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Review: Pokémon-Legenden: Arceus [Nintendo Switch]

4. Juni 2022

Für Pokémon-Fans geht es auf ein neuartiges Abenteuer! Pokémon-Legenden: Arceus, welches am 28. Januar 2022 weltweit erschien, verspricht sich mit Neuerungen wie einer offenen Welt von allen bisher dagewesenen Pokémon-Spielen abzuheben. Was hat GAME FREAKs neues Projekt, veröffentlicht von Nintendo für Konsolen der Switch-Familie, tatsächlich zu bieten? Kay-Thorben Schuh

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Reise in ein vergangenes Zeitalter

Pokémon-Legenden: Arceus beginnt unmittelbar nach der Wahl einer Charakter-Vorlage mit einer sonderbaren Begegnung und einer Reise in die Vergangenheit. Kein geringeres Wesen als das legendäre Pokémon Arceus ersucht den Spieler, in die Hisui-Region zu reisen und dort allen Pokémon zu begegnen. Es folgt eine Zeitreise in besagte Hisui-Region, bei welcher es sich um das aus der vierten Pokémon-Generation bekannten Sinnoh der Vergangenheit handelt.

Zunächst nur mit dem durch Arceus erhaltenen ArceusPhone ausgestattet, über welches man auf einige Features zugreift, betritt man schnell den zentralen Dreh- und Angelpunkt des Spiels – Jubeldorf. Nach dem Erhalt eines Starter-Pokémon, bei denen in Pokémon-Legenden: Arceus Bauz, Ottaro und Feurigel zur Wahl stehen, und einigem an Einleitung zum Spiel, geht es in die weite Welt von Hisui hinaus. Als nun neuestes Mitglied der in Jubeldorf ansässigen Galaktik-Expedition erhält der Spieler die Aufgabe, durch Feldforschung den ersten Pokédex der Geschichte zu erstellen und das Vertrauen der Bewohner Hinsuis zu gewinnen.

Eine Region in Aufruhr

Während der Erforschung von Hisui gilt es nicht nur, sich frei in der Wildnis herumlaufenden Pokémon zu stellen, die auch eine Gefahr für den Spieler selbst darstellen. Einige Pokémon sind unter mysteriösen Umständen der Rage verfallen, unter ihnen besondere Pokémon, welche als die Könige der einzelnen Gebiete Hisuis bekannt sind. Hinzu kommen zwei Clans, der Diamant-Clan und der Perl-Clan, die dort seit jeher im Konflikt stehen; und all dies, während ein bedrohlicher Riss im Raum-Zeit-Gefüge mitten über der Region klafft.

Um für Ordnung zu sorgen, stellt sich der Spieler auch den Königen und Königinnen entgegen, welche es in neuartigen Bosskämpfen zu besänftigen gilt. In zahlreichen Missionen rund um den Pokédex und einer Menge an durch die Bewohner der Regionen erhaltenen Quests, erwirbt man sich als Protagonist einen höheren Rang innerhalb der Galaktik-Expedition, trägt zum Ausbau Jubeldorfs bei und geht den Geheimnissen auf die Spur, die sich in der Hisui-Region auftun. All dies mit dem bleibenden Ziel, letzten Endes wieder dem legendären Arceus zu begegnen.

Pokémon trifft Breath of the Wild

Pokémon-Legenden: Arceus ist in vielerlei Hinsicht in Spiel der Pokémon-Reihe, wie wir es kennen. Wie gewohnt ist das Ziel des Spiels, einen Pokédex zu füllen und gegen die Pokémon der Wildnis oder anderer Charaktere zu kämpfen. Verglichen mit der Naturzone aus Pokémon Schwert & Pokémon Schild legt die offene Welt des Nintendo-Switch-Ablegers jedoch noch einiges drauf.

Zufallsbegegnungen wurden gestrichen und der Spieler begegnet nun Pokémon, die wild in der Welt herumlaufen. Zur Fortbewegung durch die angemessen umfangreichen Gebiete werden im Verlauf verschiedene Pokémon verfügbar, auf denen man über Land, Wasser und durch die Luft reiten kann. Beim Fangen von Pokémon lassen sich Kämpfe nun gänzlich umgehen, indem man sich geschickt anschleicht und Items wie Köder verwendet. In anderen Situationen benutzt man das Schleichen, um seinen Charakter vor gefährlichen Pokémon in Sicherheit zu bringen, denn diesem kann schwarz vor Augen werden, wenn er in der Wildnis zu viel einsteckt. Die neuen Features und das Spielgefühl erinnern auffällig an The Legend of Zelda: Breath of the Wild, das am Anfang der Switch-Ära erschien und plattformübergreifend viele folgende Spiele prägte.

Der Charakter des Spielers ist den Protagonisten aus der vierten Pokémon-Generation nachempfunden, an dem der Spieler im Verlauf jedoch Augenfarbe, Frisur und vor allem Kleidung individuell anpassen kann. Was wir allerdings noch nicht aus vergangenen Spielen kennen, sind das neue Crafting-System und die Pokédex-Missionen. Anstatt Objekte wie Pokébälle und Tränke kaufen zu müssen, ist der Spieler in der Lage, diese aus gefundenen Gegenständen herzustellen. Statt Pokémon zu fangen, um den Pokédex zu vervollständigen, muss der Spieler nun verschiedene Missionen pro Pokémon vollenden. Ganz nebenbei winken auch noch Rang-Aufstiege und Prämien bei der Galaktik-Expedition.

Um die zugegebenermaßen nicht sehr dynamisch wirkende offene Welt aufregender zu gestalten, kommt es mancherorts zu Raum-Zeit-Verzerrungen, innerhalb welcher der Spieler auf seltene und mächtige Pokémon sowie Items stoßen kann. Für Online-Enthusiasten gibt es leider bisher keine Spielerkämpfe, jedoch ein Tausch-System und die Möglichkeit, anderen Spielern mit dem Finden ihrer nach einer Niederlage in der Wildnis verlorenen Items zu helfen, um Belohnungen zu erhalten.

Grafisch mit Schwächen

Der neuartige Pokémon-Ableger hat einige Features auf Lager, die das Gameplay der Reihe revolutionieren, doch wie sieht es mit der grafischen Umsetzung aus? Das Spiel bietet große, abwechslungsreich gestaltete Gebiete, die bei der Erkundung schön anzusehen, doch keine grafische Revolution sind. Wenn man sich wieder The Legend of Zelda: Breath of the Wild zum Vergleich hernimmt, ist dessen Welt voller, detaillierter und größer. Die Animationen im Spiel sind solide, aber können in Zukunft ebenfalls um einiges vielfältiger und hochwertiger umgesetzt werden.

Der Soundtrack des Spiels bietet stimmige Musik für die verschiedenen Gebiete und Orte und hat zahlreiche Remixes aus der Sinnoh-Region, welche Pokémon-Veteranen zu erfreuen versprechen. Der antike Stil der Spielwelt spiegelt sich gut im Soundtrack wider und lässt Pokémon-Legenden: Arceus umso nostalgischer wirken. In dieser Hinsicht gibt es bei Pokémon nur allzu selten etwas zu bemängeln.

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Fazit

Grafisch zwar ohne Glanzleistung, gelang GAME FREAK mit Pokémon-Legenden: Arceus eine gute Umsetzung einer neuartigen Erweiterung der Pokémon-Reihe. Die Handlung erschien von Anfang an interessanter, als man es von der Hauptreihe gewohnt ist. Man ist gespannt auf das, was als nächstes geschieht, während man eine neue und erfrischende Gameplay-Erfahrung macht. Das Spiel wirkt stellenweise gerade nach einer Vielzahl an Stunden repetitiv, überwiegt jedoch mit seinem aufregenden neuen Spielgefühl, das es schwer macht, Pausen einzulegen.

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Voller Anspielungen an bekannte Charaktere und Musik-Remixes, vereint das neue Pokémon-Abenteuer sein neues Gameplay zudem mit viel Nostalgie. Die Erkundung der Welt macht einfach Spaß, auch wenn sie nach heutigen Standards voller, lebendiger und mit mehr Details umgesetzt sein kann. Letztlich lässt sich definitiv hoffen, dass einiges der Innovation in Pokémon-Legenden: Arceus auf künftige Titel übertragen wird, was die erste Ankündigung zur neunten Generation von Pokémon jedoch bereits zu erkennen gab.

Kurzfazit

Mit Pokémon-Legenden: Arceus gelang Pokémon mit aufregendem, neuem Gameplay und interessanter Handlung ein großartiger Schritt in die Zukunft der Reihe, auch wenn die Spiele sich gerade hinsichtlich der Grafik noch stark weiterentwickeln dürfen.

Bilder: ©2021 Pokémon / Nintendo / Creatures / GAME FREAK

Pro

  • Spaßiges Gameplay
  • Interessante Handlung

Contra

  • Grafisch schwach
7.5
10
Story/Umfang:
Gameplay:
Grafik:
Soundtrack:
Themen:
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