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Review: Demon Slayer -Kimetsu No Yaiba- The Hinokami Chronicles [PC]

6. Februar 2022

Demon Slayer konnte schon als Anime für große Begeisterung sorgen. Nun geht es für die Fans erneut auf die Reise, denn am 15. Oktober 2021 wurde das Franchise mit The Hinokami Chronicles um eine actiongeladene Spiele-Umsetzung bereichert, die Fans die Geschichte neu erleben lässt! Entwickelt wurde das Spiel vom Studio CyberConnect2 und von Sega veröffentlicht. Kay-Thorben Schuh

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem Review reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Die Nacht, die alles änderte …

Die Geschichte von Tanjiro Kamado ereignet sich in der Taishō-Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts in Japan. Er führt als ältester Sohn eines Köhlers kein leichtes, aber ein friedliches und glückliches Leben mit seiner Familie. Dies ändert sich in einer schicksalhaften Winternacht jedoch schlagartig. Als Tanjiro nach längerer Abwesenheit zu Hause ankommt, findet er ein Massaker vor.

Seine Mutter und seine Geschwister wurden getötet und seine Familie von einem Tag auf den anderen ausgelöscht. Einzig und allein seine älteste Schwester Nezuko hat überlebt – sie wurde aber von eben diesem Dämon, dem in der Nacht seiner Abwesenheit seine Familie zum Opfer fiel, selbst in einen Dämon verwandelt. Obwohl seine eigene Schwester versucht, ihn zu töten, setzt er alles aufs Spiel, um zumindest sie zu retten – ohne überhaupt zu ahnen, was ihr zugestoßen ist. Dies erfährt Tanjiro erst, als er im verschneiten Wald auf einen mysteriösen Schwertkämpfer trifft, der es auf seine Schwester abgesehen hat …

Sei die Klinge, die Dämonen richtet!

The Hinokami Chronicles baut hinsichtlich seiner Handlung auf Demon Slayer auf, wie wir es bereits aus dem originalen Manga und der Anime-Adaption kennen. Als die Handlung im Spiel für uns losgeht, ist das Training des Protagonisten Tanjiro bereits weit fortgeschritten. Nachdem Tanjiro damals im Wald auf die Wassersäule Giyū Tomioka, einen der mächtigsten Demon Slayer, traf und ihn von der Kraft seines Willens überzeugen konnte, gelangte er auf seine Empfehlung hin unter die Fittiche von Meister Urokodaki, der ihn auf den Kampf gegen Dämonen vorbereitete. Nun muss er all sein Können im Duell mit seinem ehemaligen Schüler Sabito aufbringen, um sich für das Auswahlverfahren der Demon Slayer zu qualifizieren. Tanjiro besteht – und es folgen weitere Kämpfe gegen zahlreiche Dämonen, von denen einige in der bekannten Handlung bereits eine große Herausforderung und reichlich Spannung verhießen.

Die Reise setzt sich fort bis hin einschließlich der Handlung des Mugen Train-Arc, welcher etwa zeitgleich zum Spiel als Erweiterung des Animes erschien. Jene Ereignisse stellen das finale Kapitel von The Hinokami Chronicles dar.

Demon Slayer mit Zweikampf-System

Die Story von Demon Slayer bietet einiges an Spannung, doch in The Hinokami Chronicles wird noch eine Schippe draufgelegt. Zur Handlung erhält der Spieler zahlreiche Eins-gegen-Eins-Kämpfe, in denen man sich bedrohlichen Gegnern wie Rui, der Abnehmenden Fünf,  stellt. Die Kämpfe erfordern eine geschickte Aneinanderreihung der verschiedenen Techniken unterschiedlicher Charaktere. Gerade in Online-Kämpfen, welche das Spiel inklusive Rang-System auch bietet, will man eine möglichst hohe und schlagkräftige Kombo aufbauen, bevor der Gegner zu Boden fällt oder mit eigenen Techniken zurückschlagen kann. Hinzu kommt, dass das Spiel, nach kostenlosen Zusatzinhalten, eine respektable Anzahl spielbarer Charaktere, darunter auch Dämonen und solche, die in der Handlung nur wenig Präsenz zeigen, zur Verfügung stellt.

Alle Charaktere verfügen zwar über einen eigenen Kampfstil und ansehnliche Animationen, aber leider lässt das Kampfsystem eine größere Tiefe vermissen. Die Zahl der Techniken und Kombos ermöglicht Spielern keine allzu große Abwechslung im Kampf. Dennoch wurden die Kämpfe mit steigender Erfahrung des Systems unterhaltsamer.

Nicht überzeugen konnten aber die Erkundungen: Das Spiel besteht an einigen Stellen aus schlichtem Herumlaufen und langweiliger Interaktion, gerade wenn man alle Bonus-Inhalte sammeln und freischalten will. Zu diesen gehören Rückblicke, die den Spieler tiefer in die Handlung eintauchen lassen, indem sie Szenen aus dem Anime enthalten, die während der Hauptgeschichte im Spiel nicht behandelt werden. Auch bietet das Spiel Elemente wie Quick-Time-Events und Reaktions-Minispiele, die fordern und das Gameplay um mehr Abwechslung bereichern.

Optik und Musik auf Niveau des Erfolgs-Animes

Demon Slayer -Kimetsu no Yaiba- The Hinokami Chronicles wurde von CyberConnect2 entwickelt, das in der Vergangenheit bereits Entwicklerstudio von Anime-Spieleumsetzungen wie der Naruto: Ultimate Ninja-Serie gewesen ist. Dass es sich beim Entwickler um einen Experten handelt, lässt sich das Spiel auf jedem Fall anmerken. Trotz 3D-Grafik ist der Unterschied zwischen Spiel und Anime stellenweise kaum bemerkbar und viele der Animationen wurden hervorragend umgesetzt. Das Spiel wirkt performant und außerhalb mancher Online-Kämpfe durchweg flüssig, was allerdings immer auch von Hardware und Plattform abhängig ist. Neben den Kampffeldern wurden auch einige Orte wie Städte, die man in den Abschnitten der Kapitel durchquert, detailreich umgesetzt.

Musikalisch macht The Hinokami Chronicles ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Ein episches Opening mag dem Spiel fehlen, aber Hintergrundmusik und gerade der vielfältige Soundtrack während der Kämpfe gegen starke Widersacher können Spannung und eine passende Atmosphäre aufbauen. Kurzum besitzt das Spiel nicht nur den Look des Animes, sondern klingt auch wie dieser.

Das Spiel ist auf Japanisch und Englisch mit deutschen Untertiteln verfügbar. Veröffentlicht durch Sega wurde The Hinokami Chronicle am 13. Oktober 2021 als Vollpreistitel für den PC auf Steam, die PlayStation 4 und 5 sowie die Xbox One und Series X / S.

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Fazit

Wer von Demon Slayer und Kampfspielen begeistert ist und die Geschichte bis einschließlich dem Mugen Train-Arc gerne noch einmal erleben möchte, wird auch von The Hinokami Chronicles gut unterhalten werden. Der Spieler verfolgt die Handlung je nach Vertrautheit mit Manga oder Anime erneut, während es fordernde Kämpfe und zahlreiche Inhalte zum Freischalten gibt. Auch wenn das Kampfsystem etwas simpel ist, wird es nicht langweilig – im Gegensatz zu ausgiebigen Erkundungen.

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Die gesamte Atmosphäre des Animes wurde stark adaptiert und macht die Umsetzung als Spiel grafisch sowie musikalisch zu einem Erlebnis. Für alle, die sich nicht für Kämpfe abseits der Story und die Vervollständigung des Spiels interessieren, mag der Preis aber etwas hoch sein, da man mehr Zeit mit Bonus-Missionen als der eigentlichen Handlung verbringen wird. Wenn man sich die Vervollständigung und eine lange Spieldauer zum Ziel setzt, kann das Gameplay mit seiner fehlenden Tiefe letztlich sehr repetitiv wirken.

Kurzfazit

Demon Slayer -Kimetsu No Yaiba- The Hinokami bietet eine gelungene Umsetzung von Anime zu Spiel, die sowohl atmosphärisch als auch vom Gameplay her nicht enttäuscht. Nur wer die Handlung bereits kennt und kein Freund des Kampfsystems ist, sollte den Kauf zum Vollpreis abwägen.

Bilder: © Deep Silver, a division of Koch Media GmbH, Austria, Koyoharu Gotoge / SHUEISHA, Aniplex, ufotable ©DEMON SLAYER KIMETSU NO YAIBA THE HINOKAMI CHRONICLES COMMITTEE

Pro

  • Umsetzung der Anime-Grafik
  • Guter Soundtrack

Contra

  • Bekannte Handlung
  • Gameplay mit wenig Tiefe
7.5
10
Story/Umfang:
Gameplay:
Grafik:
Soundtrack:
Themen:
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