Preview: DanMachi: Is It Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon? III

In Staffel drei von DanMachi gibt es endlich eine Art von Antwort auf die Frage des Titels „Is It Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon?“. Abenteurer Bell Cranell hat diesmal wortwörtlich ein Mädchen im Dungeon aufgesammelt, doch da es sich ausgerechnet um ein Monstermädchen handelt, droht dies die ganze Welt der Menschen und Götter auf den Kopf zu stellen. Seit dem 2. Oktober geht die Geschichte rund um Bell und Hestia weiter – hierzulande zeigen Crunchyroll und Anime on Demand die neue Staffel als Simulcast. Lisa Murauer

ACHTUNG: Jegliche Aussagen in diesem PReview reflektieren lediglich die persönliche Meinung des Autors und nicht (!) die von PattoTV und seiner Partner.


Monster ist nicht gleich Monster

Noch bevor die Götter wieder auf die Erde herabgestiegen sind, gab es die Monster. Ihre Existenz ist eng mit dem geheimnisumwobenen Dungeon der Stadt Orario verknüpft und seit jeher befinden sich diese Ungeheuer mit der Menschheit in einem ewigen Kampf. Dass die Vorstellung von diesen Bestien als Wesen ohne Intelligenz oder Gefühlen allerdings nicht der Realität entspricht, wird sich Bell bewusst, als er im Dungeon auf ein flüchtendes Monstermädchen stößt. Dieses vergießt vor Furcht Tränen und ist überraschenderweise der menschlichen Sprache mächtig. Aufgrund ihrer Hilflosigkeit entschließt sich Bell, sie vor den anderen Abenteurern zu retten und mit sich zu seiner Gruppe, der Hestia-Familia, zu nehmen.

Die anderen Mitglieder der Hestia-Familia sind jedoch wenig von dem Neuzugang begeistert. Zwar erkennen sie schnell, dass das Monstermädchen, welchem sie den Namen Wiene geben, nichts mit den gefährlichen Ungeheuern zu tun hat, doch die Zukunft der Gruppe selbst steht auf dem Spiel. Denn sollten andere aufdecken, dass sie einem Monster Schutz gewähren, wäre dies ihr Ende. Insbesondere die Familia rund um den undurchsichtigen Gott Ikelos, die in illegalen Monsterhandel verstrickt sein soll, wird zu einer Bedrohung. Schnell stellt sich heraus, dass Wiene nicht die einzige ihrer Art ist. In den Tiefen des Dungeon leben weitere intelligente Monster, die Xenos genannt werden, und sich vor der Außenwelt versteckt halten. Kann die Hestia-Familia als Brücke zwischen Xenos und Menschen dienen und so eine friedliche Koexistenz ermöglichen?

Bild und Animation

DanMachi (jap. Danjon ni Deai o Motomeru no wa Machigatteiru Darō ka) basiert auf der gleichnamigen Light-Novel-Reihe von Autor Fujino Ōmori mit Illustrationen von Suzuhito Yasuda. Seit Januar 2013 wird diese in Japan publiziert und umfasst bisher 15 Bände. Auf Deutsch ist sie bis jetzt noch nicht erhältlich, dafür erscheint die Manga-Adaption bei KAZÉ Manga. Der Anime wird von J.C. Staff produziert, das unter anderem für Food Wars oder die zweite Staffel von One Punch Man bekannt ist. Die Regie übernimmt abermals Hideki Tachibana, der bereits für Staffel zwei verantwortlich war. Ursprünglich war der Start der neuen Staffel für Juli geplant, doch aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde die Premiere auf den 2. Oktober verschoben. Die Streaming-Anbieter Crunchyroll und Anime on Demand bieten die Serie seitdem im japanischen Originalton mit deutschen Untertiteln im Simulcast.

Die Animation hat sich gegenüber der vorigen Staffel noch weiter verbessert. Die Bilder bestechen mit kräftigen und lebendigen Farben und die Animationen sind flüssig. Das Charakterdesign von Shigeki Kimoto harmoniert mit den jeweiligen Hintergründen, sei es mit der ebenso farbenfrohen Außenwelt oder dem düsteren Dungeon. Der Kontrast zwischen eben diesen beiden Welten ist ebenfalls spannend. Ich finde es gut gelungen, dass alle Charaktere unterschiedlich gestaltet sind. Dies ist hilfreich bei der Unzahl an Figuren nicht den Überblick zu verlieren und unterstreicht zusätzlich die Vielseitigkeit der Storyworld.

Synchronisation und Musik

Die neue Staffel läuft hierzulande ausschließlich in japanischer Synchronisation. Nach wie vor vermag es der alte Sprechercast, die Figuren glaubhaft darstellen zu können und ihnen teils neue Facetten zu verleihen. Die Neuzugänge wurden ebenfalls passend besetzt, allen voran Rina Hidaka als Wiene und Jun Fukushima als Ikelos. Auch sonst wurde gut gearbeitet und der Text ist bisher lippensynchron. Ich finde es nur etwas befremdlich, dass manche der sprechenden Monster den Mund nicht bewegen.

Die Musik stammt wie gewohnt von Keiji Inai. Egal ob fröhlich leicht oder spannend düster, die Soundtracks sind stets passend und fangen das Fantasy-Setting perfekt ein. Das Opening (Over and Over von Yuka Iguchi, welche bereits für Staffel eins das Opening beisteuerte) ist musikalisch gelungen und gibt den positiven Ton der Serie wieder. Allerdings schwächelt hier die Animation aufgrund des teils unsauberen Charakterdesigns und der holprigen Bewegungen. Negativ hervorzuheben ist zusätzlich, dass die Sequenz einige Ereignisse der Staffel unsubtil vorwegnimmt. Das Ending (Evergreen von sajou no hana) ist hier zum Glück in jeder Hinsicht besser gelungen.

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Fazit

Nach einer durchwachsenen zweiten Staffel scheint DanMachi wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Insbesondere das Erzähltempo hat sich verbessert. Der Anime scheut sich nicht, ernste Themen aufzugreifen und diese sensibel zu behandeln, doch bleibt er dabei stets der Leichtigkeit treu, durch welche er sich auszeichnet. Ich bin gespannt, ob die weiteren Episoden diese Balance und das Pacing beibehalten können. Die ersten Folgen waren bereits vielversprechend.

Synchronisation und Musik überzeugen ebenfalls und die flüssigen Animationen mit ihren dynamischen Bildern ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Hier ist es nur schade, dass das Opening nicht die Qualität der Serie widerspiegelt.

Ich finde es interessant, wie die Mythologie der Serie stets erweitert wird. Das Monsterkonzept weiterzuentwickeln bringt nicht nur frischen Wind, sondern schafft zusätzlich ein moralisches Dilemma für die Protagonisten. Als Kritikpunkt muss ich aber anmerken, dass die Serie teilweise vorhersehbar ist und sich Geschehnisse wiederholen. In jeder Arch stößt ein neues Mädchen zur Gruppe und dieses gilt es (natürlich von Bell) zu beschützen. Zwar hebt sich Wiene von ihren Vorgängerinnen ab, doch so langsam weist dieses Konzept Alterserscheinungen auf. Dieser Eindruck kann sich im Laufe der Staffel natürlich noch ändern und hoffentlich bekommen die anderen Mitglieder der Hestia-Familia mehr Gelegenheit sich zu beweisen. Bis jetzt sind diese leider etwas zu kurz gekommen.

Kurzfazit

Mit DanMachi 3 gelangt die Serie trotz ein paar Mängel wieder auf den richtigen Weg und hat das Zeug, wieder zu den Höhen der ersten Staffel zurückzufinden

Bilder: ©Fujino Omori-SB Creative Corp./Danmachi3 Project

Pro

  • interessante neue Erzählelemente
  • dynamische Animationen
  • solide jap. Synchronisation

Contra

  • vorhersehbarer & sich teils wiederholender Plot
  • spoilerhaltiges Opening
vorläufige
Bewertung: