Preview: Vivy -Fluorite Eye’s Song-

Nachdem die beliebte Anime-Serie Attack on Titan bei WIT STUDIO ihr Produktionsende gefunden hat, überraschte das Studio direkt mit seinem nächsten Projekt. Vivy -Fluorite Eye‘s Song- entführt uns in eine actiongeladene Science-Fiction-Welt voller KIs. Diese jedoch gilt es, vor einem grausigen Ende zu bewahren.  John Viktor Schwab

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem PReview reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Meine Bestimmung

Vivy ist eine der ersten humanoiden KIs. Sie arbeitet in einem Vergnügungspark namens Near Land und unterhält ihr Publikum mit ihrem Gesang. Da man vergeblich versuchte, KIs zu erschaffen, die wie Menschen mehrere Ziele anstreben können, gab man ihnen nur eine einzige Aufgabe: Eine Bestimmung. Vivys Bestimmung ist es, mit ganzem Herzen zu singen und die Menschen damit glücklich zu machen. Doch auch wenn sie gerade dabei ist, sich zu entwickeln und ihrer Bestimmung unbedingt nachgehen will, wird sie wohl oder übel einen Kompromiss eingehen müssen, denn sonst sieht die Zukunft düster aus.

Während eines Ausfalls ihrer Systeme macht Vivy Bekanntschaft mit einer KI aus der Zukunft. Diese trägt den Namen Matsumoto und tarnt sich als liebevoller Teddybär. Er erklärt ihr mit Nachdruck, dass in 100 Jahren ein schrecklicher Krieg zwischen den KIs und den Menschen ausbrechen wird und sie die Einzige ist, die das verhindern kann. Doch kann Vivy ihm glauben? Immerhin kennen sich die beiden kaum und Vivy selbst steht gerade erst am Anfang ihrer Entwicklung. Doch das Ende der Welt, wie sie sie kennt, bedeutet zeitgleich, dass sie ihrer Bestimmung nicht nachkommen kann. Wird sie es schaffen, über sich hinauszuwachsen und dennoch sich selbst treu zu bleiben?

Bild und Animation

Das Bild ist wirklich gelungen. Optisch ähnelt es dabei ein wenig dem bekannten Videospiel DETROIT: BECOME HUMAN. Die Farben sind brillant, die Animationen flüssig und das Charakterdesign stimmig wie ansprechend. Alle Komponenten wirken hier zusammen und erschaffen bis jetzt ein wirklich stimmiges Gesamtbild. Allerdings könnte es ein wenig mehr Elemente im Bild geben, um die Atmosphäre zu verdichten. An Effekten wird ebenso nicht gespart, um im richtigen Moment gekonnt Szenen zu betonen. So wird in Zeitlupe zerspringendes Glas gezeigt, was im Mondlicht leuchtet. Daraus ergibt sich rundum eine tolle Szene. Alles in allem wird hier also bislang ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis präsentiert.

Der Anime ist ein Originalwerk und wird derzeit im WIT STUDIO, bekannt für die ersten drei Attack on Titan-Staffeln, unter der Regie von Shinpei Ezaki produziert. Die Idee stammt von Re:ZERO-Autor Tappei Nagatsuki und Eiji Umehara, die zusammen auch das Drehbuch verfassen. Für das Charakterdesign ist Yuuichi Takahashi zuständig. In Japan und Deutschland feierte die neue Anime-Serie am 3. April 2021 seine Premiere, wobei man in Japan gleich zwei Episoden an einem Tag ausstrahlte. Hierzulande sicherte sich der Streaming-Anbieter Wakanim die Lizenzrechte und zeigte bisher fünf der schätzungsweise 13 Episoden im Originalton mit deutschen Untertiteln.

Synchronisation und Musik

Aktuell steht der Anime hierzulande nur in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln zur Verfügung, anhand welcher ich eine Bewertung vornehmen kann und werde. Zu der japanischen Synchronisation ist einiges zu sagen. Ganz allgemein ist diese lippensynchron und schön umgesetzt. Hierbei zeigt sich die typisch japanische Ausdruckskraft und die gut gewählten Synchronsprecher. Die Arbeit, die bis jetzt geleistet worden ist, kann wirklich überzeugen. Die Stimmen sind einfach wie für die Charaktere geschaffen und stellen die Eigenschaften dieser unglaublich realistisch dar.

Es macht ordentlich Spaß, die Dialoge zu verfolgen. Besonders gefallen haben mir die beiden Hauptcharaktere, die selbstverständlich im Fokus der Geschichte stehen. Hier hat man zum einen bei Vivy passend zu ihrem Charakter eine schöne Entwicklung der Stimme gehört und bei Matsumoto einfach in Schwarze getroffen. Obendrauf gibt es eine musikalische Begleitung, die abgesehen vom Anfang immer „on point“ ist. Zusammen mit dem Opening und Ending, welche ebenfalls gelungen sind, haben mir die ersten Episoden besonders gefallen.

Hier klicken und Serie bei Wakanim ansehen!

Fazit

Mit dem Original-Anime Vivy -Fluorite Eye‘s Song- hat man bereits in den ersten Episoden gezeigt, dass hier keine halben Sachen gemacht werden. Die Story ist zwar vorhersehbar und nicht unbedingt neu, wird aber dafür umso besser umgesetzt. Das Charakterdesign ist gelungen, das Gesamtbild hochwertig sowie stimmig und die japanische Vertonung einfach klasse.


Es macht Spaß zuzusehen, wie sich die Figuren bereits in den ersten Folgen entwickeln und wie das Geschehen seinen Lauf nimmt. Dabei kommt der Humor nicht zu kurz und vor emotionalen Szenen scheut man sich ebenfalls nicht. Der Anfang wird imposant dargestellt und immer wieder werden kleine optische Meisterwerke auf den Bildschirm gezaubert. Ich bin gespannt, wie sich der Anime weiterentwickeln wird und kann ihn bisweilen jedem Science-Fiction-Fan ans Herz legen.

Kurzfazit

Vivy -Fluorite Eye‘s Song- schöpft sein bisheriges Potenzial, bis auf einige Kleinigkeiten, vollends aus. Die Story ist zwar simpel, wird aber gut umgesetzt. Rundum ein Science-Fiction-Anime, in den man auf jeden Fall einmal reingesehen haben sollte.

Bilder: © Vivy Score / ANIPLEX, WIT STUDIO

Pro

  • imposanter Anfang
  • tolle Synchronisation
  • packende und gut inszenierte Story, …

Contra

  • … die etwas vorhersehbar ist
  • musikalische Untermalung am Anfang kraftlos
vorläufige
Bewertung: