Preview: The Day I Became a God

Die Schöpfer der Anime-Serien Charlotte und Angel Beats! sind zurück! Mit dem neuen Original-Anime The Day I Became a God zeigt der Streaming-Anbieter Wakanim eine der meisterwarteten Serien in dieser Season im Simulcast und mit deutscher Synchronisation im Simuldub. Wie würdet ihr reagieren, wenn ein kleines Mädchen vor euch steht, sich als Göttin ausgibt und behauptet, dass die Welt in 30 Tagen untergeht? Gehen wir diesem Mysterium auf die Spur! Lisa Murauer

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem PReview reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


30 Tage bis zur Apokalypse

Yōta Narukami verbringt die meiste Zeit seiner letzten Sommerferien vor der Universität mit Lernen für die Aufnahmeprüfungen, vorzugsweise mit seinem Schwarm Kyōko Izanami. Doch Yōtas ruhiger Alltag findet ein jähes Ende, als das Mädchen Hina Sato in sein Leben tritt. Nicht nur, dass Hina eine seltsame Tracht, die an eine Nonne erinnert, trägt und darauf besteht Odin genannt zu werden, sie hält sich für eine leibhaftige Göttin, die alles weiß und sogar in die Zukunft sehen kann. Natürlich ist Yōta anfangs misstrauisch, doch dann bewahrheitet sich eine von Hinas Vorhersagen nach der anderen. Wird sich auch ihre Prophezeiung erfüllen, die das Ende der Welt in nur 30 Tagen verspricht? Und wenn ja, wie sollen die letzten Tage dann noch verbracht werden?

Für Hina und Yōta ist die Sache klar: Yōta soll Kyōkos Herz für sich gewinnen. Doch dies erweist sich trotz Hinas Allwissenheit schwieriger als gedacht und Yōta muss so bei seinen Annäherungsversuchen schon mal die ein oder andere Abfuhr kassieren. Ganz nebenbei zieht Hina auch noch bei Yōta ein und stellt dort dessen Leben auf den Kopf. Es stellt sich nämlich heraus, dass das Zusammenleben mit einer angeblichen Göttin gar nicht so einfach ist. Egal ob es der letzte Sommer ist oder nicht, langweilig werden seine letzten Sommerferien an der Oberschule sicherlich nicht.

Bild und Animation

Der Original-Anime The Day I Became a God (jap. Kamisama ni Natta Hi) wurde von Jun Maeda geschrieben und wird unter der Regie von Yoshiyuki Asai im Studio P.A. Works produziert. In Japan feierte die erste Episode am 11. Oktober 2020 seine Premiere. Hierzulande läuft der Anime bei Wakanim seit dem 10. Oktober im Simulcast und seit dem 31. Oktober auch im Simuldub.

Das originale Charakterdesign stammt von Manabu Nii. Die Figuren stechen trotz der detailreichen und generell schönen Hintergründe ab. Zwar erscheint Protagonist Yōta nicht sehr prägnant, doch gerade sein Allerweltsgesicht passt gut zu dem Setting. Hier trifft eben ein Normalo auf eine mögliche Göttin und aus dem Alltäglichen wird etwas Besonderes.

Gleich von Beginn an überzeugen die Animationen dank der flüssigen Bewegungen sowie ihrer kräftigen und doch sanften Farben. Egal ob bei Tag oder bei Nacht, die Welt ist lebendig und strahlt; genau passend für die Unbeschwertheit der ersten Folgen. Gleichzeitig ergibt sich hierdurch ein interessanter Kontrast zu Hinas Weltuntergangsprophezeiung, deren Schwere durch eben diesen beinahe aufgehoben wird, aber doch im Hintergrund zu spüren ist. Zusätzlich kann die Animation mit der Verwendung von Schatten punkten. Insbesondere die Szenen, die im Dämmerlicht spielen, sind atemberaubend.

Deutsche Umsetzung und Musik

Seit dem 31. Oktober veröffentlicht Wakanim die Episoden zusätzlich in deutscher Synchronisation. Diese erscheinen wöchentlich und sind somit immer 14 Tage nach der OmU-Fassung exklusiv für VIP-Abonnenten abrufbar. Bei der deutschen Umsetzung hat sich Violetmedia so manche Freiheit genommen und den ein oder anderen Witz hinzugefügt, was zusätzliches Vergnügen beschert. Benjamin Krause als Yōta und Julia Bautz als Hina harmonieren wunderbar miteinander. Die Streitigkeiten zwischen den beiden sind gerade wegen Hinas teils nerviger Art unterhaltsam, selbst wenn Hina insbesondere zu Beginn doch etwas zu anstrengend war. Im Allgemeinen sind alle Rollen passend besetzt worden und die Sprecher glaubhaft, wobei ich hier Kerstin Julia Dietrich als Kyōko hervorheben will, deren Kyōko zwar distanziert jedoch nicht kalt ist.

Jun Maeda komponiert nicht nur die Musik in der Serie, sondern komponierte ebenso das Opening (Kimi to Iu Shinwa) und Ending (Goodbye Seven Seas). Diese werden beide von Nagi Yanagi gesungen und bestechen musikalisch wie aufgrund der Animation. Hier werden zwei unterschiedliche Sequenzen geboten, die sich in Thematik wie Gestaltung wunderbar ergänzen und von Anfang bis Ende für sich allein wie auch im Kontext der Serie schön anzusehen sind. Sie laden zusätzlich zum Spekulieren ein, welche zukünftigen Ereignisse bereits durch die Animation angedeutet werden. Leider fällt die Musik innerhalb des Animes weniger auf, doch wenn sie es tut, dann überzeugt sie. Insbesondere die Klavierstücke sind großartig und werden teils effektiv in die Erzählung eingeflochten.

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Fazit

Die ersten drei Episoden sind sehr unterschiedlich, teils in sich abgeschlossen und setzen einen klaren Fokus auf Comedy. Für mich hat das Komödiantische meist funktioniert, nur die erste Folge setzt zu sehr auf Altbewährtes, insbesondere das ständige Quengeln von Hina, das auf Dauer nervtötend ist. Bei mir hat es auch aus diesem Grund etwas gedauert, bis ich mit den Figuren, allen voran Hina, warm geworden bin. Doch die Episoden werden immer besser und besser und so langsam scheint der Anime zu dem zu finden, was er eigentlich erzählen will.

Ein paar ernste Momente wurden bereits angeschnitten, die vermutlich später einen größeren Platz einnehmen. In gewohnter Jun-Maeda-Manier wird das Drama wohl nicht (allzu) lange auf sich warten lassen. Die Musik geht zwar teils noch etwas unter, doch sind bereits eingängige Stücke zu finden. Die Animation allein ist es hingegen schon wert, der Serie eine Chance zu geben. Da der Anime auf zwölf Episoden begrenzt ist und die ersten Episoden noch relativ wenig Handlung preisgeben, mache ich mir nur ein wenig Sorgen wegen des Pacings, das bereits bei Angel Beats! gegen Ende nicht mehr ganz stimmig war. Ich hoffe, dass dies hier nicht der Fall sein wird und ich bin schon gespannt, wohin die Reise schlussendlich führen wird.

Kurzfazit

Erneut präsentieren die Schöpfer von Angel Beats! und Charlotte einen stimmungsvollen Original-Anime, bei dem die Episoden wie im Flug vergehen und Lust auf mehr machen!

Bilder: ©VISUAL ARTS / Key / Kamisama Project

Pro

  • kurzweiliger Comedy
  • guter Simuldub
  • fabelhafte Animation

Contra

  • etwas schwacher Start
  • teils zu unauffällige Musik
  • zu Beginn anstrengende Protagonistin
vorläufige
Bewertung: