich in eine andere Welt gerufen. Ohne jegliche Vorwarnung befindet er sich von einer Sekunde zur anderen in einer ihm unbekannten Welt unterschiedlicher Spezies von Bewohnern. Dort trifft er auf ein bildhübsches Halbelfenmädchen mit silberfarbigen Haaren, mit der er sich schnell anfreundet. Sie stellt sich als Satella und ihren Begleiter als Puck vor. Satella erklärt Subaru, dass eine kleine Diebin namens Felt ihre Insignie gestohlen hat und sie nach ihr sucht. Er bietet ihr seine Hilfe an und ahnt noch nicht, in welche verstrickte Situation er sich gebracht hat.
Als beide glauben, der Diebin auf die Schliche gekommen zu sein und sie zur Rede stellen wollen, werden sie angegriffen und sterben auf mysteriöse Weise an Ort und Stelle. Doch anstatt tot zu sein, findet sich Subaru plötzlich wie bei einem Reset an seinem Ausgangspunkt wieder. Seine Chance, nochmal die Diebin ausfindig zu machen und Satella zu helfen! Jedoch kennt Satella ihn nach seinem Restart nicht und fühlt sich direkt beleidigt, als er sie anspricht, denn der Name Satella bezieht sich auf die „Hexe des Neides“ und gilt als Tabu.
So vergehen Stunden, bis Subaru in einer anderen Zeitlinie mit der Hilfe von Reinhard, einem Ritter, den er kennengelernt hat, „Satellas“ Leben vor der Attentäterin Elsa rettet, wo es in der Unterkunft der Diebin Felt zu einem harten Kampf kommt. Anschließend enthüllt sie, dass sie mit bürgerlichem Namen Emilia heißt und eine Kandidatin für die Stelle der 42. Königin von Lugnica ist.
Dem Restart auf der Spur
Auch Subaru kommt mit schweren Verletzungen am Körper davon und wird in der Villa von Emilia als Zeichen der Dankbarkeit als Gast aufgenommen. Nach seinem Aufwachen trifft er auf die Zwillingsmädchen Ram und Rem sowie Roswaal, den Hausherren, der ihn auf Wunsch als Butler anstellt. Roswaal enthüllt, dass Emilia die Insignie braucht, um sich als Kandidat für die bevorstehenden königlichen Wahlen zu qualifizieren.
Nachdem Subaru erneut auf mysteriöse Weise stirbt, beschließt er, die Umstände genauer zu untersuchen, die zu seinen Toden führen, und versucht, diese Ereignisse nachzubilden. Nach einer Reihe traumatischer Todesfälle und Wiederbelebungen erfährt er, dass ein Fluch auf ihn gelegt wurde, und leitet daraus ab, dass er aus einem Dorf stammt, das er zuvor besucht hatte. Schließlich wird das Dorf von Kreaturen bedroht, die als Mabeasts bekannt sind, dämonische Bestien, die angeblich von einer Hexe erschaffen wurden, um die Menschheit auszulöschen. Deshalb müssen Subaru, Rem und Ram die Dorfbewohner retten. Kommen sie mit ihrem Leben davon?
Bild und Animation
Re:ZERO wurde erstmals von April bis September 2019 im japanischen TV ausgestrahlt und hierzulande bei Crunchyroll im Originalton mit deutschen Untertiteln im Simulcast gezeigt. Basierend auf der gleichnamigen Light-Love-Reihe von Tappei Nagatsuki, wurde die 25-teilige erste Staffel durch das Animationsstudio WHITE FOX unter der Regie von Masaharu Watanabe adaptiert. Während Masahiro Yokotani das Drehbuch verfasste, entwarf Kyuta Sakai das Charakterdesign und war zudem als Chief Animation Director zuständig. Seit dem 5. Dezember 2019 veröffentlicht KAZÉ Anime den Anime mit deutscher Sprachausgabe in insgesamt fünf Volume auf DVD und Blu-ray.
Allgemein betrachtet macht die visuelle Darstellung in den ersten Episoden einen ordentlichen Eindruck. Das Bild kommt in der Blu-ray-Version mit einem AVC-kodierten 1080p-Transfer in 16:9 daher und gefällt mit kräftigen und kontrastreichen Farben. Passend in den Szenen harmoniert das Charakterdesign mit sanften Konturen mit den Bildern, sodass die Charaktere gekonnt in den Vordergrund gerückt werden. Man hat bislang ein weites Spektrum an Farben benutzt, was alles sehr wertig wirken lässt: egal ob im hellen Dorf, in der dunklen Gasse oder im düsteren Viertel.
Darüber hinaus verleihen die verschiedenen Animationsebenen den Bildern eine schöne und beeindruckende Tiefe. Die Animationen an sich sind flüssig, fehlerfrei und können ihre Stärke immer in gefragten, actionreichen Szenen unter Beweis stellen. So lässt sich nach nur ein paar Episoden klarstellen, dass Re:ZERO ein echter visueller Knaller ist.
Deutsche Umsetzung und Musik
Die deutsche Synchronisation zu Re:ZERO – Starting Life in Another World entstand bei den Oxygen Sound Studios in Berlin. René Dawn-Claude verfasste das Dialogbuch und führte zudem die Dialogregie. Man hat mit insgesamt 33 Sprechrollen einen Sprechercast auf die Beine gestellt, der zu überzeugen weiß.
Durchaus ist es zu akzeptieren, dass Fans einer solchen gehypten TV-Serie sehr auf die deutsche Synchronisation achten und es vorzeitig Kritik hageln kann. Ich persönlich bin in Betracht der ersten Episoden größtenteils zufrieden mit der deutschen Umsetzung, denn man hat mit Tim Schwarzmeier als Subaru und Gabriella Pietermann als Emilia passende Synchronsprecher ausgewählt. Beide verleihen ihren Charakteren Lebendigkeit sowie Ausdrucksstärke und können mit Emotionen den Zuschauer packen. Das Dialogbuch wurde sehr angenehm ins Deutsche verfasst und ist nicht durch Übertriebenheit negativ aufgefallen. Auch passiv auftretende Charaktere haben ihre eigene Stimme verliehen bekommen, was sehr erfreulich ist. Wer der Originalfassung treu bleiben will, wird sich mit der OmU-Fassung zufriedenstellen können.
Die musikalische Untermalung ist sehr abwechslungsreich und kann mit verschiedenen Stücken die Handlung hervorragend unterstützen. Je nach gezeigter Szene ist es eine fröhliche oder eher düstere Melodie, die auch einen Horror-Akzent aufsetzt. Opening und Ending sind nett und werden gerne gehört.
Fazit
In den ersten 15 Episoden von Re:ZERO – Starting Life in Another World passieren einige Dinge und der Zuschauer erlebt Höhen und Tiefen – und dabei ist die Serie noch nicht beendet. Die Handlung fängt anfangs erst schleppend an, allerdings wendet sich das Blatt schnell, wenn auch die Handlung richtig in Fahrt kommt. Dabei besteht die Story aus verschiedenen Bestandteilen, die zum einen spannend zu verfolgen sind und zum anderen das Gerne erfrischend anderes präsentiert. Trotz den unvermeidlichen Wiederholungen des Geschehens, wird alles strukturiert erzählt und kann auf hohem Niveau unterhalten.
Verzaubern lassen kann man sich von einzigartig bunten Bildern, die sofort ins Auge stechen und positiv auffallen. Mit einem weiten Spektrum an Farben wirken die kräftigen Bilder sehr lebhaft und wertig. Die Animationen sind flüssig und verleihen den Bildern die nötige Tiefe. Darüber hinaus ist die deutsche Umsetzung gelungen und empfehlenswert. Ob nun der Unterhaltungswert auch bis zum Schluss bestehen bleibt, lässt sich mit den folgenden Volumes beantworten.
Kurzfazit
Re:ZERO ist ein echter visueller Knaller und kann bisher mit einer mysteriösen Spannung auf hohem Niveau unterhalten. Dabei zeigt man, dass mit einer erfrischenden Idee Isekai auch anders geht.
Bilder: ©Tappei Nagatsuki,PUBLISHED BY KADOKAWA CORPORATION/Re:ZERO PARTNERS


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